Weltanschauung


23.06.2020 - 22:38 von Go&Change an Weltanschauungsbeauftragte


Sehr geehrter Herr Pöhlmann, sehr geehrter Herr Lohmayer,

nach Ihrem Interview in der Main-Post vom 09.06.2020 über uns und andere Gemeinschaften haben wir den letzten Glauben darin verloren, dass Sie an dieser Stelle christliche Werte vertreten.

„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ in der Interpretation der EKD: „Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren“

Wie Sie inzwischen wahrscheinlich schon mitbekommen haben, sind uns grundlegende Werte des respekt- und würdevollen Miteinanders überaus wichtig und so tut es uns weh zu sehen, wie Sie mit diesen umgehen.

Das Verhalten, welches Sie beide an den Tag legen ist jedoch nicht nur Ihnen anzulasten, denn es scheint eine Tradition unter Weltanschauungsbeauftragten (früher Sektenbeauftragten) zu sein, den Weg über öffentliche Diffamierungen zu gehen, um unliebsame Gruppen anzugreifen. Es ist also auch ein systemisches Problem.

Wir wollen gerne, dass dies in Zukunft nicht mehr passiert und stattdessen Dialog, Kooperation, Konstruktivität, Liebe, Glück, Frieden, Diversität, Toleranz und Akzeptanz die treibenden Werte der Interaktion von Kirche und Umwelt werden.

Wir haben ein großes Interesse daran, dass menschliche, also auch christliche Werte wieder zu den Grundpfeilern des Miteinanders werden. Vor allem innerhalb der Kirche, die beispielhaft im Vorleben dieser Werte sein sollte!

Denn erst dann ist es möglich, dass Sie tatsächlich Ihrem Auftrag gerecht werden und vor real gefährlichen Gruppen sozialverträglich warnen und nicht vor Gruppen, die einfach nur nicht in Ihr Weltbild passen.

Wir geben Ihnen hiermit ein weiteres Mal Gelegenheit zu einem konstruktiven Dialog und wünschen uns, dass Sie Ihre Kollegen und Vorgesetzten gleichermaßen über die Vorgänge informieren und nach gemeinsamen Lösungen mit uns suchen!

Herzliche Grüße,
Felix Krolle

09.06.2020 - 17:32 Artikel in der Mainpost: 'Go&Change': Von Schwurmenschen, Hierarchien und Selbsttherapie

In Lülsfeld (Lkr. Schweinfurt) ließ sich 2017 die Gemeinschaft “Go&Change” nieder. Wie beurteilen Weltanschauungsbeauftragte das Projekt – und wie Gemeinschaften generell?
[zum Artikel]

03.06.2020 - 00:00 von Go&Change an Weltanschauungsbeauftragte und Mainpost

Sehr geehrter Herr Pöhlmann, sehr geehrter Herr Lohmayer,

ich kann aus Ihrer Stellungnahme beim besten Willen nicht herauslesen, wie die Beteiligung oder sogar Initiierung (wie es am Ende des Artikels steht) an einem solch tendenziösen und desaströsen Artikel, Teil Ihrer Weltanschauungsbeauftragung sein soll.

Sie haben nicht mit uns, nicht mit unseren Nachbarn, nicht mit den Erlöserschwestern (ihren christlichen Weggefährtinnen(!)) oder irgendjemand anderem geredet, dem wir uns verbunden fühlen.

Wenn Sie es schon nicht als ihren Auftrag verstehen in Dialog zu treten und sich die Arbeit zu machen unterschiedliche Sichtweisen miteinander in Kontakt zu bringen und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, so hoffe ich zumindest zutiefst, dass Sie sich nicht nur ihren Klienten, sondern als Christen(!), allen Menschen verpflichtet fühlen – Sie also berücksichtigen, welche Wirkung Ihre Handlungen auf die bei uns lebenden und uns nah stehenden Menschen haben.

Und selbst angenommen, Sie hätten mit Ihren Vorwürfen Recht, welche moralischen oder christlichen Werte würden Ihnen erlauben diesen Weg über die Presse einzuschlagen, der definitiv nur Verlierer hervorbringen kann? Hätten Sie nicht gerade bei der von Ihnen dargestellten Gefahr SOFORT mit all unseren Bewohnern und unserem Umfeld Kontakt aufnehmen müssen, um sich zu versichern, dass alles in Ordnung oder auch nicht ist?

Für uns ist ihr Vorgehen vollkommen unverständlich und mit allen uns bekannten Werten nicht vereinbar.

Bitte beantworten Sie mir folgende Frage: Welches Ergebnis erhofften Sie sich durch diesen Artikel, das Sie nicht unter Vermeidung von Kollateralschäden durch Dialog erreicht hätten?

Auf unsere Gesprächsangebote sind Sie bis heute nicht eingegangen, sind also nach wie vor nicht an Dialog interessiert.

Zu guter Letzt fragen wir uns noch, wie es möglich ist, dass Ihre genannte Vertraulichkeit das Gespräch mit uns, aber nicht mit der Presse verhindert?

Daher sind wir gerade dabei all diese Vorgänge weiter transparent öffentlich allen Interessierten zugänglich zu machen, in der Hoffnung, dass dies anderen friedlichen Gemeinschaften in Zukunft nicht mehr passieren wird.

Sie finden alle Informationen unter www.alle-seiten.org

Wir sind nach wie vor an gemeinsamen konstruktiven Lösungen interessiert!

Dieses Schreiben geht gleichzeitig an die Mainpost.

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


02.06.2020 - 11:26 von den Weltanschauungsbeauftragten an Go&Change

„Es gehört zur in der weltanschaulichen Beratungsarbeit gebotenen Sorgfaltspflicht, die sich bietenden Gelegenheiten zur Information über Gruppen und Gemeinschaften wahrzunehmen und deren Selbstverständnis, ihr Konzept, ihre Weltanschauung auch im persönlichen Austausch kennenzulernen. Diesem Ziel diente unser Besuch vor Ort am 26. März 2019. Dabei wurden Kritikpunkte benannt und es gab u.a. kritische Nachfragen zur Gruppenstruktur und zum pädagogischen Konzept. Wir Weltanschauungsbeauftragte sind unseren Klienten verpflichtet, das heißt, ihnen zuzuhören und Hilfestellung zu geben. Unser Auftrag ist es nicht, „gemeinsame Lösungen zu finden“ oder zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln. Den Menschen gegenüber, die sich an uns wenden und von ihren Konflikten z.B. mit Go&Change erzählen, sind wir zu absoluter Vertraulichkeit verpflichtet. Deren Schilderungen und die Häufigkeit solcher Berichte sind wichtige Indikatoren für die Konfliktträchtigkeit der jeweiligen Gruppe.“

01.06.2020 Weltanschauungsbeauftragte geben im Artikel der Mainpost selbe Stellungnahme wie in E-Mail an Go&Change vom 02.06.2020


27.05.2020 - 02:41 von Go&Change an Weltanschauungsbeauftragte

Sehr geehrter Herr Lohmayer, sehr geehrter Herr Pöhlmann,

wir sind erschrocken über Ihre Aussagen in der Mainpost über uns. Sind wir bei dem VON UNS initiierten Gespräch nicht gut auseinander gegangen mit der Bitte, dass Sie sich bei uns melden, wenn es noch etwas zu klären gibt?!

Der Artikel ist schwer tendenziös und die gegen uns vorgetragenen Vorwürfe sind absurd. Unsere erste öffentliche Stellungnahme ist zu finden unter: https://goandchange.de/aktuelles/

Wir gehen davon aus, dass Sie den Artikel nicht vor der Veröffentlichung gelesen haben und fragen uns, ob Sie hinter der Veröffentlichung stehen. Wenn nicht, bitten wir Sie um eine entsprechende Gegendarstellung.

Wir sind in alle Richtungen transparent und stehen im Kontakt mit allen Akteuren (der Mainpost, der Gemeinde Lülsfeld,den Erlöserschwestern, dem Jugendamt, unseren ehemaligen Bewohnern sowie Sebastian Stark und Ralf B.) und informieren alle Genannten über alle Schritte, die wir gegangen sind und gehen werden:

‐ Wir tragen gerade alle Informationen zusammen, die für eine Aufklärung der Vorwürfe relevant sind
‐ In unserer Stellungnahme haben wir nach Erlebnisberichten unserer Gäste gefragt. Diesem Aufruf kommen immer mehr Menschen nach und wir erhalten berührende Berichte und Zusprüche
‐ Wir haben eine E‐Mail an alle ehemaligen Bewohner mit der Bitte ihre Erfahrungen der Mainpost vorzutragen, geschickt(die Autoren des Mainpost Arikels im CC). Sie finden die E‐Mail im Wortlaut weiter unten. Auch hier melden sich immer mehr unserer ehemaligen Bewohner mit empörten E‐Mails über den Artikel und die guten Erfahrungen bei uns.
‐ Wir lassen durch einen Anwalt mögliche rechtliche Schritte prüfen
‐ Wir stehen im Kontakt mit anderen Medien
‐ Wir werden allen Akteuren zu gegebener Zeit unsere Gegendarstellung inkl. aller Berichte unserer ehemaligen und aktuellen Bewohner, unserer Gäste und Freunde zukommen lassen, mit der Einladung zu einem gemeinsamen Gespräch, bei dem wir alles durchgehen, besprechen und Lösungen erarbeiten können.

Wir hoffen dabei einen konstruktiven Weg für uns alle zu finden.

Herzliche Grüße,
Felix Krolle

E‐Mail an unsere ehemaligen Bewohner:

Liebe ehemalige Mitbewohner,

wahrscheinlich haben inzwischen alle von euch mitbekommen, dass ein Artikel mit starken Anschuldigungen gegen uns bei der Mainpost veröffentlich worden ist. Für alle, die ihn noch nicht kennen, ihr findet ihn unter https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/psychodruck‐und‐sexualisierte‐gewalt‐in‐ehemaligem‐kloster;art769,10449309

Auf unserer Homepage und auf Facebook findet ihr unsere erste öffentliche Stellungnahme dazu: https://goandchange.de/aktuelles/

Die Hauptpersonen um die es sich im Artikel handelt sind anonyme ehemalige Mitbewohner, also einige von euch, sowie Sebastian Stark und Ralf B..

Jeder von euch weiß, dass wir IMMER für eine Klärung mit allen ehemaligen Bewohnern und Freunden gegangen sind und euch allen viele Klärungs‐ und Gesprächsangebote, auch mit Hilfe von Mediatoren o.ä., gemacht haben.

Wir begegnen auch dieser Situation mit Transparenz und Liebe und arbeiten an einer konstruktiven Lösung.

Jetzt sollten wir uns zusammen hinter unseren gemeinsamen Liebesimpuls der letzten Jahre stellen.

Daher bitten wir euch alle bei der Redaktion der Mainpost anzurufen, oder eine E‐Mail (gerne uns ins CC nehmen) zuschreiben und eure Version der Geschichte zu erzählen. Genauso, wie im jetzigen Artikel, dürft auch ihr auf eure Anonymität bestehen. Wobei jede namentliche Stellungnahme der Wahrheitsfindung mehr dient. Ihr müsst für uns nichts bestätigen
oder verneinen, sondern nur von euren erlebten Räumen und Zeiten erzählen.

Wir stehen nach wie vor hinter allen Eltern, die ihre Kinder hier verloren haben.

Selbstverständlich werden wir all unsere Vertrauensräume und Aufarbeitungen privat halten.

Die Autoren des Artikels in der Mainpost:
Benjamin Stahl
E‐Mail: x

Christine Jeske
E‐Mail: x

Telefonnummer der Mainpost: 0931/6001‐0

Danke und alles Liebe,
Go&Change

22.05.2020 Zitate von den Weltanschauungsbeauftragten aus dem Artikel der Mainpost

Die Weltanschauungsbeauftragten der Diözese Würzburg betrachten uns als “Psychogruppe mit hohem Konfliktpotential”.

Lohmayer sieht uns als eine von vielen “sozial-utopischen Lebensgemeinschaften”.

Sein Eindruck bei seinem Besuch bei uns: “Alle waren freundliche und höflich.”

Ohne “anerkannte psychotherapeutische Qualifikation” würden bei uns “methodische Instrumente” aus der Psychologie wie zum Beispiel “Integrale Strukturaufstellungen mit Tiefenanalyse” genutzt werden.

Immer wieder ginge es in Beratungsgesprächen mit Aussteigern und Angehörigen um “Gruppendynamische Prozesse, Leitungs- und Machtstrukturen, Sozialkontrolle, totales Engagement, Trennung von bisherigen sozialen Umfeld”.

Lohmayer erklärt: “Je mehr ich von einer Person weiß – gerade auch in sexueller und partnerschaftlicher Hinsicht – umso mehr Macht gewinne ich über sie, desto steuerbarer wird sie und desto verletzlicher wird sie letztendlich.”

*Wir würden gerne die originalen Zitate aus der Mainpost einfügen, müssen die Stellen aber aus gesetzlichen Gründen vorerst sinngemäß wiedergeben, bis die MainPost einer Veröffentlichung zustimmt.