Email-Verkehr mit einer Journalistin und weitere Begegnungen


Wir haben den Verlauf chronologisch geordnet. Hier kommt ihr zum aktuellsten Beitrag.

Hinweis: Da die Journalistin hier mit einer Namensnennung nicht einverstanden war, haben wir alle identifizierenden Namen und Umstände im Text unkenntlich gemacht. Man erkennt diese Stellen i.d.R. daran, dass sie kursiv geschrieben sind.


31.05.2020 - 20:05 von Go&Change an Journalistin


Hallo Frau Journalistin,

wahrscheinlich haben Sie den Artikel in der MainPost über uns vom 22.05.2020 gelesen. Vielleicht sogar auch den kurzen Nachfolgeartikel vom 25.05.2020 und die Leserbriefe vom 30.05.2020 (im Anhang).

Von verschiedenen Seiten wurde uns zugetragen, dass Sie ebenso einen Artikel über uns planen.

Da Sie bisher noch nicht direkt mit mir oder einem anderen aktuellen Bewohner Kontakt aufgenommen haben, gehe ich davon aus, dass Sie als investigative Journalistin Missstände in unserer Gemeinschaft aufdecken wollten, wie dies die MainPost tat. Diese hat nämlich auch nicht mit uns geredet und uns erst kurz vor Veröffentlichung des Artikels mit absurden Vorwürfen in Form von suggestiven Fragen konfrontiert.

Wir gehen also davon aus, dass Sie bisher höchstwahrscheinlich mit genau denselben 5-10 ehemaligen Bewohnern gesprochen haben, wie die MainPost und ein einseitig verzerrtes schlechtes Bild von uns haben.

Im Vorschussvertrauen, dass Sie mehr an der Wahrheit und fairem Miteinander, als an einem reißerischen Artikel interessiert sind, wenden wir uns nun pro-aktiv in voller Transparenz an Sie.

Vielleicht haben Sie auch schon unsere öffentliche Stellungnahme zu dem Artikel gelesen, wenn nicht, hier ist sie zu finden: https://goandchange.de/aktuelles/

Grundsätzlich waren wir bisher und sind nachwievor in keinster Weise an Öffentlichkeit interessiert und bitten Sie von einem Artikel über uns abzusehen.

Unsere Arbeit an einer friedlicheren Welt, unser konstruktives Miteinander basiert auf echten, tiefen, durch unzählige in Handlung ausgedrückte Akte von Kooperation.

Dies erfordert viel Zeit, Arbeit, Ressourcen, Mühe und Liebe. Wir meinen es wirklich ernst, ein Miteinander, das an Werten, wie Mitgefühl, Liebe, Konstruktivität usw. ausgerichtet ist, mit allen zu praktizieren mit denen wir im Kontakt sind.

Das hat natürlich die schönsten Auswirkungen, wenn wir dies mit Menschen praktizieren, die ebenfalls an nachhaltigen gesunden Beziehungen interessiert sind, so wie unsere aktuellen Bewohner, viele unserer ehemaligen Bewohner, die Gemeinde Lülsfeld, die Erlöserschwestern, die lokalen Behörden, andere Gemeinschaften, unsere langjährigen Gäste usw. usf.

Zusätzlich haben wir in den letzten Jahren immer wieder versucht alle Konflikte mit den ehemaligen Bewohnern zu klären, die im Unguten gegangen sind. Wir haben sie immer wieder zu uns eingeladen, haben Gesprächsangebote, auch an neutralen Orten mit Mediator usw. gemacht. Es gab wenig Resonanz und keine Gegenvorschläge.

Dies wird verständlich, wenn man berücksichtigt, dass diese Personen uns nichts vorzuwerfen haben, was juristisch, menschlich oder moralisch fragwürdig ist.

Natürlich haben alle Beteiligten Fehler gemacht, jedoch ist das hier ein Ort an dem jeder explizit eingeladen ist, sich auszuprobieren und dabei werden nunmal Fehler gemacht. Diese dann zu sich zu nehmen, daraus zu lernen und in Zukunft konstruktivere Handlungsalternativen zu wählen, ist das, was man Entwicklung nennen könnte – unser täglich Brot. Wenn ich liebevoller werden will, muss ich auch dahin schauen, wo ich dies noch nicht bin. An allen anderen Stellen bin ich ja schon liebevoll oder zumindest neutral.

Obwohl wir dies explizit seit der Gründung von Go&Change so praktiziert haben und jeder, der bei uns mitmachen will, dem explizit zustimmen muss, haben einige nicht gut darauf reagiert, zu sehen, wo sie noch nicht liebevoll handeln. Diese fangen dann an ihre eigenen Schatten zu projizieren und die Realität so zu verdrehen, dass sie diese Stelle, wo sie selbst noch unaufgeräumt sind, nicht annehmen zu müssen. Einige sind sogar bereit so weit zu gehen uns zerstören zu wollen, nur um diesen Teil in sich selbst nicht annehmen zu müssen. Wobei sie in dem Akt des zerstören-wollens ja genau diesen Teil ausdrücken, der nicht an Miteinander, sondern an Zerstörung interessiert ist, also noch nicht liebevoll ist.

Das haben übrigens die meisten relevanten Gemeinschaften in Deutschland und Europa die letzten Jahrzehnte erleben müssen und haben stark unter einer andauernden Diffamierungskampagne gelitten, die meist von gekränkten Menschen initiiert, einer sensationshungrigen Presse angeheizt und von Menschen, die alternative Lebensentwürfe nicht verstehen, am Leben gehalten wurde.

Bei diesem Spiel wollen wir nicht mitspielen, denn dabei kann es nur Verlierer geben und stellen uns mit unserer größten Wahrhaftigkeit hin. Dafür haben wir uns mit höchster Transparenz an alle Beteiligten (unsere ehemaligen Bewohner, die Gemeinde Lülsfeld, die Erlöserschwestern, das Jugendamt, die Weltanschauungsbeauftragten, die lokale Polizei und nun auch Sie) gewendet. Das Vertrauen in die Mainpost haben wir vor allem nach der Veröffentlichung der negativen Leserbriefe vollends verloren, denn es lagen der Mainpost knapp zwei Dutzend positive Leserbriefe vor, von denen allein wir wissen.

Zudem wählten sie für die Überschrift der Leserbriefe: “Mangelnde Transparenz gibt Anlass zur Sorge”. Vollkommen unverständlich, wenn man bedenkt, dass wir explizit für alle sichtbar transparent mit allen waren und sind. Hier kann nur von Vorsätzlichkeit ausgegangen werden. Interessant sind auch die Personen, die die veröffentlichten Leserbriefe geschrieben haben, aber das überlasse ich gerne Ihrer eigenen Recherche und Kombinationsgabe.

Doch auch hier sind wir nicht daran interessiert irgendjemanden öffentlich anzukreiden. Wir möchten die ganze Geschichte beenden, ohne dass jemand in der Öffentlichkeit sein Gesicht verlieren muss. Das halten wir für das liebevollste. Dazu sind wir sogar bereit den Artikel in der Mainpost so stehen zu lassen, da wir mit allen relevanten Beteiligten sowieso im Kontakt stehen und sie sich ihr eigenes Bild machen können.

Im Anhang finden Sie alle relevanten E-Mails die wir im Zusammenhang mit dem Artikel geschrieben und erhalten haben. Unsere Korrespondenz mit der Gemeinde Lülsfeld und den Erlöserschwestern lassen wir absichtlich weg, da diese durch den Artikel schon genug Anfeindungen ertragen müssen. Die relevanten Aussagen der Gemeinde stehen in den Artikeln und die Erlöserschwester haben, entgegen der Aussage im Artikel, bis heute keine Anfrage der Presse erhalten.

Auch haben sich nie ehemalige Bewohner an die Gemeinde oder die Schwestern gewandt. Die Presse war ebensowenig bei unseren direkten Nachbarn und hat sie befragt.

Nun haben Sie alle uns zur Verfügung stehenden Informationen um sich selbst ein Bild zu machen. Wir bitten Sie keinen der genannten Vorgänge öffentlich zu machen, da wir zutiefst glauben, dass das aktuell nur schlecht für alle Beteiligten ausgehen kann.

Sie dürfen sich natürlich gerne und ausdrücklich mit allen genannten anderen Parteien in Verbindung setzen!

Sollten Sie persönlich noch Unklarheiten oder Fragen haben, laden wir sie hiermit herzlich ein uns privat für ein paar Stunden, oder auch gerne ein paar Tage besuchen zu kommen und sich ein eigenes Bild zu machen. Auch hier würden wir sie explizit bitten dies als Privatmensch und nicht als Journalistin zu tun.

Wären wir intern nicht so transparent und um ein gutes Miteinander sowohl nach innen, wie nach außen bemüht, hätte uns so ein Artikel unabhängig von seinem Wahrheitsgehalt zerstören oder zumindest zermürben können, wie es schon so vielen vor uns ergangen ist.

Hoffen wir einfach, dass niemand von der ganzen Geschichte ernsthaft geschädigt wird.

Ich freue mich von Ihnen zu hören!

Herzliche Grüße,
Felix Krolle

P.S.: für die Transparenz stehen im BCC alle Verfasser der Zuschriften an uns, die Sie im Anhang finden
(Anmerkung: Diese könnt Ihr in der Kategorie Mainpost nachlesen.)


02.06.2020 - 10:23 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

vielen Dank für die ausführliche Mail. Wann erreiche ich Sie denn telefonisch gut? Dann würde ich kurz auf die von Ihnen angesprochenen Punkte eingehen und wir können alles weitere unverbindlich besprechen.

Viele Grüsse,
Journalistin


03.06.2020 - 00:03 von Felix Krolle an Journalistin


Liebe Frau Journalistin,

wenn Sie mir schriftlich versichern, keinen Artikel oder ähnliches zu veröffentlichen, bis ein schriftliches Einverständnis zur Verwendung von Informationen aus unseren E-Mails und Gesprächen, von unserer Seite vorliegt, bin ich gerne bereit mit Ihnen zu telefonieren.

Sie finden alle Informationen auch unter www.alle-seiten.org

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


03.06.2020 - 08:54 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

wir können unverbindlich telefonieren, als Hintergrundgespräch. So werden im Journalismus Gespräche genannt, die zwar Informationen liefern, allerdings nicht zitiert werden und rein der Erkenntnisgewinnung der Journalistin dienen. Im Zuge dessen kann ich gerne auf Ihre erste Mail eingehen und mein Anliegen näher erläutern.

Viele Grüße,
Journalistin


03.06.2020 – E-Mail Verkehr mit Terminabsprache für Telefonat


06.06.2020 - 15:51 von Go&Change an Journalistin


Liebe Frau Journalistin,

ich habe unser Gespräch nochmal reflektiert und erstmal vielen Dank für die Offenheit!

Zwei Dinge nochmal:

  1. Sie sind sehr herzlich eingeladen uns, sobald es Corona erlaubt, besuchen zu kommen, und mit uns ein Stück Alltag zu leben, uns besser kennen zu lernen und sich ein eigenes Bild von uns zu machen. Obwohl wir aktuell kein Interesse an einem weiteren Bericht über uns haben und Ihnen kein klassisches Interview anbieten wollen.
  2. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, war es für sie recht schnell ersichtlich, dass die Personen, die anfänglich auf Sie zugekommen sind und mit denen Sie Kontakt hatten, nicht unabhängig voneinader waren. Und wenn ich Sie richtig verstehe, war das so offensichtlich, dass es auch der Mainpost hätte auffallen müssen?! Stimmt das soweit? Und wären Sie auch bereit dies im Rahmen der Wahrheitsfindung und Korrektur des Mainpost-Artikels zu bestätigen?

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Felix Krolle


07.06.2020 - 11:45 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

ich habe die kommende Woche noch einen Auftrag, danach würde ich mich wieder mehr mit G&C befassen und vielleicht finden wir wirklich einen Weg, wie ich Sie vor Ort kennenlernen kann. Zu Ihrer zweiten Frage: Doch, die Personen, mit denen ich in Kontakt stehe sind größtenteils unabhängig voneinander auf mich zugekommen, wurden mir von Beratungsstellen vermittelt bzw. ich habe sie kontaktiert aus dem Wissen heraus, dass sie dort nicht mehr leben. Quellenschutz hat bei mir oberste Priorität, weshalb ich nur so viel sagen kann: Manche der Interviewten wussten von den anderen nicht mal, dass sie nicht mehr im Kloster wohnen. Meine Aufgabe ist auch nicht, in der Sache mit der Mainpost Partei zu ergreifen. Ich habe auch nicht mit den gleichen Personen gesprochen wie Frau Jeske. Ich hoffe, das klärt Ihre Fragen.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
Journalistin


07.06.2020 - 17:12 von Go&Change an Journalistin


Liebe Frau Journalistin,

Sie verstehen sicher, dass ich etwas irritiert bin, denn am Telefon haben Sie mir zumindest einen gänzlich anderen Eindruck vermittelt. Auch bei genauem Lesen Ihrer Antwort kommen mir direkt einige Fragen.
Ich kann verstehen, dass Sie im Rahmen des Quellenschutzes geneigt sind die Wahrheit etwas anders darzustellen, als sie tatsächlich ist. Dies werden wir selbstverständlich respektieren.

Gleichzeitig stellen sich mir folgende Fragen:

  • Wieso sind gerade Sie diese journalistische Anlaufstelle an die sich “unabhängig voneinander” gewendet sind. Sind Sie irgendwie, irgendwo dafür bekannt?
  • Zu den Aufgaben welcher Beratungsstellen gehört es zwischen Personen und der Presse zu vermitteln? Wie sind Sie in den Kontakt mit einer solchen Beratungsstelle gekommen?
  • Wenn manche Interviewte nicht wussten, dass andere nicht mehr bei uns wohnen, bedeutet dies, dass Sie allen Interviewten von allen anderen Interviewten oder Ausgezogenen erzählt haben. Wie ist das mit dem Quellenschutz vereinbar?
  • Woher wissen Sie, dass Sie nicht mit den gleichen Personen, wie Frau Jeske gesprochen haben? Entweder gab es auch hier einen Austausch von Vollnamen (Quellenschutz?) oder die Aussage stimmt nicht, da es ehrlich gesagt gar nicht so viele ehemalige Mitglieder gibt, dass Sie beide mit mehreren komplett unterschiedlichen Personen gesprochen haben können. Die Anzahl unserer Ex-Mitglieder ist ja sehr begrenzt und mit den meisten haben wir irgendeine Form des mindestens respektvollen Kontakts, die nie bei so einer Sache mitmachen würden. Außer Sie haben mit Menschen gesprochen, die sich als Ex-Bewohner ausgegeben haben, aber es nie waren. Das kann natürlich auch sein.

Es würde uns sehr freuen, wenn Sie uns im Sinne von Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Transparenz und Fairness diese Fragen beantworten würden.

So besteht nachwievor unser Angebot uns, wenn Corona es erlaubt, besuchen zu kommen und uns ganz persönlich kennen zu lernen!

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


08.06.2020 - 14:31 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

Quellenschutz heisst nicht, die Wahrheit “anders darzustellen”, sondern nicht preiszugeben, mit wem ich gesprochen habe und die Identität meiner Gesprächspartner für mich zu behalten, wenn sie das wollen. Zu ihren Fragen:

  1. Ja, auf die Investigativredaktion der Zeitung XYZ gehen Menschen eigenständig zu. Wir haben einen anonymen Briefkasten, wo Menschen sich melden können. Auch an eine bekannte Journalistin (nicht Frau Jeske) haben sich ehemalige G & C Mitglieder gewendet, sie hat die Leute an mich weitergeleitet, weil ich ihr von der anfänglichen Recherche erzählt habe.
  2. Die Telefonnummern diverser Beratungsstellen sind im Internet frei verfügbar.
  3. Ich habe die Menschen aufzählen lassen, mit wem sie wann gewohnt haben. So konnte ich erkennen, dass sie Teils noch von einer anderen Gruppenzusammensetzung ausgingen, als jene, die später auszogen.
  4. Mit Frau Jeske habe ich mich ausgetauscht, mit wem sie gesprochen hat, auch, weil ich nicht das gleiche Narrativ und die exakt gleichen Gesprächspartner haben wollte. Teile meiner Redaktion kennen die Klarnamen der Interviewpartnerinnen, als Journalistinnen stehen wir hier in der Schweigepflicht. Ich habe mit mindestens 3 anderen Personen gesprochen als Frau Jeske, die untereinander keinen Kontakt mehr haben. Aufgrund der jetzigen Veröffentlichung in der Mainpost, wo ja Teile der Interviewten mit Namen auftauchen ist es aber nicht ausgeschlossen, dass sie jetzt in Kontakt getreten sind.

Ich hoffe, das kann Ihn Fragen soweit klären.

Viele Grüße,
Journalistin


09.06.2020 - 00:51 von Go&Change an Journalistin


Liebe Frau Journalistin,

vielen Dank für Ihre Antworten.

Um das vorneweg nochmal ganz klar zu sagen: Wir wissen ungefähr welche unserer Ehemaligen und Gäste hinter dieser Diffamierungskampagne stecken. Daher geht es uns nicht darum, dass Sie Ihren Quellenschutz aufgeben und uns irgendwelche Namen nennen.

Uns geht es allein darum die Strukturen und Abläufe solcher Kampagnen und die Motive dazu besser zu verstehen und zu sehen, wie Presse und “Beratungsstellen” darin involviert sind und wie gekränkte Ehemalige oder Gäste und die Presse durch Weglassen, Hinzufügen, Verdrehen von Informationen und schlichtes Lügen ein bestimmtes Bild erzeugen.

Als Beispiel sei hier ein ehemaliger Mitbewohner erwähnt, der Ihnen mit Sicherheit nicht erzählte, dass wir als Gemeinschaft ihm und seinem besten Freund, der schon lange nicht mehr in der Gemeinschaft wohnte, einen zwei wöchigen Urlaub in Thailand finanziert haben, damit er aus dem Stress, den er sich immer macht, aussteigen und entspannen kann. Vor allem um seine Ehe zu retten, die aufgrund seines fehlenden Bemühens um seine Kinder und seine Frau, kurz vor dem Aus stand.

Wir wissen seit einiger Zeit aus sicheren Quellen, dass es seit Jahren eine Gruppe ehemaliger Bewohner gibt, die uns Anfangs unsere Schatten spiegeln wollte und sich zunehmend radikalisiert hat und uns nunmehr einfach nur noch schaden möchte. Diese Gruppe nimmt meistens innerhalb kurzer Zeit Kontakt mit Bewohnern auf, die die Gemeinschaft verlassen müssen. Die meisten gehen darauf nicht ein und einige Wenige haben sich dieser Gruppe dann angeschlossen oder stehen in lockerer Verbindung zu dieser. Dann und wann verlässt auch jemand diese Gruppe wieder. Wir haben allen unseren Ehemaligen mit denen Konflikte bestanden, u.a. den Personen dieser Gruppe, über die Jahre viele Angebote gemacht die Konfliktpunkte zwischen uns zu klären. Darauf sind diese kaum eingegangen, denn dann hätte sich das Feindbild, das sie auf uns legen, in Luft aufgelöst.

Einen ersten Diffamierungsversuch gab es 2018 als diese Gruppe mit schweren Vorwürfen an GEN Deutschland e.V. heran getreten ist. Dies hatte nicht den gewünschten Erfolg. In den darauf folgenden Jahren sollte es weitere Versuche geben, die den Gemäßigteren in der Gruppe jedoch zu extrem waren. Daher war es lange still. Vor einigen Monaten dann ist die Gruppe koordiniert an viele verschiedene Pressestellen getreten und hat versucht einen Shit-Storm loszutreten, wobei die Mainpost wohl einfach am schnellsten war. Dabei hat die Gruppe versucht soviele Menschen wie möglich, die einen Konflikt mit uns haben oder haben könnten mit hinein zu ziehen. Den meisten wird nicht ganz klar gewesen sein, welche Konsequenzen das für uns und alle Beteiligten, inkl. ihnen selbst nach sich ziehen könnte. Denn wer vertraut jetzt noch jemandem, der z.B. bereit ist seinen ehemaligen besten Freund öffentlich so an den Pranger zu stellen?!

Bei dem Telefonat mit Ihnen, Frau Journalistin, hatte ich den Eindruck, dass Sie um diese Dynamiken wissen, oder diese zumindest erahnen und gleichzeitig mehr an Wahrheit, als an einer Schlagzeile interessiert sind. Nach Ihren letzten beiden E-Mails bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Daher frage ich Sie nochmal ganz klar: Haben Sie Interesse uns bei der Wahrheitsfindung, unter voller Einhaltung des Quellenschutzes, zu helfen?

Wenn ja:

– Wie kann es sein, dass Sie, die Mainpost und die Beratungsstellen bisher quasi ausschließlich Kontakt mit Menschen hatten, die einen Konflikt mit uns haben, obwohl das eine vergleichsweise kleine Gruppe ist? Laut eigener Aussage haben Sie die Namen aller ehemaligen und aktuellen Bewohner vorliegen (Punkt 3). Außerdem sind in den letzten Jahren über 1.000 Menschen, die über Mundpropaganda zu uns gekommen sind, durch das Kloster gewandert und wir leben hier volle Transparenz. Wie kann es sein, dass nur ein paar Wenige von unseren angeblichen Missetaten etwas mitbekommen haben? Uns erreichen jeden Tag neue Berichte von Ehemaligen und deren Familien, von Gästen, Kooperationspartnern und Freunden, die vielfach aufgrund ihrer eigenen beruflichen Qualifikation und unserer gelebten Transparenz sehr kompetente Aussagen über die internen Geschehen unserer Gemeinschaft machen können. Alle zu finden unter www.alle-seiten.org . Meine Frage: Warum haben weder Sie, noch die Mainpost, noch eine andere Pressestelle, noch eine Beratungsstelle zu diesen Kontakt aufgenommen?
– Da ich nicht denke, dass offizielle Beratungsstellen unter den Quellenschutz fallen: Mit welchen Beratungsstellen hatten Sie Kontakt und wie ist der Kontakt zustande gekommen?
– Woher wissen Sie, wer von wem weiß, ob dieser ausgezogen ist oder nicht? Wenn Menschen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgezogen sind Ihnen erzählen mit wem sie jeweils zusammen gelebt haben, dann können sie daraus nur Schlussfolgern, wer in der Zwischenzeit ausgezogen ist. Aber nicht, wer den Status einer anderen Person kennt oder nicht (Punkt 3). Vor allem wissen wir ja, dass die besagte Gruppe meistens relativ zügig an die Neu-Ausgezogenen herantritt.

Wir werden immer mit allen Stellen Transparenz praktizieren und über alles reden, denn unser Problem ist nicht, dass Menschen ihre Meinung frei äußern – im Gegenteil: das ist eine wunderbare Errungenschaft unserer Kultur. Unser Problem ist, dass keine Stelle bisher die Aussagen einiger Weniger auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft hat und diese Unwahrheiten so bereitwillig in die Welt gegeben haben. Das ist ein ernsthaftes Problem, nicht nur für uns!

Als Vertreterin Ihrer Zunft, sind Ihnen die Missstände des heutigen Journalismus wahrscheinlich nicht fremd. Wir können uns jetzt nur wünschen, dass Ihnen, wie sie selbst sagten, eine differenzierte Berichterstattung wichtiger als eine Schlagzeile ist.

Wir sind immer an konstruktiven Lösungen für Alle interessiert. Bitte lassen Sie uns gemeinsam eine finden!

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


15.06.2020 – Zoom-Meeting


16.06.2020 - 19:04 von Go&Change an Journalistin


Liebe Frau Journalistin,

danke für das Zoom Gespräch.

Wir haben uns nun einige Gedanken gemacht und überlegt, wie ein wirklich faires Vorgehen und eine transparente Zusammenarbeit aussehen könnte, sodass Sie, wir und ihre anderen Quellen gleichermaßen in einem angemessenen Verhältnis berücksichtigt werden und zufrieden mit dem Endergebnis sein können.

Ebenso wie wir Ihnen die Erlaubnis geben uns zu interviewen und unsere Aussagen zu veröffentlichen, würden wir gerne den gesamten Prozess der Entstehung des Artikels dokumentieren und ggf. veröffentlichen.

So würden wir Sie dann auch gerne interviewen und Sie z.B. nach der bisherigen Recherche befragen.

Ohne, dass Sie irgendwelche Namen nennen sollen, ginge es darum, uns transparent zu machen auf der Grundlage welcher Aussagen von dritten Quellen sie arbeiten und wie Sie welche Auswahl für den Artikel treffen.

Die gleich Transparenz können Sie natürlich auch gerne mit ihren anderen Quellen pflegen.

Eine weitere Idee wäre ein gemeinsames Gespräch ohne die Rollen Interviewer-Interviewter, das wir aufnehmen und veröffentlichen könnten.

Was halten Sie davon? Haben Sie vielleicht noch andere Ideen?

Wir glauben Ihnen, dass Sie sich an Ethik, Moral und den Journalistenkodex halten werden und geben Ihnen Vorschussvertrauen!

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


16.06.2020 - 19:27 von Journalistin an Go&Change


Kurze Nachfrage; heißt das vor Ort oder wollen Sie das digital machen?


16.06.2020 - 19:31 von Go&Change an Journalistin


gerne vor Ort!


18.06.2020 - 09:23 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle, liebe Go & Change Gruppe,

Sie können alles, was ich aufzeichne natürlich ebenfalls aufzeichnen und in Absprache veröffentlichen – also eine autorisierte Version von Zitaten, genauso wie Sie Ihre Zitate autorisieren können. Dazu gehören Gespräche vor Ort oder Interviewsituationen, wie wir sie bereits hatten. Dies können Sie, unter Beachtung der Persönlichkeitsrechte, dokumentieren. Fragen zu meiner Recherche kann ich wie bisher unter Beachtung des Quellenschutzes beantworten. Ich schlage vor, in der Woche um den 11. Juli herum zu kommen, würde Ihnen das passen? Es sollte kein Problem darstellen, die Abstandsregeln einzuhalten.

Viele Grüße,
Journalistin


19.06.2020 - 23:03 von Go&Change an Journalistin


Liebe Journalistin,

es zieht sich leider duch all unsere Gespräche durch, dass Sie wesentlichen ethisch-moralischen Standpunkten und einem echten Miteinander ausweichen.

Unter den Umständen müssen wir leider von einer Zusammenarbeit absehen.

Schreiben Sie Ihren Artikel, wie Sie es für richtig halten und wie Sie es mit Ihren Werten vereinbaren können.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg. Möge Ihr Artikel uns allen zum Guten gereichen!

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


20.06.2020 - 09:19 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

Das verstehe ich nicht. Sie können doch jene Dinge machen, die Sie vorgeschlagen haben, sowohl die Dokumentation als auch das Interview. Da weiche ich doch nicht aus, im Gegenteil. Oder habe ich etwas falsch verstanden? Im Übrigen würde kaum eine Journalistin die ich kenne, sich überhaupt auf einen solchen “Deal” einlassen.

Was brauchen Sie, um sich wohl zu fühlen mit der Situation?

Viele Grüße


23.06.2020 - 21:40 von Go&Change an Journalistin


Liebe Journalistin,

für uns wird auch durch Ihre Herangehensweise die Diskrepanz zwischen der Bevölkerung und der Presse immer deutlicher, die sich gerade überall auftut.

Wir finden es erschrecken, dass sich kein Journalist auf ein Miteinander einlassen würde.

Von Deal möchte ich erst gar nicht sprechen, da es ja nicht darum geht, dass wir uns gegenseitig benutzen, sondern darum, dass wir gemeinsam dafür sorgen, dass wir alle ein schönes Leben haben.

Daher wollen wir nicht mit Ihrer Rolle als Journalistin interagieren, sondern Ihnen als Mensch begegnen. Wir legen viel Wert darauf, was jemand wirklich denkt, fühlt und tut.

So wundert es uns beispielweise, dass Sie uns bisher nicht nach Kontakten gefragt haben, die Positives über uns berichten, noch keine Meinung zu den bisherigen Vorgängen geäußert haben und meinen Fragen nach ihrer ethisch-moralischen Haltung sowohl im Zoom-Talk, als auch in den Mails ausgewichen sind.

Somit bestimmt sich unser Wohlgefühl durch Ihre Bereitschaft mit uns genauso transparent zu sein, wie wir mit Ihnen sein sollen. Kein unterschiedliches Maß, sondern ein gemeinsames Hinschauen und Öffnen.

Legen Sie da an uns ein anderes Maß, als an sich an, dann kommen wir nicht zusammen und wir wünschen uns allen ein weiterhin schönes Leben!

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


24.06.2020 - 19:16 von Go&Change an Journalistin


Liebe Frau Journalistin,

im Anhang finden Sie den inzwischen 5. (und sicherheitshalber nochmal alle anderen) Artikel.

Glauben Sie immer noch, dass die Main-Post aus einem neutralen Journalistenblick auf uns schaut?

Der letzte Artikel greift gezielt unsere wirtschaftliche Situation an und bringt den Bürgermeister von Gerolzhofen in eine unangenehme Postion, wie schon der erste Artikel den Bürgermeister von Lülsfeld.

Für uns wird immer offensichtlicher, dass die Main-Post gezielt versucht unsere Beziehungen zu schädigen und uns wirtschaftlich zu ruinieren.

Was sagen Sie dazu?

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


27.06.2020 - 15:30 von Journalistin an Go&Change


Lieber Herr Krolle,

ich hatte bisher keine weiteren Kontakte angefragt, da ich davon ausging, dass unserem persönlichen Treffen nichts mehr im Weg steht und ich vor Ort Sie und mehr positiv eingestellte Menschen treffen würde als ich je Gegenstimmen hätte. Ich hätte nicht erwartet, dass es so kompliziert wird, erkenne aber immer mehr, wovor Sie Angst haben. Ich habe nicht vor, Sie zu “ruinieren”, ich möchte einfach mit Ihnen sprechen und habe ein paar sehr konkrete Fragen hierfür, die recht persönlich sind und sich deshalb auch am besten persönlich stellen lassen. Wenn Sie mir diese nicht persönlich beantworten wollen, dann bleibt Ihre Seite erzählerisch sehr “flach”, was ich schade finde und was natürlicherweise zu einem Ungleichgewicht führt, dass sich nur schwer ausgleichen lässt.

Schade, dass Sie sich jetzt doch so sperren, ich fand das Gespräch mit Ihnen eigentlich sehr angenehm und habe nicht ganz verstanden, worauf Sie hinauswollten oder was Sie gern von mir gehört hätten.

Was die Arbeit von Frau Jeske angeht, ist es nicht meine Aufgabe, diese zu bewerten. Ich hätte es aber interessant gefunden, mit Ihnen und der Gruppe persönlich darüber zu sprechen.

Bitte lassen Sie mich bis Montag Abend wissen, ob Sie sich doch noch zu einem persönlichen Treffen überzeugen lassen oder ob es dabei bleibt (ich habe ein wenig Produktionsdruck).

Mit freundlichen Grüßen,
Journalistin


01.07.2020 - 01:18 von Go&Change an Journalistin


Liebe Frau Journalistin,

wir haben ein Verständnis davon, welche Macht die Presse in der Gesellschaft hat und wieviel Schaden sie anrichten kann. Die Presse wird ja nicht umsonst die 4. Gewalt genannt und die unzähligen Verfehlungen Ihrer KollegInnen sollten Ihnen ja bekannt sein.

Wie desaströs so ein Machtungleichwicht ausgehen kann, haben wir bei der MainPost gesehen, obwohl wir insgesamt gut weggekommen sind, dank unserer Vorarbeit.

Die Presse leidet massiv unter Misstrauen und Intransparenz und ist nicht dafür bekannt integer, nett oder höflich zu sein.

Beispiele, dass Anfangs abgesprochene Vereinbarungen nicht eingehalten werden und dann doch desaströs berichtet wurde, gibt es zu Hauf.

Wenn der Produktionsdruck bei Ihnen sogar so hoch ist, dass Sie anfangen uns zu erpressen (“dann bleibt Ihre Seite erzählerisch sehr “flach”, was ich schade finde und was natürlicherweise zu einem Ungleichgewicht führt, dass sich nur schwer ausgleichen lässt.”), dann sollten Sie sich mit den ethischen Leitlinien und Grundsätzen Ihres Betriebes aber mal gründlich und kritisch auseinandersetzen.

Alle JournalistInnen, die sich an uns gewandt haben, und es gut mit uns meinen, sind und waren bereit für Transparenz in alle Richtungen.

So hatten wir uns ja auch mit Ihnen erhofft, dass Sie ganz offen und transparent Ihre Meinung zu unseren Fragen kundtun, so wie wir das ja auch bei Ihnen gemacht hätten.

Aber auf welcher Basis sollen wir Ihnen nun noch vertrauen, wenn Sie nichtmal eine Meinung zu den ethisch-moralisch mehr als fragwürdigen Methoden ihrer Kollegen haben?

Mit welchen Menschen, Organisationen oder Kooperationspartner, die uns wohlgesonnen sind, haben Sie bisher denn schon gesprochen oder zumindest Kontakt gehabt?

Uns allen sollte doch klar sein, dass wir als Gemeinschaft in der Öffentlichkeit schon längst als Täter stigmatisiert sind und unseren Aussagen im Verhältnis zu anklagenden Ex-Mitgliedern kaum Gewicht beigemessen wird.

Daher ist es ganz klar Ihre Aufgabe ein realistisches Bild in Ihrem Artikel zu zeichnen und sich zu bemühen alle Seiten und Stimmen ausfindig und hör- und sichtbar zu machen und in ihrer jeweiligen realen Gewichtung wiederzugeben.

Auch wenn Sie, wie die meisten Journalisten für sich in Anspruch nehmen neutral zu berichten und lediglich die Meinung anderer wiederzugeben, so kommt kein Text ohne eigene Bewertung aus. D.h. Sie müssen sich so oder positionieren und die verschiedenen Stimmen und Seiten bewerten.

Wenn Sie dafür, wie von Ihnen beschrieben, nur uns und uns kritisch gegenüber eingestellte Menschen berücksichtigen, entsteht automatisch ein Ungleichgewicht zu unseren Ungunsten.

Erst wenn Sie die mehr als 70 positiven Berichte einbeziehen, die Sie z.B. auf unserer Homepage finden und deren Autoren Sie ja größtenteils auch schon längst hätten direkt kontaktieren können, ergibt sich ein vollständiges Bild, das soviel mehr positiver ist, als z.B. die Main-Post selbst in ihren neutralsten Textstellen darstellt.

An dieser Stelle ist für uns nur noch ein gemeinsames Gespräch mit Rezo denkbar, so wie wir es auch schon der Main-Post angeboten haben.

Was sagen Sie dazu?

Herzliche Grüße,
Felix Krolle

P.S.: Im Anhang finden Sie zwei weitere Artikel der Main-Post.
(Anmerkung: Link dazu in der Kategorie “Mainpost”)


07.07.2020 - 12:43 von Go&Change an Journalistin


Liebe Journalistin,

wir haben die ganze Situation inzwischen weiter bewegt und haben eine Idee zu der wir Sie und andere, z.B. Rezo gerne einladen möchten.

Dass wir dem aktuellen moralisch-ethischen Zustand des Journalismus sehr kritisch gegenüber eingestellt sind, haben Sie inzwischen ja hinreichend mitbekommen.

Daher möchten wir unsere aktuelle Situation gerne nutzen um einen Beitrag zu einem werte-orientierten Journalismus zu leisten.

Mit Aufsetzen der Homepage www.alle-seiten.org haben wir uns verpflichtet tatsächlich ALLE Seiten, die zu uns eine Meinung haben in ihrer jeweils tatsächlichen Größe und ihrem tatsächlichen Umfang zu veröffentlichen. Etwaige Auswahlprozesse, die bisher noch nicht notwendig waren, werden wir dabei transparent machen. Dadurch kann sich dann jeder ein eigenes Bild machen.

Unsere Idee ist nun eine Erweiterung unserer Homepage um einen YouTube-Channel in dem wir alle Seiten zu Wort komme lassen.

Da die Menschen, die uns kritisch gegenüber eingestellt sind ja alle zum größten Teil anonym geblieben sind und unsere Klärungsbestrebungen ignoriert haben, diese Menschen aber mit Ihnen sehr wohl über vieles gesprochen haben, hatten wir folgende Idee: Wollen Sie in unserem YouTube-Channel nicht die Stimme der Kritiker bzw. der Menschen sein, die nicht selbst in die Öffentlichkeit wollen?

So können wir sicherstellen, dass tatsächlich alle Seiten hör- und sichtbar gemacht werden, selbst die, die sich nicht öffentlich positionieren wollen. Wir gehen davon aus, dass Sie ihrerseits die Menschen, die Sie dann vertreten und deren Aussagen ausreichend prüfen und von “Trollen” befreien.

Was halten Sie davon?

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


08.07.2020 - 10:12 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

das klingt alles nach spannenden Debatten, die wir gern persönlich führen können. Ich möchte gerne noch mal an mein ursprüngliches Anliegen erinnern, das nach wie vor steht. Mein Job und Anliegen ist es, mit allen Seiten zu sprechen – Kritikerinnen, Bewohnerinnen mit starker Bindung zum Projekt und jenen, die gar keine klare Meinung haben. Nur so lässt sich ein umfassendes Bild zeichnen. Ich bin nicht die “Stimme der Kritikerinnen” (möchte es auch nicht sein) und kann deshalb auch nicht für diese sprechen, das wäre anmaßend und auch nicht im Sinner der journalistischen Sorgfaltspflicht. Wir können gern über die Dinge sprechen, die im Raum stehen und Sie können mir erzählen, was Sie davon halten. An einem solchen Youtube-Format kann ich nicht teilnehmen, das wäre unseriös in meiner Rolle als Journalistin und auch seitens der Redaktion nicht erwünscht.

Sie müssen sich meine Herangehensweise vorstellen wie einen Walfisch: Ich schwimme und greife dabei alles auf, was mir in die Kiemen kommt. Erst wenn ich alles Material zusammen habe, wird sortiert, geschrieben und im Idealfall bildet sich die Leserin dann selbst eine Meinung. Da die Stimme der Kritikerinnen und jener, die dem Projekt gegenüber neutral bis wohlwollend eingestellt sind abgedeckt ist, fehlen nur noch Sie und die Gruppe selbst. Da ich an den Kritikerinnen sehr nah dran war, wäre es nur fair, auch Sie persönlich zu treffen und genauso nah zu berichten. Keine Ex-MitbewohnerInnen oder Sympathisanten, sondern Menschen, die sich heute und gerade jetzt entscheiden, Go & Change zu ihrem Lebensmittelpunkt zu machen.

Ich will verstehen, wie sie leben. Am besten ginge das bei einem Tag im Kloster, dessen Ablauf wir vorher gerne absprechen können. Ich würde ihn mir so vorstellen, dass Sie mir einfach alles zeigen, was diesen Ort für Sie zu einem liebenswerten Zuhause macht und mich ein bisschen durch Ihren Alltag in einer so großen Gemeinschaft führen. Das kann ein paar Stunden dauern oder einen Tag. Zwischendrin können wir locker und in entspannter Atmosphäre über die Dinge reden, die uns gerade beschäftigen. Mich interessiert auch die Grundlage der integralen Theorie, wozu ich gern ein kleines Interview mit einer Person machen würde, die sich da besonders auskennt.

Ich glaube aber, dass wir auch so sehr fruchtbar über diese Punkte diskutieren können und vielleicht erst mal ein Kennenlernentreffen vereinbaren können, in dem wir über mögliche Optionen sprechen – ich empfinde diesen Mailkontakt als sehr mühsam neben dem Redaktionsalltag – an dieser Stelle: es tut mir Leid, dass ich nicht immer gleich zurück schreibe. Ich würde Sie deshalb bitten, mir ein klares Zeichen zu geben, ob ich Sie noch als Gemeinschaft kennenlernen darf oder nicht. Sie können sich diesbezüglich auch gern telefonisch melden.

Mit freundlichen Grüßen und eine gute Woche,
Journalistin


10.07.2020 - 01:09 von Go&Change an Journalistin


Liebe Frau Journalistin,

es liegt nicht an einer willkürlichen Entscheidung unsererseits, ob Sie vorbei kommen können oder nicht. Wir brauchen von Ihnen lediglich ein Mindestmaß an Transparenz, Miteinander und ethisch-moralischer Grundhaltung ausgedrückt durch Ihre Taten.

Bisher sind Sie nicht auf diese Sachen eingegangen oder haben keinen Standpunkt bezogen. Das reicht uns nicht.

Konkret geht es um folgende Punkte:

  • Mit welchen neutralen bis wohlwollenden Personen und Institutionen haben Sie bisher gesprochen? Diese dürften ja kein Problem damit haben uns wissen zu lassen, dass sie mit Ihnen gesprochen haben. Fragen Sie sie doch einfach. Falls sie dann doch ein Problem damit haben, würde ich diese eher in die Ecke der Kritiker bzw. “Möchtegern-Wohlwollenden” stellen.
  • Solange Sie keinen Standpunkt zu der Arbeit Ihrer Kollegen von der Main-Post haben, sehen wir keine Grundlage Ihnen zu vertrauen, dass Sie das nicht genauso machen werden.
  • Sie haben uns in Ihrer vorletzten Mail erpresst, was wir in der darauf folgenden Mail angesprochen haben. Dazu haben Sie auch noch keinen Standpunkt bezogen.
  • Sie haben gesagt, dass Sie uns gerne sehr intime Fragen stellen wollen. Bitte machen Sie uns vorab eine Liste der wichtigsten Fragen, die Sie uns gerne stellen wollen.

Wollen Sie also vorbei kommen und mit uns arbeiten und uns nicht nur als Objekte Ihrer Berichterstattung benutzen, dann benötigen wir zu den vorgenannten Punkten konstruktive Antworten von Ihnen.

Ist Ihnen das alles zu viel Arbeit oder wollen Sie das nicht, dann ist das für uns okay und wir wünschen Ihnen und uns einfach, dass Sie neben den wenigen kritischen, den paar “neutralen bis wohlwollenden” Befragten, auch die weit über 70 positiven Berichte und Stellungnahme von Bewohnern, ehemaligen Bewohnern, Gästen, Freunden, Kooperationspartnern, anderen Gemeinschaften, dem Jugendamt, der Polizei, dem Dorf und den Erlöserschwestern auf unserer Homepage berücksichtigen und ein diesen Verhältnissen angemessenen Artikel schreiben.

Uns allen alles Gute!

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


10.07.2020 - 12:41 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

danke für die schnelle Antwort. Ich gehe kurz auf ihre Punkte ein und hoffe, Ihnen damit mehr Klarheit zu verschaffen:

1) ich habe bisher nur mit wenigen gesprochen, die dem Projekt gegenüber positiv eingestellt sind und die wollen ihre Namen lieber nicht weitergeben, auch aus Angst einer Stigmatisierung in der Öffentlichkeit. Diesen Personen gegenüber gilt mein Quellenschutz genauso wie den Kritikern. Deshalb frage ich ja Sie! Sie und die BewohnerInnen können doch am besten für sich selber sprechen, warum sollte das jemand anderes tun? Deshalb bleibe ich hier ja mit Ihnen in Kontakt, weil Sie doch die beste Quelle für Ihre eigene Perspektive sind (und nicht Ehemalige, Gäste oder Workshopteilnehmer) und ich nach wie vor hoffe, aus erster (nämlich Ihrer) Hand über das Leben im Kloster zu erfahren.

2) Ich habe nur die ersten zwei Texte der Kollegin bei der Mainpost gelesen und die darin angedeuteten Vorwürfe wurden so auch an mich herangetragen. Sollten in den Texten Falschaussagen vorkommen, haben Sie stets die Möglichkeit einer Klage oder einer Klage beim Presserat – meine Aufgabe ist es hier nicht, mich auf eine Seite zu schlagen und das würde auch die Neutralität meiner eigenen Arbeit mitten im Prozess gefährden. Dass Sie nicht mit Ihnen persönlich gesprochen hat, ist bedauerlich. So entsteht der einseitige Eindruck, den Sie haben und ich verstehe auch, dass Sie sich hierin angegriffen fühlen. Mein journalistischer Anspruch ist es, mit allen Beteiligten zu reden. Im übrigen unterscheidet sich meine Arbeitsweise im Magazinbereich sehr von der Nachrichtenorientierten Lokalpresse. Ich habe Zeit für Langzeitbetrachtungen und zahlreiche Gespräche, die in die Tiefe gehen. Das sehen Sie ja allein daran, dass ich noch immer den Kontakt zu Ihnen als Primärquelle suche, statt einfach etwas zu veröffentlichen.

3) Ich habe Sie nicht erpresst, sondern versucht darzulegen, wie schwer es ist, über Sie zu schreiben, wenn Sie nicht mit mir sprechen wollen und welche narrativen Lücken sich daraus ergeben werden. Es führt unweigerlich zu einem Ungleichgewicht, wenn von einer Seite direkte Zitate zu lesen sind und von der anderen Seite nicht. Auch der Alltag im Kloster und die ganzen tollen Räume, Garten etc. von denen mir erzählt wurde, lassen sich nur schwer rekonstruieren.

4) Für den Fall, dass Sie nach wie vor nicht persönlich mit mir sprechen wollen, lasse ich Ihnen gerne eine Liste mit Fragen zukommen. Persönlich werden diese Fragen dann wohl eher nicht, sondern reine Überblicksfragen. Ich führe gerne biografische Interviews, also mit dem Anspruch erklären zu können, wie Menschen Entscheidungen treffen und auf welchen Grundlagen an welchem Punkt in ihrem Leben. Sowas wird sich schwer schriftlich realisieren lassen.

Ich hoffe, das hilft Ihnen in Ihrem Entscheidungsprozess weiter und dass Sie mir bald Rückmeldung geben können.

Viele Grüße und ein gutes Wochenende,
Journalistin


23.07.2020 - 23:19 von Go&Change an Journalistin


Liebe Journalistin,

sehen Sie, genau das meinen wir!

Hier eine weitere Perspektive zu ähnlichen Vorgängen, wie bei uns, mit ähnlichen Protagonisten:
http://www.kath.net/news/48077

Wir behalten uns vor die Kommunikation zwischen Ihnen und uns (anonym) zu veröffentlichen, um zu zeigen, wie die Presse arbeitet. Außer es ist für Sie okay mit Namen zu erscheinen?!

Uns allen alles Gute,
Felix Krolle


24.07.2020 - 10:28 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

Ich habe unsere Konversation hier bisher als Zwiegespräch wahrgenommen und fände es sehr unpassend, das zu veröffentlichen. Ich habe ja auch nichts über Sie veröffentlicht. Ich habe das Gefühl, Sie werden hier Ihrem eigenen Anspruch, mir als Mensch zu begegnen, nicht gerecht. Sie haben mich und meine Arbeitsweise nicht kenngelernt, verweigern ein persönliches Treffen und wollen mich als Vertreterin meiner Zunft als Anschauungsmaterial für Ihren Rosenkrieg mit der Mainpost nutzen. Das widerspricht m.E. einem respektvollen Umgang, wie Sie ihn auch von mir erwarten können. Stattdessen wollen Sie unseren Mailverlauf als pauschalisierende Arbeitsweise “der” Presse darlegen. Das ist sehr verkürzt und ich möchte nicht, dass mein Name da genannt wird.

Beantworten Sie doch bitte einfach meine Frage: Kann ich Sie und die Gemeinschaft persönlich kennehernen oder nicht? Andernfalls sende ich Ihnen zeitnah meine Fragen zu.

Mit freundlichen Grüßen,
Journalistin


31.07.2020 - 22:25 von Go&Change an Journalistin


Liebe Journalistin,

nur damit ich Sie richtig verstehe: Sie werden einen Artikel über uns veröffentlichen, ob wir wollen oder nicht, sogar gegen unseren expliziten Willen. Sie finden es aber gleichzeitig unpassend, wenn wir die Hintergrundgeschehnisse dazu (anonym) veröffentlichen?!

Woher nehmen Sie sich dieses Recht, aber verwehren es uns?

Die anhaltenden rufschädigenden Angriffe der Mainpost als Rosenkrieg zu bezeichnen zeigt ein weiteres mal deutlich, wie Sie sich ethisch-moralisch positionieren.

Wir haben Ihnen die Bedingungen genannt unter denen Sie uns besuchen kommen können.

Herzliche Grüße,
Felix Krolle


07.06.2021 - 16:57 von Journalistin an Go&Change


Lieber Felix Krolle,

nach knapp einem Jahr melde ich mich erneut mit der Anfrage, Sie in Bad Lülsfeld zu treffen. Ich habe mittlerweile mit dutzenden Menschen über Go & Change gesprochen – außer mit den Anwohnern des Klosters selbst. Das würde ich gerne ändern: Ihr Name fiel als spiritueller wie philosophischer Ideengebern der Gemeinschaft im Rahmen dieser Gespräche immer wieder, Sie sind verantwortlich für den Inhalt der Homepage und Geschäftsführer der Gemeinschaft. Die umfangreiche Recherche steht kurz vor der Veröffentlichung und ich würde mich sehr freuen, Ihre Perspektive und Ihre Sicht auf die Dinge noch berücksichtigen zu können. Ich möchte Ihnen deshalb einen Interviewtermin am Dienstag, den 15. Juni oder Mittwoch, den 16. Juni anbieten. Da werde ich in Würzburg sein und hoffe, Sie im Rahmen dieser Reise auch zu treffen.

Ich freue mich auch, wenn Sie mich außerdem an eine andere Person, die aktuell im Kloster oder einer der anliegenden WGs wohnt und etwas aus dem Leben in der Gemeinschaft erzählen kann, vermitteln.

Mittlerweile bin ich nicht mehr bei der Zeitung XYZ, sondern schreibe diesen Text für das ABC Magazin in Kooperation mit meinem Kollegen.

Bitte lassen Sie mich wissen, ob Sie an einem der vorgeschlagenen Termine Zeit haben. Gern können Sie mich auch anrufen und wir vereinbaren Genaueres.

Ich freue mich über eine zeitnahe Antwort. Eine gute Woche und mit freundlichen Grüßen,

Journalistin


11.06.2021 - 16:22 von Go&Change an Journalistin


Liebe Journalistin,

ich habe nicht das Gefühl, dass Sie es gerade mit uns oder mit irgendjemanden außer Ihnen selbst gut meinen. Ihr Artikel wird daher kaum einen Beitrag zu einem schöneren Leben liefern.

Ich wünschen Ihnen und uns allen alles Gute,
Felix Krolle


22.06.2021 - 22:07 von Go&Change an Journalistin


Liebe Journalistin,

zu Ihrer Kenntnisnahme: heute ist ein weiterer Artikel über uns in der MainPost erschienen, der die Vorwürfe gegen uns für haltlos erklärt. Sie finden die PDF im Anhang.

Wir haben dazu Stellung genommen ( https://goandchange.de/aktuelles/ ) und dort ebenso darauf verwiesen, dass wir den E-Mailverkehr mit Ihnen anonymisiert auf http://www.alle-seiten.org veröffentlicht haben, da wir Ihr Vorgehen als ein Beispiel für nicht ehrbaren Journalismus sehen und wir es wichtig finden, das transparent zu machen, damit die Menschen sich ein eigenes Bild machen können.

Ich wünschen Ihnen und uns allen alles Gute,

Felix Krolle


23.06.2021 - ca. 14.00 Uhr - unagekündigter Besuch der Journalisten


Nachdem wir gestern die uns bekannte Journalistin informiert haben, dass wir den Mailverkehr mit ihr auf unserer Seite veröffentlicht haben, erschien diese heute zusammen mit ihrem Kollegen des ABC-Magazins ohne Absprache oder Vorwarnung bei uns an der Haustür. Sie seien “gerade in der Gegend gewesen” und wollten ein Interview. Bereits an der Türschwelle ließen sie nicht von fordernden Fragen ab. Wir beendeten das Gespräch mit dem Standpunkt, kein Interesse an einem Interview zu haben.

Kurz darauf rief der Kollege der Journalistin mit unterdrückter Nummer an, und fragte wiederholt nach einem Interview. Wir schlugen vor, unsererseits ein Interview mit den Journalisten zu führen und unsere Fragen an sie zu klären, um die Basis an Vertrauen für weitere Gespräche zu legen, und baten um eine kurze interne Besprechungszeit. Als Grundlage für ein kooperatives, zwischenmenschliches Miteinander sehen wir die dringende Notwendigkeit, dass auf bereits stattgefundenen Kontakt Bezug genommen wird. Da sich jedoch in diesem kurzen Kontakt, sowie in dem unangemeldeten Besuch keine Änderung der invasiven, fordernden Grundhaltung abzeichnete, entschieden wir uns dafür, von jeglicher Zusammenarbeit abzusehen.

In einem weiteren Telefonat mit der Journalistin teilten wir ihnen unseren Standpunkt mit, was jedoch aufgrund massiver Zwischenrufe, Unterbrechungen und der Übernahme des Telefonats durch den Kollegen der Journalistin stark erschwert wurde. Der Kollege warf uns ungerechtfertigtes Misstrauen und fehlende Kenntnis seiner Arbeitsweise vor, sie hätten extra auf uns gewartet. Weiter unterstellten sie uns, kein Interesse an einer erwachsenen Klärung der Situation zu haben.

Dass sein eigenes Verhalten vom ersten Kontakt an der Tür bis hin zum zweiten und letzten Telefonat weit entfernt von einer erwachsenen Haltung war, war offensichtlich Methode. Es war erschreckend zu sehen, wie die beiden Journalisten durch ihre invasive Gesprächsführung gezielt versucht haben, uns in eine Rechtsfertigungsposition zu bringen und somit doch in ein Gespräch/Interview zu verwickeln. Dabei nutzten die beiden u.a. lang antrainierte kulturelle Höflichkeitsautomatismen schamlos aus. Z.B. fühlen sich die meisten Menschen ganz automatisch genötigt, auf eine noch so absurde Frage zu antworten, die sehr dringlich oder wichtig erscheint, oder gar einen (impliziten) Vorwurf enthält – auch wenn sie gar nicht antworten möchten oder bereits klar ist, dass mit ihrer Antwort nicht unvoreingenommen umgegangen werden wird. Der Druck, sich rechtfertigen zu müssen, der entsteht, wenn man von den Journalisten (implizit) als schlechter Mensch dargestellt wird, ist gewollt und enorm. Jeder, der schon einmal mit der Presse zu tun hatte, kennt diesen Druck. Für uns fällt diese Form ganz klar in die Kategorie nicht-ehrbarer, destruktiver Journalismus.

Wir erteilten ihnen daraufhin lebenslanges Hausverbot in all unseren Einrichtungen und wünschten ihnen für ihr weiteres Leben alles Gute, und dass sie für ihre Karriere bitte möglichst wenige Existenzen zerstören mögen. Kurz darauf erhielten wir von dem Kollegen der uns bekannten Journalistin einen weiteren Anruf mit unterdrückter Nummer, den wir nicht annahmen, und dann folgende Mail:

Sehr geehrter Herr Krolle,

da ich Sie telefonisch gerade nicht erreicht habe, auf diesem Wege noch mal kurz: Ich komme ehrlich gesagt nicht mehr ganz mit und verstehe nicht, worauf Ihre heftige Reaktion uns gegenüber basiert. Sie kennen meine Arbeit nicht und haben auch meiner Kollegin noch kein Interview gegeben, werfen uns dennoch vor, potenziell „Existenzen zu zerstören“? 

Wir haben heute ganz freundlich und offen an Ihrer Tür geklingelt, weil wir in der Nähe waren und die Chance nicht ungenutzt lassen wollten, mit Ihnen doch noch ins Gespräch zu kommen. Denn das ist es, was ich beruflich tue: Menschen zu Wort kommen lassen, neue Perspektiven entdecken und aufrichtig und fair darstellen. Ich würde mir gerne von Ihnen völlig unvoreingenommen erklären lassen, wie es zu der Situation gekommen ist, dass Sie sich als Gemeinschaft falsch dargestellt fühlen in der Öffentlichkeit und es zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kam.

Es ist nun mal schwer, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen, wenn die eine Seite jede Begegnung ablehnt. Ich würde Ihnen, wie gesagt, vertrauen, Sie können mir gerne jede Frage stellen und ich versuche, Sie zu beantworten. Aber dafür müssen Sie mir auch ein Mindestmaß an Vertrauen und Wertschätzung entgegenbringen. Anlass an meinen Motiven zu zweifeln, habe ich Ihnen meiner Meinung nach noch nicht gegeben.

Herzlich, Journalist


Juli 2021 - Journalisten in K.K.´s Heimatstadt


Wir erhalten Meldungen aus der Heimatstadt von K.K., dass ein ca. 5-köpfiges Journalistenteam des ABC-Magazins aus Süddeutschland auf den Straßen herumläuft und wahllos Menschen nach K.K. befragt.

Gleichzeitig haben sie die Facebook-Kontakte, alte Freunde, Bekannte und Familienmitglieder von K.K. kontaktiert um mehr über seine Vergangenheit zu erfahren.

Sie haben dabei nicht davor zurückgeschreckt über die Arbeitgeber alter Freunde zu gehen, zu bedrohen (Zitat aus einer E-Mail an einen alten Freund: „Dabei kommen auch seine [gemeint ist: K.K.s] Freunde von früher nicht gut weg.“) und sogar in Hausflure einzudringen um Zettel unter der Tür durchzuschieben. Woanders nennt man das Stalking und Erpressung.


05.11.2021 – ca. 16 Uhr - Fotograf macht Bilder vom Kloster


Ein junger Mann mit einer großen Fotokamera läuft vor dem Kloster auf und ab und fotografiert das Gebäude. Einige Bewohner, die am wegfahren oder heimkommen sind, sprechen ihn an. Er sei vom ABC-Magazin aus Süddeutschland, wo bald ein Artikel über uns erscheine.

Aus Fairnessgründen haben wir uns daraufhin auch eine Kamera geschnappt und ebenfalls Fotos von ihm gemacht. Der junge Mann war sichtlich irritiert und erklärte uns aufgebracht, dass wir kein Foto von ihm veröffentlichen dürfen und er die Fotos, die er von uns macht auch nicht veröffentlichen wird – lediglich die Fotos vom Kloster sind im Rahmen der Panoramafreiheit legal.

Hier ist nun also ein Foto unserer Hofeinfahrt ohne den jungen Mann:


24.11.2021 – 16:20 Uhr - E-Mail von der Journalistin Eva Hoffmann an Go&Change


Sehr geehrter Herr Felix Krolle,

Sehr geehrter Herr Kai Krischik,

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung plant eine zeitnahe Veröffentlichung in Zusammenhang mit der Gruppe Go&Change. Dazu haben wir mit mehr als 17 Personen gesprochen, die in einem Zeitraum von 2016 bis 2021 in der Gruppe Go&Change waren und sowohl in Halle, als auch in Lülsfeld fest in der WG und später im Kloster gewohnt haben. Des weiteren haben wir mit Angehörigen und Wochenendgästen Interviews geführt. Aus diesen Gesprächen ergeben sich Vorwürfe, die im Folgenden weiter ausgeführt werden. Hiermit möchten wir Ihnen bis spätestens Dienstag, den 30. November, 9.00 Uhr die Gelegenheit geben, Stellung zu nehmen zu folgenden Punkten:

  • Alle Gesprächspartner geben an, im Kloster sei gezielt mit Schlafentzug gearbeitet worden, damit Menschen “weicher” werden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Mindestens vier Personen geben an, die Gruppe solle in den Jahren 2019 / 2020 im Gebäude aufgeteilt worden sein: Die “Untis” (unteres Stockwerk) dürften nicht an anderen Prozessen der Gruppe teilnehmen und würden in ihrem Wohnzimmer außerdem teilweise von einer Person aus dem oberen Stockwerk überwacht, nicht miteinander zu sprechen. Außerdem habe dieser Teil der Gruppe nicht mit den anderen essen dürfen. Ist das richtig?
  • Falls ja, warum haben Sie diese Praktik angewendet?
  • Es sollen Strichlisten für Verspätungen und andere Versäumnisse geführt worden sein. Mindestens zehn Personen gaben dies an. Beim “Verpassana” müssten Menschen zur Strafe dann mehrere Stunden am Stück meditieren. Ist das richtig?
  • Wenn ja, warum wenden Sie diese Praktik an?
  • Menschen berichten, auf Drängen des Leitungsteams, sich in körperliche Extremzuständen begeben zu haben. z.B. Baden in der Eistonne, Schlafentzug und stundenlanges Aushalten draußen bei Minusgraden auf Anweisung des Leitungskreises. Ist das richtig?
  • Wenn ja, Welches Ziel verfolgen Sie damit?
  • Menschen berichten, dass sie über den Konsum von LSD, Koks und MDMA nicht selbst entscheiden durften, sondern eine andere Person die Dosen zubereitet habe. Wie bewerten Sie diese Schilderung?
  • Gesprächspartner*innen schildern, dass Drogentrips teilweise über 24 Stunden andauerten, es Menschen aber untersagt gewesen sein soll, sich zurückzuziehen und sie teils physisch wieder in den Gruppenraum gezwungen worden sein sollen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Der Gruppenzwang, die “Ehre, dabei sein zu dürfen” sei außerdem so groß gewesen, dass nicht widersprochen worden wäre. Dies habe besonders bei Erst-Konsum zu starken Wirkungen, Angstattacken, Psychosen und posttraumatischen Belastungsstörungen geführt. Ist diese Schilderung zutreffend? Falls ja, wie übernehmen Sie als Gruppenleitung Verantwortung für diese Folgen?
  • Die Mehrzahl der Frauen, mit denen wir sprachen, sollen sadistischen Sexualpraktiken wie starker Penetration durch Sexspielzeuge, die zu Verletzungen im Intimbereich geführt haben sollen, unterzogen worden sein, hauptsächlich ausgeführt durch Herrn Krischik. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Diese Sexualpraktiken sollen als “Heilungskontexte” betitelt worden sein, wenn sich Frauen verwehrten, so sei dies auf ihre negativen “Anteile” zurückgeführt worden sein. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Bei einigen dieser “Heilungskontexte” sollen keine Kondome verwendet worden sein. Ist das richtig?
  • Wenn ja, welche Rolle spielt Intimhygiene bei diesen “Heilungskontexten”?
  • Wie stellen Sie sicher, dass sich Personen in einer Gruppendynamik oder unter Drogeneinfluss nicht Dingen aussetzen, die sie gar nicht möchten?
  • Wie können Sie sicherstellen, dass keine Grenzen überschritten werden, wenn in manchen sexuellen “Heilungskontexten” das “Safe Word” “Blue Moon” oder “Orange Sun” nicht mehr benutzt worden sein soll?
  • Mehrere Personen äußerten nach ihrer Zeit bei Go&Change, sich vergewaltigt gefühlt zu haben, da sie zum Zeitpunkt der Entscheidung schon nicht mehr zurechnungsfähig gewesen sein sollen. Wie gehen Sie als Gemeinschaft mit diesen Vorwürfen um?
  • Mehrere Personen gaben an, Geschlechtskrankheiten sollen trotz starker Schmerzen der Betroffenen ignoriert und als persönliche Prüfung interpretiert worden sein, statt sie zu behandeln. Ist das richtig?
  • Wenn ja, warum gingen Betroffene nicht früher ins Krankenhaus?
  • Zwei ehemalige Mitglieder geben an, dass ein anderes Mitglied der Gemeinschaft, [Name aus Datenschutzgründen entfern], sich vor der Gruppe im Frühjahr 2020 als pädophil geoutet haben soll, entsprechende pornografische Videos besessen haben soll und sich in mindestens einem Fall gegenüber einem der im Kloster lebenden Kinder übergriffig verhalten haben soll. Daraufhin sei er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden. Hat sich dieser Sachverhalt so zugetragen? Falls ja, wie haben Sie diesen Vorfall aufgearbeitet?
  • Befindet sich [Name entfern] weiterhin im Umfeld des Klosters und ist dort vor Ort?
  • Dem SZ Magazin liegen E-mails mit dem Titel “Energieausgleich” aus dem Zeitraum April bis mindestens Mai 2020 vor, in denen Ehemalige dazu aufgefordert werden, Herrn Krischik eine monatliche Rente für seine Dienste zu zahlen. Ist das richtig?
  • Welcher Betrag wurde hierdurch generiert?
  • Mindestens acht Personen geben uns gegenüber an, dass Gruppenmitglieder ihre Kontoauszüge zur vollen Transparenz an die Finanzgruppe unter der Leitung von Felix Krolle, hätten schicken müssen. Ist das zutreffend?
  • Des weiteren schilderten mindestens zwei Personen, dass Gruppenmitglieder nur 1000 Euro Eigenkapital auf dem Konto hätten haben dürfen, sollten sie die Gruppe verlassen. Ist das zutreffend?
  • Ist es zutreffend, dass Herr Krischik vom Geld der Gruppe ein neues E-Bike erstanden hat?
  • Gruppenmitglieder sollen unseren Informationen nach aufgefordert worden sein, sich zu Weihnachten leistungsstarke Computer zu wünschen, um Herrn Krischiks Wunsch nach gemeinsamem Computerspiel nachzukommen. Ist das richtig?
  • Ist es zutreffend, dass Kaffee, Nikotin und Süßigkeiten im Kloster limitiert sind?
  • Ist es zutreffend, dass Herr Krischik all diese Dinge zu sich nehmen kann wann und wie er will und einen eigenen Kühlschrank besitzt?
  • Mehrere Frauen berichteten, sie hätten während der Schwangerschaft im Kloster nicht essen dürfen, worauf sie Lust hatten. Ihre Lust auf beispielsweise Milchprodukte sei als “Egotrip” oder “Extrawurst” betitelt und abgelehnt worden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Ist es richtig, dass Besuche bei Freunden und Familie in der Gruppe angekündigt und bewilligt werden müssen?
  • Eltern berichten, ihre Kinder teilweise nur bis zu zwei Stunden am Tag gesehen zu haben, während Bezugspersonen in der Kinderbetreuung ständig durchgewechselt worden sein sollen. Ist das zutreffend?
  • Wenn ja, welches Ziel verfolgen Sie mit diesem Konzept?
  • Einzelne Ex-Mitbewohner*innen geben an, nach ihrem Auszug im Jahr 2020 auf sie bedrohlich wirkende Anrufe u.a. durch Herrn Krolle sowie diffamierende Nachrichten via Facebook von einem anonymen Konto erhalten zu haben. Außerdem soll versucht worden sein, über einen Anwalt die Namen der am Ermittlungsverfahren mit Aussagen Beteiligten herauszufinden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?

Fragen an Herrn Kai Krischik

  • Welche Stellung würden Sie sich selbst in der Gemeinschaft zu schreiben?
  • Sie sollen mehreren Gemeinschaftsmitgliedern gegenüber angegeben haben, mit dem Leiter der sogenannten “Elternschule” in Gelsenkirchen zusammengearbeitet zu haben. Dieser gibt an, Sie nicht zu kennen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Warum gelten die im Kloster verbreiteten Regeln der Ernährung (vegan, keine Süßigkeiten etc.) für Sie nicht?
  • Warum sind Sie und Felix Krolle vom sogenannten “Verpassana” ausgenommen?
  • Frauen berichten, Sie seien von Ihnen in Reizwäsche “eingekleidet” worden, ihr Aussehen sei von Ihnen kommentiert und bewertet worden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Mehrere Frauen berichten, es habe mindestens einen Abend gegeben, an dem Sie angeordnet hätten, die Frauen sollten Drogen konsumieren, Reizwäsche tragen und mit den Männern tanzen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Ist es richtig, dass Sie auch Kindern “Arschlochanteile” zuordnen, die es zu bekämpfen gilt?
  • Genießt Ihr Sohn im Kloster besondere Privilegien?
  • Ist es richtig, dass der Großteil der sexuellen “Kontexte” dann stattfindet, wenn Sie es wollen?
  • Ist es richtig, dass die Gestaltung dieser Kontexte nach Ihren Vorstellungen verläuft?
  • Ist es richtig, dass Sie in diesen Kontexten kein Kondom benutzen?
  • Ist es richtig, dass Sie in der großen Gruppe regelmäßig abfragen, wer in der Gruppe mit wem und wie oft geschlafen hat?
  • Verschiedene Frauen geben an, in diesen von ihnen orchestrierten sexuellen “Kontexten” mehrfach ein Safe Wort benutzt zu haben, um den Vorgang meist zu starker Penetration abzubrechen. Diese Grenze soll insbesondere von Ihnen mehrfach durch starkes Diskutieren und verbale Einschüchterung nicht akzeptiert worden sein. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
  • Was ist die im Kloster etablierte “Mäuseburg” Ihrer Auffassung nach?
  • Ist es richtig, dass Sie Mitglieder ohrfeigten?
  • Ist es richtig, dass Mitglieder Geld auch auf Ihr Privatkonto überweisen?
  • Haben Sie Zahlungen einer “lebenslangen Rente” von ehemaligen Mitgliedern gefordert und/oder erhalten?

Mit freundlichen Grüßen,

Eva Hoffmann


26.11.2021 – 19:01 Uhr - E-Mail von Go&Change an die Journalistin Eva Hoffmann


Sehr geehrte Frau Hoffmann,

uns drängt sich der Gedanke auf, dass, wenn Sie nur mit 17 ehemaligen Bewohnern geredet haben und somit über 40 ehemailige Bewohner, die positiv bis neutral mit uns sind, weggelassen haben, Sie ganz und gar nicht an Wahrheitsfindung oder Aufklärung interessiert sind.

Sie haben wahrlich keine guten Absichten.

Unseren Informationen nach laufen Sie zum wiederholten Mal mit Rechercheteams durch Herrn Krischiks Heimatstadt und bieten den Menschen sogar Geld, damit diese irgendwelche negativen Geschichten über ihn erzählen. Weiter entfernt könnten Sie vom ehrbaren Journalismus kaum sein. Wie finanziert die Süddeutsche das Ganze überhaupt?

Und trotzdem können auch Sie nur wieder die Vorwürfe aus der Mainpost wiederholen und haben nichts Weiteres.

Selbtverständlich haben wir keine menschengefährdenden oder -unwürdigen Handlungen walten lassen. Das würde unserer Lebenseinstellung zutiefst widersprechen.

Wir verweisen gerne auf die Ergebnisse der Untersuchungen von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Wir haben komplette Akteneinsicht in die Ermittlungen gegen uns und kennen alle Aussagen von allen Beteiligten, so wie die Polizei und Staatsanwaltschaft natürlich auch. Die würden wir Ihnen auch wünschen, aber die dürfen Sie natürlich nicht haben.

Aber um auf ganz Nummer Sicher zu gehen, bitten wir Sie, uns doch ganz konkrete Situationen zu nennen, auf die wir uns auch tatsächlich beziehen können.

Bis dahin werden wir uns jetzt die Zeit nehmen, auf alle Ihre Fragen zu antworten, soweit wir können.

Bei voller Transparenz unter allen Beteiligten sind wir bereit, über alles zu reden.

Wir verstehen auch nicht, warum Sie bis heute niemanden inkognito vorbei geschickt haben, um das Geschehen bei uns zu erleben.

Mit freundlichen Grüßen,
Felix Krolle


29.11.2021 – 10:54 Uhr - E-Mail von der Journalistin Eva Hoffmann an Go&Change


Sehr geehrter Herr Krolle,
Sehr geehrter Herr Krischik,

Die Süddeutsche Zeitung und ich haben niemandem Geld für Informationen gezahlt. Ein Gesprächspartner wollte 1000 Euro für ein Interview, worauf wir nicht eingingen. Bitte nehmen Sie also Abstand von dieser Unterstellung.

Gesprächsangebote unsererseits gab es viele. Bitte antworten Sie auf unsere Fragen bis morgen, Dienstag, den 30. November, 9.00 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen,
Eva Hoffmann


30.11.2021 – 08:18 Uhr - E-Mail von Go&Change an Chefredaktion SZ-Magazin, ehemalige Bewohner, Eva Hoffmann und Patrick Bauer


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe diese Mail als Antwort auf Frau Eva Hoffmann vom SZ-Magazin (siehe ganz unten).

Hierin schreibe ich gleichzeitg die Chefredaktion des SZ-Magazin, unsere ehemaligen Bewohner, Frau Eva Hoffmann und Herrn Patrick Bauer, beide SZ-Magazin, an:


Sehr geehrter Herr Ebert, sehr geehrter Herr Klotzek,

als Chefredakteure des SZ-Magazin fordere ich Sie auf, sich mit dem unethischen und journalistisch nicht ehrbaren Verhalten ihrer Angestellten Frau Eva Hoffmann und Herrn Patrick Bauer kritisch auseinanderzusetzen.

Im Zuge der “Recherche” ihres Artikels über uns wurden wir von ihnen belogen, bedroht, eingeschüchtert und unter Druck gesetzt. Sie standen unangekündigt vor unserer Haustür, haben Freunde und Familie von uns bis auf die Arbeitsstelle verfolgt und massiven Druck auf unser Umfeld ausgeübt. https://alle-seiten.org/mailverkehr-journalistin/

Die beiden gehen nicht von einem “in dubio pro reo” aus, sondern wir sind schon längst vorverurteilt. Und das obwohl die Staatsanwaltschaft bekanntermaßen nach sehr ausführlichen Ermittlungen bei uns keine Straftaten feststellen konnte.

Denn ähnliche Vorwürfe wurden schon im letzten Jahr in der Mainpost erhoben und gründlich untersucht. Es konnte sich kein Verdacht erhärten, und gleichzeitig haben wir über 70 positive Erfahrungsberichte von ehemaligen Bewohnern, Familien, Freunden und Kooperationspartner erhalten, die ein gänzlich anderes Bild zeichnen, als das, was in der Mainpost stand oder aus den Fragen von Frau Hoffmann heraus gelesen werden kann: https://alle-seiten.org/hauptseite-mainpost/

Bitte nehmen Sie Stellung zu dem Vorgehen Ihrer Angestellten!

Vielen Dank und herzliche Grüße,
Felix Krolle


Liebe ehemalige Bewohner,

einige von euch sind Interviewpartner von Frau Hoffmann oder Herrn Bauer, andere von euch haben durch uns von dem kommenden Artikel in der SZ gehört, und einige wissen vielleicht noch gar nichts darüber.

Da sich Ehrlichkeit und Transparenz nachhaltig bewährt haben, wählen wir auch dieses Mal wieder diesen Weg.

Unten stehend findet ihr unseren aktuellen Mailverkehr mit Frau Hoffmann. Dieser und weiterer Mailverkehr mit ihr ist unter https://alle-seiten.org/mailverkehr-journalistin/ öffentlich zugänglich.

Wir sind traurig darüber, wie sich einige von euch entschieden haben. Soweit möglich, werden wir unsere geteilten Vertrauensräume trotzdem schützen und intime Details über euch nur insofern transparent machen, wie sie der Wahrheitsfindung unabdingbar dienen.

Wir wunschen uns allen alles Gute,
Felix


Sehr geehrte Frau Hoffmann, sehr geehrter Herr Bauer,

die Information, dass Sie Geld anbieten, wurde uns aus zwei Quellen zugetragen. So, wie sie sich bisher verhalten haben und mit uns stehen, fänden wir dieses Vorgehen von Ihnen nicht verwunderlich.

Die Antworten auf Ihre Fragen finden Sie unter: https://alle-seiten.org/mailverkehr-journalistin/#neu-beitrag

Mit freundlichen Grüßen,
Felix Krolle


30.11.2021 – 8:19 Uhr – Unsere Antwort auf die Fragen von der Journalistin Eva Hoffmann


Sehr geehrte Frau Hoffmann,

wie wir in unserer letzten Mail an Sie ja schon festgestellt haben, sind Sie weder an der Wahrheitsfindung noch an irgendetwas anderem Guten interessiert.

Ihre wirklichen Motive können Sie ja gerne mal in einem ehrlichen Dialog mit Ihrem Gewissen klären.

Offensichtlich ist auf jeden Fall, dass Sie mehr an Schlagzeilen als an Aufklärung interessiert sind, und die erhält man mit dem erlogenen Narrativ einer Drogen-Sex-Sekte mit einem diktatorischen Guru an der Spitze viel besser als mit der Wahrheit einer experimentellen, um das Wahre, Schöne und Gute bemühten Gemeinschaft Gleichgesinnter, die nach einer besseren Welt strebt und dabei durchaus ungewöhnliche Wege geht, die nicht jedem gefallen.

Daher haben wir uns entschieden, in aller Öffentlichkeit auf Ihre Fragen zu antworten, soweit wir können.

„Soweit wir können“ ist deswegen wichtig, da die Art, wie Ihre Fragen zustande gekommen sind, und die Prämissen, auf denen Ihre Fragen fußen, schon einer solchen unehrlichen und tendenziösen Motivation entspringen, dass wir diesen falschen Grundannahmen zustimmen würden und müssten, würden wir auf Ihre Fragen eins zu eins antworten. Sie fragen auch nie nach etwas Gutem.

Diese Art von Fragen kombiniert mit dem Druck eines drohenden diffamierenden Artikels, und das ist beim tendenziösen Journalismus leider eine gängige Technik, versucht, uns in eine Rechtfertigungsposition zu zwingen. Diesem psychologischen Druck standzuhalten, ist alles andere als leicht und für alle Menschen eine große Herausforderung – aber das wissen Sie natürlich, denn Sie arbeiten damit.

Unsere Schuld stände ja schon längst fest und wir müssten uns einfach nur beugen, damit die Strafe nicht so hart ausfällt. Das Versprechen: „Gestehen Sie Ihre Schuld und erklären Sie sich ausführlich, dann wird unser Artikel über Sie nicht ganz so zerstörerisch.“ Das haben Sie in ihrer Mail vom 27.06.2020 sogar schon angedroht: „Wenn Sie mir diese [Fragen] nicht persönlich beantworten wollen, dann bleibt Ihre Seite erzählerisch sehr “flach”, was ich schade finde und was natürlicherweise zu einem Ungleichgewicht führt, dass sich nur schwer ausgleichen lässt.“

Es gäbe ja über 70 öffentlich verfügbare ausführliche positive Erfahrungsberichte zu uns, die Sie für eine tiefere Auseinandersetzung hätten einbeziehen können. Außerdem hätten diverse ehemalige Bewohner, die gut mit uns sind, Bekannte und Kooperationspartner, mit Ihnen gesprochen – nur leider haben Sie niemanden von denen angefragt….

Es erscheint mir fast schon unnötig, ein weiteres Mal zu erwähnen, dass die Polizei und Staatsanwaltschaft uns ausführlich untersucht hat und zu folgendem Schluss kam: „Nach umfangreichen Ermittlungen, insbesondere Vernehmungen von ehemaligen und aktuellen Mitgliedern der Gemeinschaft, konnten Straftaten innerhalb der Gemeinschaft zum Nachteil anderer Gruppenmitglieder nicht festgestellt werden.”

Ohne Zweifel ist Ihnen auch bekannt, dass höchstwahrscheinlich alle(!) ehemaligen Bewohner mit denen Sie gesprochen haben, unsere Gemeinschaft verlassen mussten, also rausgeflogen sind. Sie sind nicht gegangen, weil sie nicht mehr bei uns sein wollten. Sie mussten gehen, weil sie mit ihren destruktiven Handlungen über lange Zeit nicht aufhören wollten.

Aber all das scheint Sie nicht zu interessieren, dann sonst würden Sie nicht durch die Heimatstadt von Herrn Krischik laufen und alte Freunde und Familie bis zu ihren Arbeitsstellen stalken, belästigen und unter Druck setzen. Sie hätten auch die Fragen in Ihrer Mail nicht so tendenziös formuliert und hätten auch mit Menschen gesprochen, die uns wohlgesonnen sind.

Zur besseren Veranschaulichung werden wir Ihrem Vorgehen, Frau Hoffmann, noch weiter auf den Grund gehen, es ausleuchten und z.B. Ihre Art einfach mal auf Sie selbst anwenden:

Sie sind ja eng mit der Schwester unserer ehemaligen Bewohnerin Charlotte befreundet. Sie ahnen bestimmt schon, was wir aus Gesprächen über Sie nun hier schreiben könnten. Wir nennen mal die Stichpunkte Sex, Drogen, Männer, ehemalige beste Freundin. Wenn wir mit bestimmten Menschen aus Ihren Freundeskreisen jetzt gezielter reden würden, dann wären Sie bestimmt froh, das ein oder andere nie gemacht oder gesagt zu haben.

Nun sind wir aber zum Glück nicht daran interessiert, Sie in eine solche unmenschliche Situation zu bringen, daher belassen wir es mal hierbei und wenden uns wieder Ihren Fragen zu.

Ihre Fragen lassen sich grob in folgende Bereiche einteilen: Entscheidungsfreiheit, Drogen, Sex, Finanzen, Kinder und nicht eindeutig zuzuordnende Fragen.

Alle Fragen in jedem Bereich sind darauf ausgelegt, ein negatives Bild zu erzeugen, das in der Essenz unwahrer nicht sein könnte. Das wird erreicht, indem Sie einzelne wahre Fakten in einen unwahren Kontext setzen. Somit lassen sich Ihre Fragen nicht eindeutig beantworten, sondern müssen erst wieder getrennt werden in Kontext und wahrer Fakt.

Ich werde im Folgenden aus jedem Bereich eine oder mehrere Fragen beispielhaft herausgreifen, das negative Bild benennen und den wahren Fakt beantworten, sodass diese Fragetechnik offensichtlich und die Wahrheit sichtbar wird

(Für die Leser: Es kann jeder mal selbst überprüfen, was für ein Bild über uns in ihm entsteht, wenn er die Fragen von Frau Hoffmann liest, und dieses mit der eigenen Erfahrung oder den positiven Berichten über uns vergleicht.)

Grundsätzlich suggerieren alle Fragen, dass alle Menschen, die jemals bei uns gewohnt haben, unmündige, verantwortungslose Mitläufer ohne eigene Meinung sind, die nicht aus freien Stücken bei uns wohnen oder gewohnt haben und nicht aus freien Stücken hätten jederzeit gehen können. Sie seien irgendwie gezwungen oder manipuliert worden und hätten das alles freiwillig nie gemacht.

Wenn sich einige unserer ehemaligen Bewohner selbst so sehen wollen oder sich von Ihnen dazu machen lassen wollen, dann sei das ihnen überlassen.

Ich widerspreche dieser Sichtweise hier jedoch im Namen aller anderen (ehemaligen) Bewohner, die sich als verantwortlich handelnde Menschen begreifen und die bei uns nie etwas gegen ihren Willen getan haben oder gar mussten – außer die Gemeinschaft zu verlassen.

Bereich: Entscheidungsfreiheit
Ihre Frage: „Menschen berichten, auf Drängen des Leitungsteams, sich in körperliche Extremzuständen begeben zu haben. z.B. Baden in der Eistonne, Schlafentzug und stundenlanges Aushalten draußen bei Minusgraden auf Anweisung des Leitungskreises. Ist das richtig?“

Das Bild das in diesem Bereich ungefähr erzeugt werden soll, ist das einer Leitungsriege, die ihre Gefolgschaft gegen ihren Willen in unmenschliche und folterähnliche Situationen bringt, um sie zu brechen und zu schwächen. Menschen dürften bei uns keine freien Entscheidungen treffen.

Das genaue Gegenteil ist wahr. Teile der Gemeinschaft, allen voran das Leitungsteam, haben sich selbst diesen Situationen ausgesetzt und u.a. geübt, in körperlichen, sowie psycho-emotionalen Stresssituationen einen klaren Kopf zu behalten, um weiterhin ausgewogene Entscheidungen treffen zu können, egal, was passiert. Woanders nennt man das Resilienztraining, das sich die Anbieter mit gutem Geld bezahlen lassen.

Ihre Frage: „Mehrere Personen gaben an, Geschlechtskrankheiten sollen trotz starker Schmerzen der Betroffenen ignoriert und als persönliche Prüfung interpretiert worden sein, statt sie zu behandeln. Ist das richtig? Wenn ja, warum gingen Betroffene nicht früher ins Krankenhaus?“

Die Frage suggeriert, dass Menschen bei uns so krasse Geschlechtskrankheiten hatten, dass sie ins Krankenhaus gemusst hätten, was sie entweder gar nicht oder zu spät taten, weil sie nicht frei entscheiden dürften.

Die Möglichkeit, dass es bei uns nie Geschlechtskrankheiten gab, die mit so starken Schmerzen einhergingen, dass jemand ins Krankenhaus gemusst hätte, wird von vorneherein ausgeschlossen.

Die Wahrheit ist: Die paar wenigen Verdachtsfälle einer Geschlechtskrankheit, die uns bekannt sind, wurden ärztlich abgeklärt und ggf. behandelt, von krankenhausreifen Schmerzen war da jeder Betroffene aber weit entfernt.

Bereich: Kinder
Ihre Frage: „Eltern berichten, ihre Kinder teilweise nur bis zu zwei Stunden am Tag gesehen zu haben, während Bezugspersonen in der Kinderbetreuung ständig durchgewechselt worden sein sollen. Ist das zutreffend? Wenn ja, welches Ziel verfolgen Sie mit diesem Konzept?“

Das Bild, das mit diesen und ähnlichen Fragen erzeugt werden soll, ist dass wir uns sehr schlecht um unsere Kinder kümmern und Kinder von ihren Eltern entfremden, während Fremde auf sie aufpassen.

Auch hier ist das genaue Gegenteil wahr. Wir haben ein sehr umfassendes, von Pädagogen und Psychologen ausgearbeitetes und geleitetes Kinderbetreuungsprogramm, das sich sehr nah an den Bedürfnissen der Kinder und Eltern orientiert, um allen in allen Situationen die optimale Unterstützung zukommen zu lassen. Ein Mitarbeiter des Jugendamts war begeistert von unserem Konzept. Die Betreuung ist dabei z.B. so engmaschig, familiär und nah, dass das Kind keinen Abbruch in seiner Routine erfährt, selbst wenn die Eltern mal für einen Tag unterwegs sein sollten. Leider haben einige Eltern das ausgenutzt und zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbracht. Diesen haben wir als Bedingung für eine weitere Betreuung auferlegt, dass sie mindestens zwei Stunden Zeit pro Tag mit ihren Kindern verbringen müssen.

Ihre Frage: „Ist es richtig, dass Sie auch Kindern “Arschlochanteile” zuordnen, die es zu bekämpfen gilt?“

Nein, das ist natürlich nicht richtig. Kein liebender Mensch wird irgendwelche Teile in Kindern bekämpfen. Er wird die Kinder und alle ihre Teile lieben. So machen wir das zumindest.

Bereich: Drogen
Ihre Fragen: „Wie stellen Sie sicher, dass sich Personen in einer Gruppendynamik oder unter Drogeneinfluss nicht Dingen aussetzen, die sie gar nicht möchten?
Gesprächspartner*innen schildern, dass Drogentrips teilweise über 24 Stunden andauerten, es Menschen aber untersagt gewesen sein soll, sich zurückzuziehen und sie teils physisch wieder in den Gruppenraum gezwungen worden sein sollen. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
Menschen berichten, dass sie über den Konsum von LSD, Koks und MDMA nicht selbst entscheiden durften, sondern eine andere Person die Dosen zubereitet habe. Wie bewerten Sie diese Schilderung?“

Das Bild, das hier erzeugt werden soll, ist wieder das von unmündigen Erwachsenen, die in einem großen Drogenrausch überhaupt gar keine Verantwortung mehr für ihre Handlungen übernehmen können, während dieser Zustand sträflich ausgenutzt wird. Auch hier geben die Fragen schon die Situationsbeschreibung derart vor, dass diese gar nicht mehr zu hinterfragen ist. Die Möglichkeit, dass es auch anders sein könnte, stellt die Frageformulierung gar nicht mehr zu Verfügung.

Die Wahrheit ist: Welcher Mensch, der einigermaßen bei Verstand ist, würde in eine Gemeinschaft in der das praktiziert wird, einziehen oder gar wohnen bleiben wollen? Das wäre ja nicht nur menschlich untragbar, sondern schlicht kriminell. Daher fordern wir jeden auf, der das bei uns erlebt haben soll, uns und sich selber anzuzeigen!

Bereich: Finanzen
Ihre Fragen: „Des weiteren schilderten mindestens zwei Personen, dass Gruppenmitglieder nur 1000 Euro Eigenkapital auf dem Konto hätten haben dürfen, sollten sie die Gruppe verlassen. Ist das zutreffend?
Mindestens acht Personen geben uns gegenüber an, dass Gruppenmitglieder ihre Kontoauszüge zur vollen Transparenz an die Finanzgruppe unter der Leitung von Felix Krolle, hätten schicken müssen. Ist das zutreffend?
Ist es zutreffend, dass Herr Krischik vom Geld der Gruppe ein neues E-Bike erstanden hat?“

Das Bild, das durch diese und weitere Finanzfragen erzeugt werden soll, ist, dass wir eine komplette Kontrolle über die Finanzen unserer Bewohner ausüben und uns unrechtmäßig an ihnen bereichern würden. Wobei die Frage mit dem E-Bike schon sehr albern anmutet…

Die Wahrheit: Jeder, der hier einzieht, weiß vorher sehr genau, wie wir leben und z.B. das Finanzielle regeln, und erklärt sich explizit damit einverstanden. Sich im Nachhinein über eine Abmachung zu beschweren, die man im vollen Bewusstsein vor dem Einzug eingegangen ist und während des Lebens hier nicht noch einmal angesprochen hat, kann wohl nur einem zutiefst gekränkten Menschen passieren.

Um aber auch hier alle Bilder aufzuräumen, schildere ich gerne kurz die Abmachung, die jeder Bewohner mit der Gemeinschaft hat: Wir haben eine zeitlich und inhaltlich gestaffelte virtuelle Gemeinschaftskasse. Jeder, der zu uns zieht, wird im Laufe der Zeit immer mehr Teil der Gemeinschaftskasse mit zunehmenden Rechten und Pflichten. In der Probezeit zahlt der neue Bewohner monatlich 700€ und ist damit Teil der sog. Alltagsgemeinschaftskasse. Miete, Ernährung, Nutzung des ganzen Geländes und der Autos sind damit abgedeckt. Nach der Probezeit geht das vorhandene Vermögen oder die vorhandenen Schulden im Halb-Jahres-Takt in das Eigentum der Gemeinschaft über, und immer mehr Ausgaben des Bewohners werden aus der Gemeinschaftskasse gezahlt. Zieht jemand aus, nimmt er das verbleibende Vermögen und die verbleibenden Schulden wieder mit. Er bekommt jedoch in jedem Fall 800 – 1.000 € für den Neustart ausgezahlt, selbst wenn er ohne Geld oder mit Schulden bei uns reingekommen ist. Da unsere Gemeinschaftskasse rein virtuell ist, behält jeder grundsätzlich das Gemeinschaftsgeld bei sich auf dem Konto und bezahlt damit Rechnungen für die Gemeinschaft. Die Kontoauszüge dienten uns dabei, den Überblick über unser Gemeinschaftsvermögen zu behalten. Da wir keine Verträge benutzen, beruht unsere Gemeinschaftskasse vollständig auf Vertrauen. Jeder, der auszog, hätte das Gemeinschaftsgeld auf seinem Konto behalten können, und wir hätten keine Handhabe gehabt. Einige haben dies auch gemacht und die Gemeinschaft um viele tausend Euro betrogen. Sie kennen diese Personen wahrscheinlich aus Ihren Interviews, Frau Hoffmann.

Also ja, Herr Krischiks E-Bike wurde vom „Geld der Gruppe“ bezahlt, genauso wie die anderen E-Bikes, viele Unterhosen, Computer und Autos anderer Bewohner ebenso, da Herr Krischik genauso Teil der Gemeinschaftskasse ist wie jeder andere auch.

Bereich: Sex
Ihre Fragen: „Die Mehrzahl der Frauen, mit denen wir sprachen, sollen sadistischen Sexualpraktiken wie starker Penetration durch Sexspielzeuge, die zu Verletzungen im Intimbereich geführt haben sollen, unterzogen worden sein, hauptsächlich ausgeführt durch Herrn Krischik. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?
Diese Sexualpraktiken sollen als “Heilungskontexte” betitelt worden sein, wenn sich Frauen verwehrten, so sei dies auf ihre negativen “Anteile” zurückgeführt worden sein. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?“

Die Fragen vor allem aus dem Bereich Sex leben von maximal unkonkreten Beschreibungen, Triggerworten und unmündigen Erwachsenen und zielen hauptsächlich darauf ab, beim Leser Unbehagen und Vorurteile auszulösen.

Obwohl ganz klar alle Fragen mit „Nein, stimmt nicht!“ oder „Nein, stimmt so nicht!“ zu beantworten sind, bleibt beim Leser trotzdem ein unangenehmes Gefühl hängen, und das ist ja, das worum es Ihnen geht. Wären Sie an Wahrheit und wirklicher Aufklärung interessiert, würden Sie ebenso nach den unzähligen wunderschönen Erfahrungen und positiven Entwicklungen fragen, die Menschen hier nicht nur auf sexueller Ebene miteinander gemacht haben. Sie würden dann z.B. fragen, wie es möglich ist, dass einige Menschen, die in tiefen Vertrauensräumen mit uns waren und mit uns das Leben gefeiert haben und Befreiung auf vielen Ebenen erlebt haben, wie es möglich ist, dass diese im Nachhinein lügen und Ereignisse so verdrehen, dass sie keine Verantwortung mehr haben und die anderen die Bösen sind. Dazu gibt es viel Literatur, man kann es grob als „Projektionen“ zusammenfassen. Würden Sie solche Fragen stellen und nach ehrlichen Antworten suchen, könnten wir in der Tat mit einem ausgewogenen Artikel rechnen. Da sie jedoch überall ausschließlich Destruktivität und Böses als Grundprämisse setzen, müssen Sie alle positiven Erfahrungen (siehe z.B. die über 70 Erfahrungsberichte) ausklammern, denn sonst macht ihr Narrativ keinen Sinn mehr.

Bereich: nicht eindeutig zuordbare Fragen
Ihre Frage: „Zwei ehemalige Mitglieder geben an, dass ein anderes Mitglied der Gemeinschaft, [Name aus Datenschutzgründen entfernt], sich vor der Gruppe im Frühjahr 2020 als pädophil geoutet haben soll, entsprechende pornografische Videos besessen haben soll und sich in mindestens einem Fall gegenüber einem der im Kloster lebenden Kinder übergriffig verhalten haben soll. Daraufhin sei er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden. Hat sich dieser Sachverhalt so zugetragen? Falls ja, wie haben Sie diesen Vorfall aufgearbeitet? Befindet sich [Name entfernt] weiterhin im Umfeld des Klosters und ist dort vor Ort?“

Das Bild, das Sie durch diese Frage erzeugen, ist das eines schwerstkranken Pädophilen, der sich an kleinen Kindern vergeht.

Die Wahrheit ist, dass ein ehemaliger Bewohner so tief im Vertrauen mit uns war, dass er der ganzen Gemeinschaft von seinen tiefsten Abgründen erzählt hat mit der Intention diese Abgründe aufzuräumen, zu heilen und sie mit allen Konsequenzen, die dazu gehören, wieder gut zu machen.

Es war sofort allen, auch ihm selbst, klar, dass wir damit zur Polizei gehen mussten. So habe ich, Felix Krolle, ihn unmittelbar selbst zur Polizei für seine Selbstanzeige begleitet. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, werde ich keine weiteren Aussagen dazu machen.

Ich würde jedoch behaupten, dass wir uns hier als Gemeinschaft vorbildlich verhalten haben.

Ihre Frage: „Einzelne Ex-Mitbewohner*innen geben an, nach ihrem Auszug im Jahr 2020 auf sie bedrohlich wirkende Anrufe u.a. durch Herrn Krolle sowie diffamierende Nachrichten via Facebook von einem anonymen Konto erhalten zu haben. Außerdem soll versucht worden sein, über einen Anwalt die Namen der am Ermittlungsverfahren mit Aussagen Beteiligten herauszufinden. Wie nehmen Sie hierzu Stellung?“

„Sektenführer bedroht Aussteiger“ oder so ähnlich könnte Ihre Schlagzeile heißen, wenn das stimmen würde, was Sie da schreiben.

Aber wieso und womit sollte ich denn jemanden drohen, den wir wegen Lügen und Manipulation aus der Gemeinschaft ausgeschlossen haben? Wir könnten in der Tat viele unangenehme Wahrheiten über jeden ehemaligen Bewohner veröffentlichen, aber warum sollten wir das tun? Wir sind, anders als Ihre Interviewpartner, nicht an Diffamierung interessiert. Alle, die wollten haben der MainPost oder der Polizei doch eh schon die intimsten Details über unser Leben erzählt.

Als Beschuldigte liegen uns selbstverständlich die Ermittlungsakten vollständig vor, sodass wir genau wissen, wer welche Aussage bei der Polizei getätigt hat und – für uns wenig überraschend – hat niemand bei uns etwas erlebt, was strafrechtlich relevant gewesen wäre.

Also wieso sollten wir jemanden persönlich oder anonym bedrohen? Das macht wahrlich keinen Sinn.

Damit habe ich Ihnen nun, soweit ich kann, Ihre Fragen beantwortet. Wir erwarten nicht, dass Sie auf Grund der Wahrheit Ihren Artikel nochmal ändern werden.

Aber so hat jeder kritische Leser wenigstens die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Mit freundlichen Grüßen,
Felix Krolle