Willkommen

Der Artikel im Süddeutsche Zeitung Magazin hat eine Vorgeschichte…


Liebe Leser,

während wir uns im Mai 2020 darum bemühten einen konstruktiven Umgang mit den diffamierenden Artikeln der Mainpost zu finden, erhielten wir Informationen darüber, dass Frau Eva H. von einer bekannten Zeitung ebenfalls einen Artikel über uns plane und bereits Gespräche führe.

In der Hoffnung auf eine ehrliche und ehrbare Journalistin zu treffen, schrieben wir ihr in voller Transparenz eine E-Mail mit allen verfügbaren Informationen und schilderten ihr unsere Situation: Gekränkte ehemalige Bewohner, denen wir ihre Schatten gespiegelt haben und die uns daraufhin für das Vorhandensein ihrer eigenen Schatten verantwortlich gemacht haben, haben Kontakt mit verschiedenen Journalisten und öffentliche Stellen aufgenommen, um uns über Diffamierungen zu zerstören oder wenigstens stark zu schaden.


Kleiner theoretischer Exkurs

Die offensichtlich vorhandene enorme destruktive Kraft der gespiegelten Schatten sieht man sehr deutlich an dem Willen und der Entschiedenheit uns das Leben nachhaltig schwer machen zu wollen, wenn nicht gar uns ganz zu zerstören. (Jeder kann sich ja mal fragen, welcher liebende Mensch versuchen würde andere zu diffamieren und zu zerstören, anstatt zu versuchen ihnen zu helfen, wenn man denkt, dass sie einen falschen Weg eingeschlagen haben!?)

Der im magischen Denken liegende Fehlschluss dahinter: wenn wir, die gespiegelt haben, weg sind, dann ist auch der Schatten, der gespiegelt wurde, weg. Das macht natürlich keinen Sinn, aber jemand, der nicht auch seine Abgründe zu sich nehmen will um dort zu heilen und ein ganzer Mensch zu werden, der macht die verrücktesten Dinge um diesen Teil, der zu einem gehört, aber nicht zu einem gehören darf, weg zu machen – was natürlich nicht geht, denn man kann sich selbst nicht weg machen. Man kann wegschauen, aber eben nicht wegmachen – was selten gut ausgeht.

C.G. Jung, der Begründer der analytischen Psychologie schreibt dazu in seinem Buch “Traumanalyse”:

“Indem du dir deinen Schatten nicht bewusst machst, erklärst du einen Teil deiner Persönlichkeit für nicht-existent. Dann geht der Schatten in das Reich des Nicht-Seienden ein, das anschwillt und enorme Ausmaße annimmt… Wenn du Eigenschaften, die du nicht magst, loswerden willst, indem du sie verleugnest, wirst du dir immer unbewusster darüber, was du bist, du erklärst dich selbst zunehmend für nicht-existent und deine Teufel werden fetter und fetter.”


Die Bitte keinen Artikel über uns zu veröffentlichen, da wir unsere Zeit lieber konstruktiver nutzen wollten, schlug sie uns ab, obwohl die unzähligen positiven Erfahrungsberichte schon damals klar machten, dass die Vorwürfe in der Mainpost nicht haltbar waren.

Im weiteren Verlauf haben wir dann von einer möglichen Zusammenarbeit Abstand genommen, da immer klarer wurde, dass Frau H. nicht an einem fairen und ehrbaren Journalismus interessiert war.

Der gesamte Mailverkehr dazu ist unter Vorgespräche 2020 nachzulesen. (Lesenswert für Menschen, die sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen möchten – viel Text.)


Fast genau ein Jahr später im Juni 2021 meldete sich Frau H. wieder bei uns und tat so, als sei nichts gewesen.

Wir hatten weiterhin kein Interesse an einer Zusammenarbeit und wiesen Frau H. darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen uns für haltlos erklärte und wir den E-Mailverkehr mit ihr nun veröffentlicht haben, damit die Menschen sich ein eigenes Bild der Vorgänge machen können.

Es folgten unangekündigte Besuche, der Versuch massiven psychischer Druck auf uns auszuüben, Drohungen und Journalistenteams, die mehrmals die Heimatstadt von Kai K. unsicher machten.

Alles Nachzulesen unter Vorfälle 2021. (Lesenswert für Menschen, die wissen wollen, wie dreist und übergriffig Journalisten sein können – nicht sehr viel Text.)


Am 24.11.2021 kam dann ein sehr umfangreicher vollkommen tendenziöser Fragenkatalog mit einer ein-wöchigen Deadline. Der darauf folgende Mailverlauf ist unter Eva’s Fragen – unsere Antworten einsehbar.

Herzstück ist unsere umfangreiche Antwort auf den Fragenkatalog:


30.11.2021 – 8:19 Uhr – Unsere Antwort auf die Fragen von der Journalistin Eva H.

Sehr geehrte Frau H.,

wie wir in unserer letzten Mail an Sie ja schon festgestellt haben, sind Sie weder an der Wahrheitsfindung noch an irgendetwas anderem Guten interessiert.

Ihre wirklichen Motive können Sie ja gerne mal in einem ehrlichen Dialog mit Ihrem Gewissen klären.

Offensichtlich ist auf jeden Fall, dass Sie mehr an Schlagzeilen als an Aufklärung interessiert sind, und die erhält man mit dem erlogenen Narrativ einer Drogen-Sex-Sekte mit einem diktatorischen Guru an der Spitze viel besser als mit der Wahrheit einer experimentellen, um das Wahre, Schöne und Gute bemühten Gemeinschaft Gleichgesinnter, die nach einer besseren Welt strebt und dabei durchaus ungewöhnliche Wege geht, die nicht jedem gefallen.

Daher haben wir uns entschieden, in aller Öffentlichkeit auf Ihre Fragen zu antworten, soweit wir können.

„Soweit wir können“ ist deswegen wichtig, da die Art, wie Ihre Fragen zustande gekommen sind, und die Prämissen, auf denen Ihre Fragen fußen, schon einer solchen unehrlichen und tendenziösen Motivation entspringen, dass wir diesen falschen Grundannahmen zustimmen würden und müssten, würden wir auf Ihre Fragen eins zu eins antworten. Sie fragen auch nie nach etwas Gutem.

Diese Art von Fragen kombiniert mit dem Druck eines drohenden diffamierenden Artikels, und das ist beim tendenziösen Journalismus leider eine gängige Technik, versucht, uns in eine Rechtfertigungsposition zu zwingen. Diesem psychologischen Druck standzuhalten, ist alles andere als leicht und für alle Menschen eine große Herausforderung – aber das wissen Sie natürlich, denn Sie arbeiten damit.

Unsere Schuld stände ja schon längst fest und wir müssten uns einfach nur beugen, damit die Strafe nicht so hart ausfällt. Das Versprechen: „Gestehen Sie Ihre Schuld und erklären Sie sich ausführlich, dann wird unser Artikel über Sie nicht ganz so zerstörerisch.“ Das haben Sie in ihrer Mail vom 27.06.2020 sogar schon angedroht: „Wenn Sie mir diese [Fragen] nicht persönlich beantworten wollen, dann bleibt Ihre Seite erzählerisch sehr “flach”, was ich schade finde und was natürlicherweise zu einem Ungleichgewicht führt, dass sich nur schwer ausgleichen lässt.“

Es gäbe ja über 70 öffentlich verfügbare ausführliche positive Erfahrungsberichte zu uns, die Sie für eine tiefere Auseinandersetzung hätten einbeziehen können. Außerdem hätten diverse ehemalige Bewohner, die gut mit uns sind, Bekannte und Kooperationspartner, mit Ihnen gesprochen – nur leider haben Sie niemanden von denen angefragt….

Es erscheint mir fast schon unnötig, ein weiteres Mal zu erwähnen, dass die Polizei und Staatsanwaltschaft uns ausführlich untersucht hat und zu folgendem Schluss kam: „Nach umfangreichen Ermittlungen, insbesondere Vernehmungen von ehemaligen und aktuellen Mitgliedern der Gemeinschaft, konnten Straftaten innerhalb der Gemeinschaft zum Nachteil anderer Gruppenmitglieder nicht festgestellt werden.”

Ohne Zweifel ist Ihnen auch bekannt, dass höchstwahrscheinlich alle(!) ehemaligen Bewohner mit denen Sie gesprochen haben, unsere Gemeinschaft verlassen mussten, also rausgeflogen sind. Sie sind nicht gegangen, weil sie nicht mehr bei uns sein wollten. Sie mussten gehen, weil sie mit ihren destruktiven Handlungen über lange Zeit nicht aufhören wollten.

Aber all das scheint Sie nicht zu interessieren, dann sonst würden Sie nicht durch die Heimatstadt von Herrn K. laufen und alte Freunde und Familie bis zu ihren Arbeitsstellen stalken, belästigen und unter Druck setzen. Sie hätten auch die Fragen in Ihrer Mail nicht so tendenziös formuliert und hätten auch mit Menschen gesprochen, die uns wohlgesonnen sind.

Zur besseren Veranschaulichung werden wir Ihrem Vorgehen, Frau H., noch weiter auf den Grund gehen, es ausleuchten und z.B. Ihre Art einfach mal auf Sie selbst anwenden:

Sie sind ja eng mit der Schwester unserer ehemaligen Bewohnerin Charlotte befreundet. Sie ahnen bestimmt schon, was wir aus Gesprächen über Sie nun hier schreiben könnten. Wir nennen mal die Stichpunkte Sex, Drogen, Männer, ehemalige beste Freundin. Wenn wir mit bestimmten Menschen aus Ihren Freundeskreisen jetzt gezielter reden würden, dann wären Sie bestimmt froh, das ein oder andere nie gemacht oder gesagt zu haben.

Nun sind wir aber zum Glück nicht daran interessiert, Sie in eine solche unmenschliche Situation zu bringen, daher belassen wir es mal hierbei und wenden uns wieder Ihren Fragen zu.

Ihre Fragen lassen sich grob in folgende Bereiche einteilen: Entscheidungsfreiheit, Drogen, Sex, Finanzen, Kinder und nicht eindeutig zuzuordnende Fragen.

Alle Fragen in jedem Bereich sind darauf ausgelegt, ein negatives Bild zu erzeugen, das in der Essenz unwahrer nicht sein könnte. Das wird erreicht, indem Sie einzelne wahre Fakten in einen unwahren Kontext setzen. Somit lassen sich Ihre Fragen nicht eindeutig beantworten, sondern müssen erst wieder getrennt werden in Kontext und wahrer Fakt.

Ich werde im Folgenden aus jedem Bereich eine oder mehrere Fragen beispielhaft herausgreifen, das negative Bild benennen und den wahren Fakt beantworten, sodass diese Fragetechnik offensichtlich und die Wahrheit sichtbar wird

(Für die Leser: Es kann jeder mal selbst überprüfen, was für ein Bild über uns in ihm entsteht, wenn er die Fragen von Frau H. liest, und dieses mit der eigenen Erfahrung oder den positiven Berichten über uns vergleicht.)

Grundsätzlich suggerieren alle Fragen, dass alle Menschen, die jemals bei uns gewohnt haben, unmündige, verantwortungslose Mitläufer ohne eigene Meinung sind, die nicht aus freien Stücken bei uns wohnen oder gewohnt haben und nicht aus freien Stücken hätten jederzeit gehen können. Sie seien irgendwie gezwungen oder manipuliert worden und hätten das alles freiwillig nie gemacht.

Wenn sich einige unserer ehemaligen Bewohner selbst so sehen wollen oder sich von Ihnen dazu machen lassen wollen, dann sei das ihnen überlassen.

Ich widerspreche dieser Sichtweise hier jedoch im Namen aller anderen (ehemaligen) Bewohner, die sich als verantwortlich handelnde Menschen begreifen und die bei uns nie etwas gegen ihren Willen getan haben oder gar mussten – außer die Gemeinschaft zu verlassen.

Bereich: Entscheidungsfreiheit
Ihre Frage: „Menschen berichten, auf Drängen des Leitungsteams, sich in körperliche Extremzuständen begeben zu haben. z.B. Baden in der Eistonne, Schlafentzug und stundenlanges Aushalten draußen bei Minusgraden auf Anweisung des Leitungskreises. Ist das richtig?“

Das Bild das in diesem Bereich ungefähr erzeugt werden soll, ist das einer Leitungsriege, die ihre Gefolgschaft gegen ihren Willen in unmenschliche und folterähnliche Situationen bringt, um sie zu brechen und zu schwächen. Menschen dürften bei uns keine freien Entscheidungen treffen.

Das genaue Gegenteil ist wahr. Teile der Gemeinschaft, allen voran das Leitungsteam, haben sich selbst diesen Situationen ausgesetzt und u.a. geübt, in körperlichen, sowie psycho-emotionalen Stresssituationen einen klaren Kopf zu behalten, um weiterhin ausgewogene Entscheidungen treffen zu können, egal, was passiert. Woanders nennt man das Resilienztraining, das sich die Anbieter mit gutem Geld bezahlen lassen.

Ihre Frage: „Mehrere Personen gaben an, Geschlechtskrankheiten sollen trotz starker Schmerzen der Betroffenen ignoriert und als persönliche Prüfung interpretiert worden sein, statt sie zu behandeln. Ist das richtig? Wenn ja, warum gingen Betroffene nicht früher ins Krankenhaus?“

Die Frage suggeriert, dass Menschen bei uns so krasse Geschlechtskrankheiten hatten, dass sie ins Krankenhaus gemusst hätten, was sie entweder gar nicht oder zu spät taten, weil sie nicht frei entscheiden dürften.

Die Möglichkeit, dass es bei uns nie Geschlechtskrankheiten gab, die mit so starken Schmerzen einhergingen, dass jemand ins Krankenhaus gemusst hätte, wird von vorneherein ausgeschlossen.

Die Wahrheit ist: Die paar wenigen Verdachtsfälle einer Geschlechtskrankheit, die uns bekannt sind, wurden ärztlich abgeklärt und ggf. behandelt, von krankenhausreifen Schmerzen war da jeder Betroffene aber weit entfernt.

Bereich: Kinder
Ihre Frage: „Eltern berichten, ihre Kinder teilweise nur bis zu zwei Stunden am Tag gesehen zu haben, während Bezugspersonen in der Kinderbetreuung ständig durchgewechselt worden sein sollen. Ist das zutreffend? Wenn ja, welches Ziel verfolgen Sie mit diesem Konzept?“

Das Bild, das mit diesen und ähnlichen Fragen erzeugt werden soll, ist dass wir uns sehr schlecht um unsere Kinder kümmern und Kinder von ihren Eltern entfremden, während Fremde auf sie aufpassen.

Auch hier ist das genaue Gegenteil wahr. Wir haben ein sehr umfassendes, von Pädagogen und Psychologen ausgearbeitetes und geleitetes Kinderbetreuungsprogramm, das sich sehr nah an den Bedürfnissen der Kinder und Eltern orientiert, um allen in allen Situationen die optimale Unterstützung zukommen zu lassen. Ein Mitarbeiter des Jugendamts war begeistert von unserem Konzept. Die Betreuung ist dabei z.B. so engmaschig, familiär und nah, dass das Kind keinen Abbruch in seiner Routine erfährt, selbst wenn die Eltern mal für einen Tag unterwegs sein sollten. Leider haben einige Eltern das ausgenutzt und zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbracht. Diesen haben wir als Bedingung für eine weitere Betreuung auferlegt, dass sie mindestens zwei Stunden Zeit pro Tag mit ihren Kindern verbringen müssen.

Ihre Frage: „Ist es richtig, dass Sie auch Kindern “Arschlochanteile” zuordnen, die es zu bekämpfen gilt?“

Nein, das ist natürlich nicht richtig. Kein liebender Mensch wird irgendwelche Teile in Kindern bekämpfen. Er wird die Kinder und alle ihre Teile lieben. So machen wir das zumindest.

Bereich: Drogen
Ihre Fragen: „Wie stellen Sie sicher, dass sich Personen in einer Gruppendynamik oder unter Drogeneinfluss nicht Dingen aussetzen, die sie gar nicht möchten?
Gesprächspartner*innen schildern, dass Drogentrips teilweise über 24 Stunden andauerten, es Menschen aber untersagt gewesen sein soll, sich zurückzuziehen und sie teils physisch wieder in den Gruppenraum gezwungen worden sein sollen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
Menschen berichten, dass sie über den Konsum von LSD, Koks und MDMA nicht selbst entscheiden durften, sondern eine andere Person die Dosen zubereitet habe. Wie bewerten Sie diese Schilderung?“

Das Bild, das hier erzeugt werden soll, ist wieder das von unmündigen Erwachsenen, die in einem großen Drogenrausch überhaupt gar keine Verantwortung mehr für ihre Handlungen übernehmen können, während dieser Zustand sträflich ausgenutzt wird. Auch hier geben die Fragen schon die Situationsbeschreibung derart vor, dass diese gar nicht mehr zu hinterfragen ist. Die Möglichkeit, dass es auch anders sein könnte, stellt die Frageformulierung gar nicht mehr zu Verfügung.

Die Wahrheit ist: Welcher Mensch, der einigermaßen bei Verstand ist, würde in eine Gemeinschaft in der das praktiziert wird, einziehen oder gar wohnen bleiben wollen? Das wäre ja nicht nur menschlich untragbar, sondern schlicht kriminell. Daher fordern wir jeden auf, der das bei uns erlebt haben soll, uns und sich selber anzuzeigen!

Bereich: Finanzen
Ihre Fragen: „Des weiteren schilderten mindestens zwei Personen, dass Gruppenmitglieder nur 1000 Euro Eigenkapital auf dem Konto hätten haben dürfen, sollten sie die Gruppe verlassen. Ist das zutreffend?
Mindestens acht Personen geben uns gegenüber an, dass Gruppenmitglieder ihre Kontoauszüge zur vollen Transparenz an die Finanzgruppe unter der Leitung von Felix Krolle, hätten schicken müssen. Ist das zutreffend?
Ist es zutreffend, dass Herr K. vom Geld der Gruppe ein neues E-Bike erstanden hat?“

Das Bild, das durch diese und weitere Finanzfragen erzeugt werden soll, ist, dass wir eine komplette Kontrolle über die Finanzen unserer Bewohner ausüben und uns unrechtmäßig an ihnen bereichern würden. Wobei die Frage mit dem E-Bike schon sehr albern anmutet…

Die Wahrheit: Jeder, der hier einzieht, weiß vorher sehr genau, wie wir leben und z.B. das Finanzielle regeln, und erklärt sich explizit damit einverstanden. Sich im Nachhinein über eine Abmachung zu beschweren, die man im vollen Bewusstsein vor dem Einzug eingegangen ist und während des Lebens hier nicht noch einmal angesprochen hat, kann wohl nur einem zutiefst gekränkten Menschen passieren.

Um aber auch hier alle Bilder aufzuräumen, schildere ich gerne kurz die Abmachung, die jeder Bewohner mit der Gemeinschaft hat: Wir haben eine zeitlich und inhaltlich gestaffelte virtuelle Gemeinschaftskasse. Jeder, der zu uns zieht, wird im Laufe der Zeit immer mehr Teil der Gemeinschaftskasse mit zunehmenden Rechten und Pflichten. In der Probezeit zahlt der neue Bewohner monatlich 700€ und ist damit Teil der sog. Alltagsgemeinschaftskasse. Miete, Ernährung, Nutzung des ganzen Geländes und der Autos sind damit abgedeckt. Nach der Probezeit geht das vorhandene Vermögen oder die vorhandenen Schulden im Halb-Jahres-Takt in das Eigentum der Gemeinschaft über, und immer mehr Ausgaben des Bewohners werden aus der Gemeinschaftskasse gezahlt. Zieht jemand aus, nimmt er das verbleibende Vermögen und die verbleibenden Schulden wieder mit. Er bekommt jedoch in jedem Fall 800 – 1.000 € für den Neustart ausgezahlt, selbst wenn er ohne Geld oder mit Schulden bei uns reingekommen ist. Da unsere Gemeinschaftskasse rein virtuell ist, behält jeder grundsätzlich das Gemeinschaftsgeld bei sich auf dem Konto und bezahlt damit Rechnungen für die Gemeinschaft. Die Kontoauszüge dienten uns dabei, den Überblick über unser Gemeinschaftsvermögen zu behalten. Da wir keine Verträge benutzen, beruht unsere Gemeinschaftskasse vollständig auf Vertrauen. Jeder, der auszog, hätte das Gemeinschaftsgeld auf seinem Konto behalten können, und wir hätten keine Handhabe gehabt. Einige haben dies auch gemacht und die Gemeinschaft um viele tausend Euro betrogen. Sie kennen diese Personen wahrscheinlich aus Ihren Interviews, Frau H..

Also ja, Herr K.s E-Bike wurde vom „Geld der Gruppe“ bezahlt, genauso wie die anderen E-Bikes, viele Unterhosen, Computer und Autos anderer Bewohner ebenso, da Herr K. genauso Teil der Gemeinschaftskasse ist wie jeder andere auch.

Bereich: Sex
Ihre Fragen: „Die Mehrzahl der Frauen, mit denen wir sprachen, sollen sadistischen Sexualpraktiken wie starker Penetration durch Sexspielzeuge, die zu Verletzungen im Intimbereich geführt haben sollen, unterzogen worden sein, hauptsächlich ausgeführt durch Herrn K.. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
Diese Sexualpraktiken sollen als “Heilungskontexte” betitelt worden sein, wenn sich Frauen verwehrten, so sei dies auf ihre negativen “Anteile” zurückgeführt worden sein. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?“

Die Fragen vor allem aus dem Bereich Sex leben von maximal unkonkreten Beschreibungen, Triggerworten und unmündigen Erwachsenen und zielen hauptsächlich darauf ab, beim Leser Unbehagen und Vorurteile auszulösen.

Obwohl ganz klar alle Fragen mit „Nein, stimmt nicht!“ oder „Nein, stimmt so nicht!“ zu beantworten sind, bleibt beim Leser trotzdem ein unangenehmes Gefühl hängen, und das ist ja, das worum es Ihnen geht. Wären Sie an Wahrheit und wirklicher Aufklärung interessiert, würden Sie ebenso nach den unzähligen wunderschönen Erfahrungen und positiven Entwicklungen fragen, die Menschen hier nicht nur auf sexueller Ebene miteinander gemacht haben. Sie würden dann z.B. fragen, wie es möglich ist, dass einige Menschen, die in tiefen Vertrauensräumen mit uns waren und mit uns das Leben gefeiert haben und Befreiung auf vielen Ebenen erlebt haben, wie es möglich ist, dass diese im Nachhinein lügen und Ereignisse so verdrehen, dass sie keine Verantwortung mehr haben und die anderen die Bösen sind. Dazu gibt es viel Literatur, man kann es grob als „Projektionen“ zusammenfassen. Würden Sie solche Fragen stellen und nach ehrlichen Antworten suchen, könnten wir in der Tat mit einem ausgewogenen Artikel rechnen. Da sie jedoch überall ausschließlich Destruktivität und Böses als Grundprämisse setzen, müssen Sie alle positiven Erfahrungen (siehe z.B. die über 70 Erfahrungsberichte) ausklammern, denn sonst macht ihr Narrativ keinen Sinn mehr.

Bereich: nicht eindeutig zuordbare Fragen
Ihre Frage: „Zwei ehemalige Mitglieder geben an, dass ein anderes Mitglied der Gemeinschaft, [Name aus Datenschutzgründen entfernt], sich vor der Gruppe im Frühjahr 2020 als pädophil geoutet haben soll, entsprechende pornografische Videos besessen haben soll und sich in mindestens einem Fall gegenüber einem der im Kloster lebenden Kinder übergriffig verhalten haben soll. Daraufhin sei er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden. Hat sich dieser Sachverhalt so zugetragen? Falls ja, wie haben Sie diesen Vorfall aufgearbeitet? Befindet sich [Name entfernt] weiterhin im Umfeld des Klosters und ist dort vor Ort?“

Das Bild, das Sie durch diese Frage erzeugen, ist das eines schwerstkranken Pädophilen, der sich an kleinen Kindern vergeht.

Die Wahrheit ist, dass ein ehemaliger Bewohner so tief im Vertrauen mit uns war, dass er der ganzen Gemeinschaft von seinen tiefsten Abgründen erzählt hat mit der Intention diese Abgründe aufzuräumen, zu heilen und sie mit allen Konsequenzen, die dazu gehören, wieder gut zu machen.

Es war sofort allen, auch ihm selbst, klar, dass wir damit zur Polizei gehen mussten. So habe ich, Felix Krolle, ihn unmittelbar selbst zur Polizei für seine Selbstanzeige begleitet. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, werde ich keine weiteren Aussagen dazu machen.

Ich würde jedoch behaupten, dass wir uns hier als Gemeinschaft vorbildlich verhalten haben.

Ihre Frage: „Einzelne Ex-Mitbewohner*innen geben an, nach ihrem Auszug im Jahr 2020 auf sie bedrohlich wirkende Anrufe u.a. durch Herrn Krolle sowie diffamierende Nachrichten via Facebook von einem anonymen Konto erhalten zu haben. Außerdem soll versucht worden sein, über einen Anwalt die Namen der am Ermittlungsverfahren mit Aussagen Beteiligten herauszufinden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?“

„Sektenführer bedroht Aussteiger“ oder so ähnlich könnte Ihre Schlagzeile heißen, wenn das stimmen würde, was Sie da schreiben.

Aber wieso und womit sollte ich denn jemanden drohen, den wir wegen Lügen und Manipulation aus der Gemeinschaft ausgeschlossen haben? Wir könnten in der Tat viele unangenehme Wahrheiten über jeden ehemaligen Bewohner veröffentlichen, aber warum sollten wir das tun? Wir sind, anders als Ihre Interviewpartner, nicht an Diffamierung interessiert. Alle, die wollten haben der MainPost oder der Polizei doch eh schon die intimsten Details über unser Leben erzählt.

Als Beschuldigte liegen uns selbstverständlich die Ermittlungsakten vollständig vor, sodass wir genau wissen, wer welche Aussage bei der Polizei getätigt hat und – für uns wenig überraschend – hat niemand bei uns etwas erlebt, was strafrechtlich relevant gewesen wäre.

Also wieso sollten wir jemanden persönlich oder anonym bedrohen? Das macht wahrlich keinen Sinn.

Damit habe ich Ihnen nun, soweit ich kann, Ihre Fragen beantwortet. Wir erwarten nicht, dass Sie auf Grund der Wahrheit Ihren Artikel nochmal ändern werden.

Aber so hat jeder kritische Leser wenigstens die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Mit freundlichen Grüßen,
Felix Krolle


Wie zu erwarten war, hat unsere Antwort nichts an dem Narrativ des Artikels verändert, der am 09.12.2021 unter dem Titel “Die Schattenfänger” im SZ-Magazin erschien. Die Wahrheit wird dort einmal auf den Kopf gestellt.

Über 70, teilweise sehr ausführliche Erfahrungsberichte, die ein gänzlich anderes Bild unserer Gemeinschaft zeichnen, sind zu finden hier, hier und hier.

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