Eva´s Fragen – unsere Antworten

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24.11.2021 – 16:20 Uhr - E-Mail mit Fragenkatalog von der Journalistin Eva H. an Go&Change


Sehr geehrter Herr Felix Krolle,

Sehr geehrter Herr Kai K.,

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung plant eine zeitnahe Veröffentlichung in Zusammenhang mit der Gruppe Go&Change. Dazu haben wir mit mehr als 17 Personen gesprochen, die in einem Zeitraum von 2016 bis 2021 in der Gruppe Go&Change waren und sowohl in Halle, als auch in Lülsfeld fest in der WG und später im Kloster gewohnt haben. Des weiteren haben wir mit Angehörigen und Wochenendgästen Interviews geführt. Aus diesen Gesprächen ergeben sich Vorwürfe, die im Folgenden weiter ausgeführt werden. Hiermit möchten wir Ihnen bis spätestens Dienstag, den 30. November, 9.00 Uhr die Gelegenheit geben, Stellung zu nehmen zu folgenden Punkten:

  • Alle Gesprächspartner geben an, im Kloster sei gezielt mit Schlafentzug gearbeitet worden, damit Menschen “weicher” werden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Mindestens vier Personen geben an, die Gruppe solle in den Jahren 2019 / 2020 im Gebäude aufgeteilt worden sein: Die “Untis” (unteres Stockwerk) dürften nicht an anderen Prozessen der Gruppe teilnehmen und würden in ihrem Wohnzimmer außerdem teilweise von einer Person aus dem oberen Stockwerk überwacht, nicht miteinander zu sprechen. Außerdem habe dieser Teil der Gruppe nicht mit den anderen essen dürfen. Ist das richtig?
  • Falls ja, warum haben Sie diese Praktik angewendet?
  • Es sollen Strichlisten für Verspätungen und andere Versäumnisse geführt worden sein. Mindestens zehn Personen gaben dies an. Beim “Verpassana” müssten Menschen zur Strafe dann mehrere Stunden am Stück meditieren. Ist das richtig?
  • Wenn ja, warum wenden Sie diese Praktik an?
  • Menschen berichten, auf Drängen des Leitungsteams, sich in körperliche Extremzuständen begeben zu haben. z.B. Baden in der Eistonne, Schlafentzug und stundenlanges Aushalten draußen bei Minusgraden auf Anweisung des Leitungskreises. Ist das richtig?
  • Wenn ja, Welches Ziel verfolgen Sie damit?
  • Menschen berichten, dass sie über den Konsum von LSD, Koks und MDMA nicht selbst entscheiden durften, sondern eine andere Person die Dosen zubereitet habe. Wie bewerten Sie diese Schilderung?
  • Gesprächspartner*innen schildern, dass Drogentrips teilweise über 24 Stunden andauerten, es Menschen aber untersagt gewesen sein soll, sich zurückzuziehen und sie teils physisch wieder in den Gruppenraum gezwungen worden sein sollen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Der Gruppenzwang, die “Ehre, dabei sein zu dürfen” sei außerdem so groß gewesen, dass nicht widersprochen worden wäre. Dies habe besonders bei Erst-Konsum zu starken Wirkungen, Angstattacken, Psychosen und posttraumatischen Belastungsstörungen geführt. Ist diese Schilderung zutreffend? Falls ja, wie übernehmen Sie als Gruppenleitung Verantwortung für diese Folgen?
  • Die Mehrzahl der Frauen, mit denen wir sprachen, sollen sadistischen Sexualpraktiken wie starker Penetration durch Sexspielzeuge, die zu Verletzungen im Intimbereich geführt haben sollen, unterzogen worden sein, hauptsächlich ausgeführt durch Herrn K.. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Diese Sexualpraktiken sollen als “Heilungskontexte” betitelt worden sein, wenn sich Frauen verwehrten, so sei dies auf ihre negativen “Anteile” zurückgeführt worden sein. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Bei einigen dieser “Heilungskontexte” sollen keine Kondome verwendet worden sein. Ist das richtig?
  • Wenn ja, welche Rolle spielt Intimhygiene bei diesen “Heilungskontexten”?
  • Wie stellen Sie sicher, dass sich Personen in einer Gruppendynamik oder unter Drogeneinfluss nicht Dingen aussetzen, die sie gar nicht möchten?
  • Wie können Sie sicherstellen, dass keine Grenzen überschritten werden, wenn in manchen sexuellen “Heilungskontexten” das “Safe Word” “Blue Moon” oder “Orange Sun” nicht mehr benutzt worden sein soll?
  • Mehrere Personen äußerten nach ihrer Zeit bei Go&Change, sich vergewaltigt gefühlt zu haben, da sie zum Zeitpunkt der Entscheidung schon nicht mehr zurechnungsfähig gewesen sein sollen. Wie gehen Sie als Gemeinschaft mit diesen Vorwürfen um?
  • Mehrere Personen gaben an, Geschlechtskrankheiten sollen trotz starker Schmerzen der Betroffenen ignoriert und als persönliche Prüfung interpretiert worden sein, statt sie zu behandeln. Ist das richtig?
  • Wenn ja, warum gingen Betroffene nicht früher ins Krankenhaus?
  • Zwei ehemalige Mitglieder geben an, dass ein anderes Mitglied der Gemeinschaft, [Name aus Datenschutzgründen entfern], sich vor der Gruppe im Frühjahr 2020 als pädophil geoutet haben soll, entsprechende pornografische Videos besessen haben soll und sich in mindestens einem Fall gegenüber einem der im Kloster lebenden Kinder übergriffig verhalten haben soll. Daraufhin sei er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden. Hat sich dieser Sachverhalt so zugetragen? Falls ja, wie haben Sie diesen Vorfall aufgearbeitet?
  • Befindet sich [Name entfern] weiterhin im Umfeld des Klosters und ist dort vor Ort?
  • Dem SZ Magazin liegen E-mails mit dem Titel “Energieausgleich” aus dem Zeitraum April bis mindestens Mai 2020 vor, in denen Ehemalige dazu aufgefordert werden, Herrn K. eine monatliche Rente für seine Dienste zu zahlen. Ist das richtig?
  • Welcher Betrag wurde hierdurch generiert?
  • Mindestens acht Personen geben uns gegenüber an, dass Gruppenmitglieder ihre Kontoauszüge zur vollen Transparenz an die Finanzgruppe unter der Leitung von Felix Krolle, hätten schicken müssen. Ist das zutreffend?
  • Des weiteren schilderten mindestens zwei Personen, dass Gruppenmitglieder nur 1000 Euro Eigenkapital auf dem Konto hätten haben dürfen, sollten sie die Gruppe verlassen. Ist das zutreffend?
  • Ist es zutreffend, dass Herr K. vom Geld der Gruppe ein neues E-Bike erstanden hat?
  • Gruppenmitglieder sollen unseren Informationen nach aufgefordert worden sein, sich zu Weihnachten leistungsstarke Computer zu wünschen, um Herrn K.s Wunsch nach gemeinsamem Computerspiel nachzukommen. Ist das richtig?
  • Ist es zutreffend, dass Kaffee, Nikotin und Süßigkeiten im Kloster limitiert sind?
  • Ist es zutreffend, dass Herr K. all diese Dinge zu sich nehmen kann wann und wie er will und einen eigenen Kühlschrank besitzt?
  • Mehrere Frauen berichteten, sie hätten während der Schwangerschaft im Kloster nicht essen dürfen, worauf sie Lust hatten. Ihre Lust auf beispielsweise Milchprodukte sei als “Egotrip” oder “Extrawurst” betitelt und abgelehnt worden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Ist es richtig, dass Besuche bei Freunden und Familie in der Gruppe angekündigt und bewilligt werden müssen?
  • Eltern berichten, ihre Kinder teilweise nur bis zu zwei Stunden am Tag gesehen zu haben, während Bezugspersonen in der Kinderbetreuung ständig durchgewechselt worden sein sollen. Ist das zutreffend?
  • Wenn ja, welches Ziel verfolgen Sie mit diesem Konzept?
  • Einzelne Ex-Mitbewohner*innen geben an, nach ihrem Auszug im Jahr 2020 auf sie bedrohlich wirkende Anrufe u.a. durch Herrn Krolle sowie diffamierende Nachrichten via Facebook von einem anonymen Konto erhalten zu haben. Außerdem soll versucht worden sein, über einen Anwalt die Namen der am Ermittlungsverfahren mit Aussagen Beteiligten herauszufinden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?

Fragen an Herrn Kai K.

  • Welche Stellung würden Sie sich selbst in der Gemeinschaft zu schreiben?
  • Sie sollen mehreren Gemeinschaftsmitgliedern gegenüber angegeben haben, mit dem Leiter der sogenannten “Elternschule” in Gelsenkirchen zusammengearbeitet zu haben. Dieser gibt an, Sie nicht zu kennen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Warum gelten die im Kloster verbreiteten Regeln der Ernährung (vegan, keine Süßigkeiten etc.) für Sie nicht?
  • Warum sind Sie und Felix Krolle vom sogenannten “Verpassana” ausgenommen?
  • Frauen berichten, Sie seien von Ihnen in Reizwäsche “eingekleidet” worden, ihr Aussehen sei von Ihnen kommentiert und bewertet worden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Mehrere Frauen berichten, es habe mindestens einen Abend gegeben, an dem Sie angeordnet hätten, die Frauen sollten Drogen konsumieren, Reizwäsche tragen und mit den Männern tanzen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Ist es richtig, dass Sie auch Kindern “Arschlochanteile” zuordnen, die es zu bekämpfen gilt?
  • Genießt Ihr Sohn im Kloster besondere Privilegien?
  • Ist es richtig, dass der Großteil der sexuellen “Kontexte” dann stattfindet, wenn Sie es wollen?
  • Ist es richtig, dass die Gestaltung dieser Kontexte nach Ihren Vorstellungen verläuft?
  • Ist es richtig, dass Sie in diesen Kontexten kein Kondom benutzen?
  • Ist es richtig, dass Sie in der großen Gruppe regelmäßig abfragen, wer in der Gruppe mit wem und wie oft geschlafen hat?
  • Verschiedene Frauen geben an, in diesen von ihnen orchestrierten sexuellen “Kontexten” mehrfach ein Safe Wort benutzt zu haben, um den Vorgang meist zu starker Penetration abzubrechen. Diese Grenze soll insbesondere von Ihnen mehrfach durch starkes Diskutieren und verbale Einschüchterung nicht akzeptiert worden sein. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Was ist die im Kloster etablierte “Mäuseburg” Ihrer Auffassung nach?
  • Ist es richtig, dass Sie Mitglieder ohrfeigten?
  • Ist es richtig, dass Mitglieder Geld auch auf Ihr Privatkonto überweisen?
  • Haben Sie Zahlungen einer “lebenslangen Rente” von ehemaligen Mitgliedern gefordert und/oder erhalten?

Mit freundlichen Grüßen,

Eva H.


26.11.2021 – 19:01 Uhr - E-Mail von Go&Change an die Journalistin Eva H.


Sehr geehrte Frau Hoffmann,

uns drängt sich der Gedanke auf, dass, wenn Sie nur mit 17 ehemaligen Bewohnern geredet haben und somit über 40 ehemailige Bewohner, die positiv bis neutral mit uns sind, weggelassen haben, Sie ganz und gar nicht an Wahrheitsfindung oder Aufklärung interessiert sind.

Sie haben wahrlich keine guten Absichten.

Unseren Informationen nach laufen Sie zum wiederholten Mal mit Rechercheteams durch Herrn Ks Heimatstadt und bieten den Menschen sogar Geld, damit diese irgendwelche negativen Geschichten über ihn erzählen. Weiter entfernt könnten Sie vom ehrbaren Journalismus kaum sein. Wie finanziert die Süddeutsche das Ganze überhaupt?

Und trotzdem können auch Sie nur wieder die Vorwürfe aus der Mainpost wiederholen und haben nichts Weiteres.

Selbtverständlich haben wir keine menschengefährdenden oder -unwürdigen Handlungen walten lassen. Das würde unserer Lebenseinstellung zutiefst widersprechen.

Wir verweisen gerne auf die Ergebnisse der Untersuchungen von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Wir haben komplette Akteneinsicht in die Ermittlungen gegen uns und kennen alle Aussagen von allen Beteiligten, so wie die Polizei und Staatsanwaltschaft natürlich auch. Die würden wir Ihnen auch wünschen, aber die dürfen Sie natürlich nicht haben.

Aber um auf ganz Nummer Sicher zu gehen, bitten wir Sie, uns doch ganz konkrete Situationen zu nennen, auf die wir uns auch tatsächlich beziehen können.

Bis dahin werden wir uns jetzt die Zeit nehmen, auf alle Ihre Fragen zu antworten, soweit wir können.

Bei voller Transparenz unter allen Beteiligten sind wir bereit, über alles zu reden.

Wir verstehen auch nicht, warum Sie bis heute niemanden inkognito vorbei geschickt haben, um das Geschehen bei uns zu erleben.

Mit freundlichen Grüßen,
Felix Krolle


29.11.2021 – 10:54 Uhr - E-Mail von der Journalistin Eva H. an Go&Change


Sehr geehrter Herr Krolle,
Sehr geehrter Herr K.,

Die Süddeutsche Zeitung und ich haben niemandem Geld für Informationen gezahlt. Ein Gesprächspartner wollte 1000 Euro für ein Interview, worauf wir nicht eingingen. Bitte nehmen Sie also Abstand von dieser Unterstellung.

Gesprächsangebote unsererseits gab es viele. Bitte antworten Sie auf unsere Fragen bis morgen, Dienstag, den 30. November, 9.00 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen,
Eva H.


30.11.2021 – 08:18 Uhr - E-Mail von Go&Change an Chefredaktion SZ-Magazin, ehemalige Bewohner, Eva H. und Patrick B.


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe diese Mail als Antwort auf Frau Eva H. vom SZ-Magazin (siehe ganz unten).

Hierin schreibe ich gleichzeitg die Chefredaktion des SZ-Magazin, unsere ehemaligen Bewohner, Frau Eva H. und Herrn Patrick B., beide SZ-Magazin, an:


Sehr geehrter Herr Ebert, sehr geehrter Herr Klotzek,

als Chefredakteure des SZ-Magazin fordere ich Sie auf, sich mit dem unethischen und journalistisch nicht ehrbaren Verhalten ihrer Angestellten Frau Eva H. und Herrn Patrick B. kritisch auseinanderzusetzen.

Im Zuge der “Recherche” ihres Artikels über uns wurden wir von ihnen belogen, bedroht, eingeschüchtert und unter Druck gesetzt. Sie standen unangekündigt vor unserer Haustür, haben Freunde und Familie von uns bis auf die Arbeitsstelle verfolgt und massiven Druck auf unser Umfeld ausgeübt. https://alle-seiten.org/mailverkehr-journalistin/

Die beiden gehen nicht von einem “in dubio pro reo” aus, sondern wir sind schon längst vorverurteilt. Und das obwohl die Staatsanwaltschaft bekanntermaßen nach sehr ausführlichen Ermittlungen bei uns keine Straftaten feststellen konnte.

Denn ähnliche Vorwürfe wurden schon im letzten Jahr in der Mainpost erhoben und gründlich untersucht. Es konnte sich kein Verdacht erhärten, und gleichzeitig haben wir über 70 positive Erfahrungsberichte von ehemaligen Bewohnern, Familien, Freunden und Kooperationspartner erhalten, die ein gänzlich anderes Bild zeichnen, als das, was in der Mainpost stand oder aus den Fragen von Frau Hoffmann heraus gelesen werden kann: https://alle-seiten.org/hauptseite-mainpost/

Bitte nehmen Sie Stellung zu dem Vorgehen Ihrer Angestellten!

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Felix Krolle


Liebe ehemalige Bewohner,

einige von euch sind Interviewpartner von Frau Hoffmann oder Herrn Bauer, andere von euch haben durch uns von dem kommenden Artikel in der SZ gehört, und einige wissen vielleicht noch gar nichts darüber.

Da sich Ehrlichkeit und Transparenz nachhaltig bewährt haben, wählen wir auch dieses Mal wieder diesen Weg.

Unten stehend findet ihr unseren aktuellen Mailverkehr mit Frau Hoffmann. Dieser und weiterer Mailverkehr mit ihr ist unter https://alle-seiten.org/mailverkehr-journalistin/ öffentlich zugänglich.

Wir sind traurig darüber, wie sich einige von euch entschieden haben. Soweit möglich, werden wir unsere geteilten Vertrauensräume trotzdem schützen und intime Details über euch nur insofern transparent machen, wie sie der Wahrheitsfindung unabdingbar dienen.

Wir wunschen uns allen alles Gute,
Felix


Sehr geehrte Frau Hoffmann, sehr geehrter Herr Bauer,

die Information, dass Sie Geld anbieten, wurde uns aus zwei Quellen zugetragen. So, wie sie sich bisher verhalten haben und mit uns stehen, fänden wir dieses Vorgehen von Ihnen nicht verwunderlich.

Die Antworten auf Ihre Fragen finden Sie unter: https://alle-seiten.org/mailverkehr-journalistin/#neu-beitrag

Mit freundlichen Grüßen,
Felix Krolle


Folgende E-Mail ist WICHTIG!


30.11.2021 – 8:19 Uhr – Unsere Antwort auf die Fragen von der Journalistin Eva H. – WICHTIG


Sehr geehrte Frau Hoffmann,

wie wir in unserer letzten Mail an Sie ja schon festgestellt haben, sind Sie weder an der Wahrheitsfindung noch an irgendetwas anderem Guten interessiert.

Ihre wirklichen Motive können Sie ja gerne mal in einem ehrlichen Dialog mit Ihrem Gewissen klären.

Offensichtlich ist auf jeden Fall, dass Sie mehr an Schlagzeilen als an Aufklärung interessiert sind, und die erhält man mit dem erlogenen Narrativ einer Drogen-Sex-Sekte mit einem diktatorischen Guru an der Spitze viel besser als mit der Wahrheit einer experimentellen, um das Wahre, Schöne und Gute bemühten Gemeinschaft Gleichgesinnter, die nach einer besseren Welt strebt und dabei durchaus ungewöhnliche Wege geht, die nicht jedem gefallen.

Daher haben wir uns entschieden, in aller Öffentlichkeit auf Ihre Fragen zu antworten, soweit wir können.

„Soweit wir können“ ist deswegen wichtig, da die Art, wie Ihre Fragen zustande gekommen sind, und die Prämissen, auf denen Ihre Fragen fußen, schon einer solchen unehrlichen und tendenziösen Motivation entspringen, dass wir diesen falschen Grundannahmen zustimmen würden und müssten, würden wir auf Ihre Fragen eins zu eins antworten. Sie fragen auch nie nach etwas Gutem.

Diese Art von Fragen kombiniert mit dem Druck eines drohenden diffamierenden Artikels, und das ist beim tendenziösen Journalismus leider eine gängige Technik, versucht, uns in eine Rechtfertigungsposition zu zwingen. Diesem psychologischen Druck standzuhalten, ist alles andere als leicht und für alle Menschen eine große Herausforderung – aber das wissen Sie natürlich, denn Sie arbeiten damit.

Unsere Schuld stände ja schon längst fest und wir müssten uns einfach nur beugen, damit die Strafe nicht so hart ausfällt. Das Versprechen: „Gestehen Sie Ihre Schuld und erklären Sie sich ausführlich, dann wird unser Artikel über Sie nicht ganz so zerstörerisch.“ Das haben Sie in ihrer Mail vom 27.06.2020 sogar schon angedroht: „Wenn Sie mir diese [Fragen] nicht persönlich beantworten wollen, dann bleibt Ihre Seite erzählerisch sehr “flach”, was ich schade finde und was natürlicherweise zu einem Ungleichgewicht führt, dass sich nur schwer ausgleichen lässt.“

Es gäbe ja über 70 öffentlich verfügbare ausführliche positive Erfahrungsberichte zu uns, die Sie für eine tiefere Auseinandersetzung hätten einbeziehen können. Außerdem hätten diverse ehemalige Bewohner, die gut mit uns sind, Bekannte und Kooperationspartner, mit Ihnen gesprochen – nur leider haben Sie niemanden von denen angefragt….

Es erscheint mir fast schon unnötig, ein weiteres Mal zu erwähnen, dass die Polizei und Staatsanwaltschaft uns ausführlich untersucht hat und zu folgendem Schluss kam: „Nach umfangreichen Ermittlungen, insbesondere Vernehmungen von ehemaligen und aktuellen Mitgliedern der Gemeinschaft, konnten Straftaten innerhalb der Gemeinschaft zum Nachteil anderer Gruppenmitglieder nicht festgestellt werden.”

Ohne Zweifel ist Ihnen auch bekannt, dass höchstwahrscheinlich alle(!) ehemaligen Bewohner mit denen Sie gesprochen haben, unsere Gemeinschaft verlassen mussten, also rausgeflogen sind. Sie sind nicht gegangen, weil sie nicht mehr bei uns sein wollten. Sie mussten gehen, weil sie mit ihren destruktiven Handlungen über lange Zeit nicht aufhören wollten.

Aber all das scheint Sie nicht zu interessieren, dann sonst würden Sie nicht durch die Heimatstadt von Herrn K. laufen und alte Freunde und Familie bis zu ihren Arbeitsstellen stalken, belästigen und unter Druck setzen. Sie hätten auch die Fragen in Ihrer Mail nicht so tendenziös formuliert und hätten auch mit Menschen gesprochen, die uns wohlgesonnen sind.

Zur besseren Veranschaulichung werden wir Ihrem Vorgehen, Frau Hoffmann, noch weiter auf den Grund gehen, es ausleuchten und z.B. Ihre Art einfach mal auf Sie selbst anwenden:

Sie sind ja eng mit der Schwester unserer ehemaligen Bewohnerin Charlotte befreundet. Sie ahnen bestimmt schon, was wir aus Gesprächen über Sie nun hier schreiben könnten. Wir nennen mal die Stichpunkte Sex, Drogen, Männer, ehemalige beste Freundin. Wenn wir mit bestimmten Menschen aus Ihren Freundeskreisen jetzt gezielter reden würden, dann wären Sie bestimmt froh, das ein oder andere nie gemacht oder gesagt zu haben.

Nun sind wir aber zum Glück nicht daran interessiert, Sie in eine solche unmenschliche Situation zu bringen, daher belassen wir es mal hierbei und wenden uns wieder Ihren Fragen zu.

Ihre Fragen lassen sich grob in folgende Bereiche einteilen: Entscheidungsfreiheit, Drogen, Sex, Finanzen, Kinder und nicht eindeutig zuzuordnende Fragen.

Alle Fragen in jedem Bereich sind darauf ausgelegt, ein negatives Bild zu erzeugen, das in der Essenz unwahrer nicht sein könnte. Das wird erreicht, indem Sie einzelne wahre Fakten in einen unwahren Kontext setzen. Somit lassen sich Ihre Fragen nicht eindeutig beantworten, sondern müssen erst wieder getrennt werden in Kontext und wahrer Fakt.

Ich werde im Folgenden aus jedem Bereich eine oder mehrere Fragen beispielhaft herausgreifen, das negative Bild benennen und den wahren Fakt beantworten, sodass diese Fragetechnik offensichtlich und die Wahrheit sichtbar wird

(Für die Leser: Es kann jeder mal selbst überprüfen, was für ein Bild über uns in ihm entsteht, wenn er die Fragen von Frau Hoffmann liest, und dieses mit der eigenen Erfahrung oder den positiven Berichten über uns vergleicht.)

Grundsätzlich suggerieren alle Fragen, dass alle Menschen, die jemals bei uns gewohnt haben, unmündige, verantwortungslose Mitläufer ohne eigene Meinung sind, die nicht aus freien Stücken bei uns wohnen oder gewohnt haben und nicht aus freien Stücken hätten jederzeit gehen können. Sie seien irgendwie gezwungen oder manipuliert worden und hätten das alles freiwillig nie gemacht.

Wenn sich einige unserer ehemaligen Bewohner selbst so sehen wollen oder sich von Ihnen dazu machen lassen wollen, dann sei das ihnen überlassen.

Ich widerspreche dieser Sichtweise hier jedoch im Namen aller anderen (ehemaligen) Bewohner, die sich als verantwortlich handelnde Menschen begreifen und die bei uns nie etwas gegen ihren Willen getan haben oder gar mussten – außer die Gemeinschaft zu verlassen.

Bereich: Entscheidungsfreiheit
Ihre Frage: „Menschen berichten, auf Drängen des Leitungsteams, sich in körperliche Extremzuständen begeben zu haben. z.B. Baden in der Eistonne, Schlafentzug und stundenlanges Aushalten draußen bei Minusgraden auf Anweisung des Leitungskreises. Ist das richtig?“

Das Bild das in diesem Bereich ungefähr erzeugt werden soll, ist das einer Leitungsriege, die ihre Gefolgschaft gegen ihren Willen in unmenschliche und folterähnliche Situationen bringt, um sie zu brechen und zu schwächen. Menschen dürften bei uns keine freien Entscheidungen treffen.

Das genaue Gegenteil ist wahr. Teile der Gemeinschaft, allen voran das Leitungsteam, haben sich selbst diesen Situationen ausgesetzt und u.a. geübt, in körperlichen, sowie psycho-emotionalen Stresssituationen einen klaren Kopf zu behalten, um weiterhin ausgewogene Entscheidungen treffen zu können, egal, was passiert. Woanders nennt man das Resilienztraining, das sich die Anbieter mit gutem Geld bezahlen lassen.

Ihre Frage: „Mehrere Personen gaben an, Geschlechtskrankheiten sollen trotz starker Schmerzen der Betroffenen ignoriert und als persönliche Prüfung interpretiert worden sein, statt sie zu behandeln. Ist das richtig? Wenn ja, warum gingen Betroffene nicht früher ins Krankenhaus?“

Die Frage suggeriert, dass Menschen bei uns so krasse Geschlechtskrankheiten hatten, dass sie ins Krankenhaus gemusst hätten, was sie entweder gar nicht oder zu spät taten, weil sie nicht frei entscheiden dürften.

Die Möglichkeit, dass es bei uns nie Geschlechtskrankheiten gab, die mit so starken Schmerzen einhergingen, dass jemand ins Krankenhaus gemusst hätte, wird von vorneherein ausgeschlossen.

Die Wahrheit ist: Die paar wenigen Verdachtsfälle einer Geschlechtskrankheit, die uns bekannt sind, wurden ärztlich abgeklärt und ggf. behandelt, von krankenhausreifen Schmerzen war da jeder Betroffene aber weit entfernt.

Bereich: Kinder
Ihre Frage: „Eltern berichten, ihre Kinder teilweise nur bis zu zwei Stunden am Tag gesehen zu haben, während Bezugspersonen in der Kinderbetreuung ständig durchgewechselt worden sein sollen. Ist das zutreffend? Wenn ja, welches Ziel verfolgen Sie mit diesem Konzept?“

Das Bild, das mit diesen und ähnlichen Fragen erzeugt werden soll, ist dass wir uns sehr schlecht um unsere Kinder kümmern und Kinder von ihren Eltern entfremden, während Fremde auf sie aufpassen.

Auch hier ist das genaue Gegenteil wahr. Wir haben ein sehr umfassendes, von Pädagogen und Psychologen ausgearbeitetes und geleitetes Kinderbetreuungsprogramm, das sich sehr nah an den Bedürfnissen der Kinder und Eltern orientiert, um allen in allen Situationen die optimale Unterstützung zukommen zu lassen. Ein Mitarbeiter des Jugendamts war begeistert von unserem Konzept. Die Betreuung ist dabei z.B. so engmaschig, familiär und nah, dass das Kind keinen Abbruch in seiner Routine erfährt, selbst wenn die Eltern mal für einen Tag unterwegs sein sollten. Leider haben einige Eltern das ausgenutzt und zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbracht. Diesen haben wir als Bedingung für eine weitere Betreuung auferlegt, dass sie mindestens zwei Stunden Zeit pro Tag mit ihren Kindern verbringen müssen.

Ihre Frage: „Ist es richtig, dass Sie auch Kindern “Arschlochanteile” zuordnen, die es zu bekämpfen gilt?“

Nein, das ist natürlich nicht richtig. Kein liebender Mensch wird irgendwelche Teile in Kindern bekämpfen. Er wird die Kinder und alle ihre Teile lieben. So machen wir das zumindest.

Bereich: Drogen
Ihre Fragen: „Wie stellen Sie sicher, dass sich Personen in einer Gruppendynamik oder unter Drogeneinfluss nicht Dingen aussetzen, die sie gar nicht möchten?
Gesprächspartner*innen schildern, dass Drogentrips teilweise über 24 Stunden andauerten, es Menschen aber untersagt gewesen sein soll, sich zurückzuziehen und sie teils physisch wieder in den Gruppenraum gezwungen worden sein sollen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
Menschen berichten, dass sie über den Konsum von LSD, Koks und MDMA nicht selbst entscheiden durften, sondern eine andere Person die Dosen zubereitet habe. Wie bewerten Sie diese Schilderung?“

Das Bild, das hier erzeugt werden soll, ist wieder das von unmündigen Erwachsenen, die in einem großen Drogenrausch überhaupt gar keine Verantwortung mehr für ihre Handlungen übernehmen können, während dieser Zustand sträflich ausgenutzt wird. Auch hier geben die Fragen schon die Situationsbeschreibung derart vor, dass diese gar nicht mehr zu hinterfragen ist. Die Möglichkeit, dass es auch anders sein könnte, stellt die Frageformulierung gar nicht mehr zu Verfügung.

Die Wahrheit ist: Welcher Mensch, der einigermaßen bei Verstand ist, würde in eine Gemeinschaft in der das praktiziert wird, einziehen oder gar wohnen bleiben wollen? Das wäre ja nicht nur menschlich untragbar, sondern schlicht kriminell. Daher fordern wir jeden auf, der das bei uns erlebt haben soll, uns und sich selber anzuzeigen!

Bereich: Finanzen
Ihre Fragen: „Des weiteren schilderten mindestens zwei Personen, dass Gruppenmitglieder nur 1000 Euro Eigenkapital auf dem Konto hätten haben dürfen, sollten sie die Gruppe verlassen. Ist das zutreffend?
Mindestens acht Personen geben uns gegenüber an, dass Gruppenmitglieder ihre Kontoauszüge zur vollen Transparenz an die Finanzgruppe unter der Leitung von Felix Krolle, hätten schicken müssen. Ist das zutreffend?
Ist es zutreffend, dass Herr K. vom Geld der Gruppe ein neues E-Bike erstanden hat?“

Das Bild, das durch diese und weitere Finanzfragen erzeugt werden soll, ist, dass wir eine komplette Kontrolle über die Finanzen unserer Bewohner ausüben und uns unrechtmäßig an ihnen bereichern würden. Wobei die Frage mit dem E-Bike schon sehr albern anmutet…

Die Wahrheit: Jeder, der hier einzieht, weiß vorher sehr genau, wie wir leben und z.B. das Finanzielle regeln, und erklärt sich explizit damit einverstanden. Sich im Nachhinein über eine Abmachung zu beschweren, die man im vollen Bewusstsein vor dem Einzug eingegangen ist und während des Lebens hier nicht noch einmal angesprochen hat, kann wohl nur einem zutiefst gekränkten Menschen passieren.

Um aber auch hier alle Bilder aufzuräumen, schildere ich gerne kurz die Abmachung, die jeder Bewohner mit der Gemeinschaft hat: Wir haben eine zeitlich und inhaltlich gestaffelte virtuelle Gemeinschaftskasse. Jeder, der zu uns zieht, wird im Laufe der Zeit immer mehr Teil der Gemeinschaftskasse mit zunehmenden Rechten und Pflichten. In der Probezeit zahlt der neue Bewohner monatlich 700€ und ist damit Teil der sog. Alltagsgemeinschaftskasse. Miete, Ernährung, Nutzung des ganzen Geländes und der Autos sind damit abgedeckt. Nach der Probezeit geht das vorhandene Vermögen oder die vorhandenen Schulden im Halb-Jahres-Takt in das Eigentum der Gemeinschaft über, und immer mehr Ausgaben des Bewohners werden aus der Gemeinschaftskasse gezahlt. Zieht jemand aus, nimmt er das verbleibende Vermögen und die verbleibenden Schulden wieder mit. Er bekommt jedoch in jedem Fall 800 – 1.000 € für den Neustart ausgezahlt, selbst wenn er ohne Geld oder mit Schulden bei uns reingekommen ist. Da unsere Gemeinschaftskasse rein virtuell ist, behält jeder grundsätzlich das Gemeinschaftsgeld bei sich auf dem Konto und bezahlt damit Rechnungen für die Gemeinschaft. Die Kontoauszüge dienten uns dabei, den Überblick über unser Gemeinschaftsvermögen zu behalten. Da wir keine Verträge benutzen, beruht unsere Gemeinschaftskasse vollständig auf Vertrauen. Jeder, der auszog, hätte das Gemeinschaftsgeld auf seinem Konto behalten können, und wir hätten keine Handhabe gehabt. Einige haben dies auch gemacht und die Gemeinschaft um viele tausend Euro betrogen. Sie kennen diese Personen wahrscheinlich aus Ihren Interviews, Frau Hoffmann.

Also ja, Herr K.s E-Bike wurde vom „Geld der Gruppe“ bezahlt, genauso wie die anderen E-Bikes, viele Unterhosen, Computer und Autos anderer Bewohner ebenso, da Herr K. genauso Teil der Gemeinschaftskasse ist wie jeder andere auch.

Bereich: Sex
Ihre Fragen: „Die Mehrzahl der Frauen, mit denen wir sprachen, sollen sadistischen Sexualpraktiken wie starker Penetration durch Sexspielzeuge, die zu Verletzungen im Intimbereich geführt haben sollen, unterzogen worden sein, hauptsächlich ausgeführt durch Herrn K.. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
Diese Sexualpraktiken sollen als “Heilungskontexte” betitelt worden sein, wenn sich Frauen verwehrten, so sei dies auf ihre negativen “Anteile” zurückgeführt worden sein. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?“

Die Fragen vor allem aus dem Bereich Sex leben von maximal unkonkreten Beschreibungen, Triggerworten und unmündigen Erwachsenen und zielen hauptsächlich darauf ab, beim Leser Unbehagen und Vorurteile auszulösen.

Obwohl ganz klar alle Fragen mit „Nein, stimmt nicht!“ oder „Nein, stimmt so nicht!“ zu beantworten sind, bleibt beim Leser trotzdem ein unangenehmes Gefühl hängen, und das ist ja, das worum es Ihnen geht. Wären Sie an Wahrheit und wirklicher Aufklärung interessiert, würden Sie ebenso nach den unzähligen wunderschönen Erfahrungen und positiven Entwicklungen fragen, die Menschen hier nicht nur auf sexueller Ebene miteinander gemacht haben. Sie würden dann z.B. fragen, wie es möglich ist, dass einige Menschen, die in tiefen Vertrauensräumen mit uns waren und mit uns das Leben gefeiert haben und Befreiung auf vielen Ebenen erlebt haben, wie es möglich ist, dass diese im Nachhinein lügen und Ereignisse so verdrehen, dass sie keine Verantwortung mehr haben und die anderen die Bösen sind. Dazu gibt es viel Literatur, man kann es grob als „Projektionen“ zusammenfassen. Würden Sie solche Fragen stellen und nach ehrlichen Antworten suchen, könnten wir in der Tat mit einem ausgewogenen Artikel rechnen. Da sie jedoch überall ausschließlich Destruktivität und Böses als Grundprämisse setzen, müssen Sie alle positiven Erfahrungen (siehe z.B. die über 70 Erfahrungsberichte) ausklammern, denn sonst macht ihr Narrativ keinen Sinn mehr.

Bereich: nicht eindeutig zuordbare Fragen
Ihre Frage: „Zwei ehemalige Mitglieder geben an, dass ein anderes Mitglied der Gemeinschaft, [Name aus Datenschutzgründen entfernt], sich vor der Gruppe im Frühjahr 2020 als pädophil geoutet haben soll, entsprechende pornografische Videos besessen haben soll und sich in mindestens einem Fall gegenüber einem der im Kloster lebenden Kinder übergriffig verhalten haben soll. Daraufhin sei er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden. Hat sich dieser Sachverhalt so zugetragen? Falls ja, wie haben Sie diesen Vorfall aufgearbeitet? Befindet sich [Name entfernt] weiterhin im Umfeld des Klosters und ist dort vor Ort?“

Das Bild, das Sie durch diese Frage erzeugen, ist das eines schwerstkranken Pädophilen, der sich an kleinen Kindern vergeht.

Die Wahrheit ist, dass ein ehemaliger Bewohner so tief im Vertrauen mit uns war, dass er der ganzen Gemeinschaft von seinen tiefsten Abgründen erzählt hat mit der Intention diese Abgründe aufzuräumen, zu heilen und sie mit allen Konsequenzen, die dazu gehören, wieder gut zu machen.

Es war sofort allen, auch ihm selbst, klar, dass wir damit zur Polizei gehen mussten. So habe ich, Felix Krolle, ihn unmittelbar selbst zur Polizei für seine Selbstanzeige begleitet. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, werde ich keine weiteren Aussagen dazu machen.

Ich würde jedoch behaupten, dass wir uns hier als Gemeinschaft vorbildlich verhalten haben.

Ihre Frage: „Einzelne Ex-Mitbewohner*innen geben an, nach ihrem Auszug im Jahr 2020 auf sie bedrohlich wirkende Anrufe u.a. durch Herrn Krolle sowie diffamierende Nachrichten via Facebook von einem anonymen Konto erhalten zu haben. Außerdem soll versucht worden sein, über einen Anwalt die Namen der am Ermittlungsverfahren mit Aussagen Beteiligten herauszufinden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?“

„Sektenführer bedroht Aussteiger“ oder so ähnlich könnte Ihre Schlagzeile heißen, wenn das stimmen würde, was Sie da schreiben.

Aber wieso und womit sollte ich denn jemanden drohen, den wir wegen Lügen und Manipulation aus der Gemeinschaft ausgeschlossen haben? Wir könnten in der Tat viele unangenehme Wahrheiten über jeden ehemaligen Bewohner veröffentlichen, aber warum sollten wir das tun? Wir sind, anders als Ihre Interviewpartner, nicht an Diffamierung interessiert. Alle, die wollten haben der MainPost oder der Polizei doch eh schon die intimsten Details über unser Leben erzählt.

Als Beschuldigte liegen uns selbstverständlich die Ermittlungsakten vollständig vor, sodass wir genau wissen, wer welche Aussage bei der Polizei getätigt hat und – für uns wenig überraschend – hat niemand bei uns etwas erlebt, was strafrechtlich relevant gewesen wäre.

Also wieso sollten wir jemanden persönlich oder anonym bedrohen? Das macht wahrlich keinen Sinn.

Damit habe ich Ihnen nun, soweit ich kann, Ihre Fragen beantwortet. Wir erwarten nicht, dass Sie auf Grund der Wahrheit Ihren Artikel nochmal ändern werden.

Aber so hat jeder kritische Leser wenigstens die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Mit freundlichen Grüßen,
Felix Krolle


Vorangehende E-Mail ist WICHTIG!


Hinweise:

Wir haben den Verlauf innerhalb jeder Rubrik chronologisch geordnet – von früher bis später.

Alles was zeitlich vor Eva’s Fragen – unsere Antworten geschehen ist, ist zu finden unter Vorfälle 2021.
Alles was zeitlich nach Eva’s Fragen – unsere Antworten geschehen ist, ist zu finden ab Artikel des SZ-Magazins.

Da Eva H. sich durch die Veröffentlichung ihres Artikel selbst preisgegeben hat, nehmen wir in allen aktuellen und zukünftigen Veröffentlichungen von einer Voll-Anonymisierung Abstand.
An dieser Stelle möchten wir darauf aufmerksam machen, wie arrogant man als Journalistin sein muss, wenn man selbst nicht öffentlich namentlich mit den eigenen Recherche-E-Mails in Verbindung gebracht werden möchte, während man ohne Skrupel noch so diffamierende Lügen über andere veröffentlicht.