Gäste

Verwandschaft


16.06.2020 - 14:58 von Teo Geldner an die Mainpost

Sehr geehrtes Redaktionsteam der Mainpost,

liebe Gemeinschaft Go&Change,

mein Bruder Carlo ist Ende 2018 zu Go&Change gezogen, den Umzug haben wir gemeinsam mit meinem Vater und meiner Schwester gemacht. Es folgten 2019 noch weitere Besuche, alleine und einmal auch mit der ganzen Familie. Ich war stets nur 3, 4 Tage in Lülsfeld aber bereits diese kurzen Aufenthalte haben mich nachhaltig geprägt und ich denke, dass ich auch einen guten Einblick in die Gemeinschaft bekommen konnte, der eine differenzierte Einschätzung des Lebens im Kloster erlaubt.

Was ich bereits während dieser Aufenthalte über Bewusstseins- und Konfliktarbeit, Gemeinschaftsleben und vor allem über mich persönlich gelernt habe, ist unglaublich. In vielen Gesprächen mit Bewohnern und anderen Gästen, durch die Teilnahme am Gemeinschaftsleben und durch viel Beobachten konnte ich die Praktiken der transparenten Kommunikation, des Spiegelns und der Prozesse kennen lernen. Dafür bin ich sehr dankbar denn diese Praktiken helfen mir sehr, ehrlich Liebe zu leben. Aber natürlich geht es auch ans Eingemachte, wenn man sie konsequent anwendet. Bei meinen Besuchen in der Gemeinschaft wurde dies aber immer klar gemacht. Ebenfalls, dass jedes Gespräch, jeder Prozess, jede Konfrontation freiwillig ist und nicht verlangt wird, dass man sich mehr öffnet als man das selbst möchte. Diese Regel, wahrscheinlich sogar die wichtigste, war stets omnipräsent.

Ich bin während meiner Besuche für mein Empfinden recht tief eingetaucht in das Gemeinschaftsleben und wurde dabei herzlich willkommen geheißen. Mir wurde aber auch das Gefühl vermittelt, nichts zu überstürzen. Andere Gäste, die ich erlebt habe, und Teile meiner Familie waren da zurückhaltender, haben sich erstmal alles mit etwas Distanz angeschaut. Auch hier wurde allen eine angemessene und liebevolle Gastfreundschaft mit viel Interesse an jeder einzelnen Person zuteil. Wie ich es erlebt habe, wurde immer in zärtlicher Zurückhaltung klar gemacht, dass für jede Art des gewünschten Kontaktes der entsprechende Raum besteht.

Wer tief einsteigen möchte in Bewusstseinsarbeit, der ist im Kloster am richtigen Ort, das habe ich schnell durch meinen Bruder und meine Erlebnisse dort gelernt. Dies bedeutet aber konsequenterweise auch, dass man dabei mit Dingen seines selbst konfrontiert wird, die eventuell nicht einfach zu verarbeiten sind. Es kommen sehr viele Gäste zu G&C und inzwischen gibt es auch viele ehemalige Bewohner, die gebeten wurden, auszuziehen. Da ist es für mich nicht verwunderlich, dass es darunter einige Personen gibt, die im Unguten gegangen sind und sich wünschen, sie hätten die Türen, die sie geöffnet haben, verschlossen gelassen. Dass einige hierfür die Gemeinschaft verantwortlich machen, kann ich gut nachvollziehen. Es ist angenehm und einfach, einen Sündenbock statt sich selbst in die Verantwortung zu nehmen. In Ordnung ist das aber nicht. Konflikte, und seien sie noch so groß, lassen sich über viele Wege angehen. Der Weg über die Medien ist aber wohl einer der kontraproduktivsten, der nichts löst und nur Verlierer hinterlässt. Dass dies nun alles öffentlich ausgetragen wird, tut mir sehr leid. Denn egal wie die Geschichte ausgeht, so offen und Vertrauen vorschießend wie bisher wird die Gemeinschaft wohl nicht mehr sein können. Das ist ein großer Verlust für die liebevolle Kulturarbeit, die dort entsteht.

Sollte Interesse von Seiten der Gemeinschaft oder auch von der Mainpost zu detaillierteren Ausführungen oder einem Gespräch bestehen, bin ich hierzu gerne bereit. Für eine Zitation aus diesem kurzen Bericht bitte ich um kurze Kontaktaufnahme zur Autorisierung, in Gänze kann er gerne veröffentlicht werden.

Besten Dank und alles Liebe

Teo Geldner, Doktorand der Volkswirtschaftslehre


11.06.2020 - 16:41 von Renate Koch an Go&Change

Mein Erleben als Mutter eines ehemaligen Gruppenmitglieds zu “Go&Change“

Meine Tochter Judith war bereits in Halle Teilnehmerin in der Gruppe.

Nach dem Einzug ins ehemalige Kloster in Lülsfeld machte ich meinen ersten mehrtägigen Besuch dort. Ich war so früh mit meinem Besuch, dass die Kisten vom Umzug noch nicht alle ausgepackt waren. Es war sicherlich für mich eine erste Orientierung bzw. Einschätzung zur Gruppe. Ich wollte selbst erleben, Eindrücke sammeln.

Obwohl alle Mitglieder noch umzugsbedingt vieles zu organisieren hatten, waren alle Begegnung freundlich und gelassen. Es ergaben sich immer wieder kurze Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern und gegenseitig wurden Fragen gestellt und beantwortet. Ich nahm am ganzen Gruppengeschehen teil. Auch an den abendlichen Versammlungen und der internen Spieglungsarbeit.

Im Laufe der Jahre besuchte ich meine Tochter immer wieder für einige Tage. Ich konnte Weiterentwicklung sehen im Gruppenprozess, mit den Projekten vor Ort und außerhalb.

Bei „go & change“ sind Menschen, die sich weiter entwickeln wollen, an sich arbeiten wollen und gleichzeitig in einer Gruppe leben wollen. Ob und wie lange diese Gruppe für jeden Einzelnen stimmig ist oder bleibt, liegt im Ermessen des Einzelnen im Kontakt und in Abwägung mit der Gruppe. Zu keinem Zeitpunkt habe ich Zwang oder Druck innerhalb der Gruppe erkennen können. Im Gegenteil sogar: Es stehen Varianten zur Verfügung in welcher Weise Kontakt zur Gruppe gelebt werden kann. Es ist keine falsche „heile Welt“, die dort vorgelebt wird, dafür aber größtmögliche Offenheit von jedem Einzelnen und der Versuch sich in der Liebesfähigkeit weiter zu entwickeln.

Meine besondere Aufmerksamkeit galt den Kindern dort, denn sie sind immer unverstellt und zeigen auch eventuell für den Besucher zunächst Verborgenes. Mir sind Kinder begegnet, die liebevoll und voller Vertrauen sind. Ich hatte den Eindruck, sie haben alles, was sie brauchen und zeigen im sehr großen Maße soziale Kompetenzen. Mit diesem Ausmaß an Zufriedenheit und Natürlichkeit habe ich bisher keine Kindergruppe erlebt. Für mich war es eine Freude ihnen zuzuschauen.

Herzliche Grüße

Renate Koch

06.06.2020 - von Rüdiger Tamm an Go&Change

Liebe Go&Change Gemeinde,

Von meinem Sohn Lennard habe ich erfahren, dass die Lebensgemeinschaft in einem Artikel der Main Post mit schweren Vorwürfen belastet wurde. Die Main Post hat in diesem besagten Artikel ehemaligen Mitgliedern von Go&Change ein Forum verschafft durch die diese ihre unilaterale Kritik über Go&Change in die Öffentlichkeit tragen konnten. Es ist von “Psychoterror”, “Gehirnwäsche” und “sexualisierter Gewalt als Therapie” etc. die Rede, die zu den Praktiken von Go&Change im Umgang mit den eigenen Mitgliedern zur Tagesordnung gehören soll.
Da ich selbst dort nur einmal kurz zu Besuch vor Ort war kann und will ich zu diesen schweren Vorwürfen nichts sagen – ausser dass ich mir nicht vorstellen kann, dass mein Sohn Lennard all diese Dinge mitbekommen haben sollte ohne dass er sich dagegen gestellt hätte, bzw. ja dass er sogar daran mit beteiligt gewesen sein sollte. Ich kann es mir wie gesagt nicht vorstellen.

Ich möchte vielmehr darüber berichten, dass seit Lennard bei Go&Change ist, offenbar eine stetige Veränderung zu einer aktiveren, positiveren Lebenseinstellung bei Ihm stattfindet. Das Zusammenleben und der “Input” bei Go&Change scheint Ihn auszufüllen und mehr und mehr dazu zu befähigen für sich selbst und andere Verantwortung zu übernehmen. Das funktioniert für Ihn bei Go&Change offenbar besser als dies in einem “normalen” gesellschaftlichen Umfeld möglich wäre. Das Zusammensein in dieser Gruppe hilft ihm definitiv bei seiner Persönlichkeitsentwicklung.

Go&Change ist etwas Besonderes, weil ein alternativer Lebensentwurf und ein alternatives Zusammenleben versucht und praktiziert wird. Durch die gewollte Abweichung von der Norm entstehen aber auch automatisch Angriffsflächen, die es der Außenwelt einfach machen das Projekt zu destabilisieren.

Es wäre aus meiner Sicht daher schade, wenn die positive Arbeit von Go&Change durch am Ende überzogene und haltlose Vorwürfe ins Stocken geraten würde.
Der Main Post, die diesen Stein ins Rollen gebracht hat, obliegt daher eine besondere Verantwortung wenn sie sich nicht auf das Niveau einer populistischen Berichterstattung reduzieren lassen will.

Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Tamm

06.06.2020 - von Adelheid Johannsen an Go&Change

„Es eifre jeder seiner unbestochnen
Von Vorurteilen freien Liebe nach!“

Wie sähe unsere krisengeschüttelte Welt heute aus, hätten sich nur 20 Prozent der Menschen an dieses Lessing’sche Wort gehalten!

Und immer wieder gab es in der Geschichte Einzelpersonen oder Gemeinschaften, die dafür einstanden und durch ihr Wirken dafür gesorgt haben, dass dieser Menschheitstraum von einem vorurteilsfreien Miteinander nicht in Vergessenheit geriet.

Als Eltern unseres Sohnes, der in der Gemeinschaft lebt und glücklich ist, kennen wir goandchange seit ihrem Einzug in das ehemalige Kloster der Schwestern des Erlösers in Lülsfeld im Jahre 2017.

Der Gemeinschaft geht es um nichts weniger, als diesen Gedanken der vorurteilsfreien, der bedingungslosen Liebe – einer Zuwendung zum Mitmenschen, die keine Bedingungen kennt – zu leben und sie lebbar zu machen. Sie wissen um die Hindernisse, die einer vorurteilsfreien Zuwendung zum Mitmenschen im Wege stehen können und so gehört zur gemeinschaftlichen Arbeit die innere Arbeit, die Arbeit an dem, was innerlich nicht verarbeitet wurde und deshalb den Blick auf den Mitmenschen u.U. verstellt und das Leben in Gemeinschaft u.U. erschwert.

Dabei stehen die Übernahme von Verantwortung für sich selbst und für die Gruppe obenan. Es gilt, sich bewusst zu machen, wann die Bequemlichkeit den Weg in die Opferhaltung – eine heute so probate Denkfigur: die anderen sind schuld und müssen sich ändern; nicht ich. – oder in das einfache Richtig-Falsch-Denken weist.

Und was bewusst wird, kann man ändern. Man muss aber nicht und kann selbst entscheiden, wie weit man gehen möchte.

Bei jedem Menschen und natürlich auch bei Gemeinschaften besteht das Risiko, dass Muster gesehen werden, wo keine sind oder dass es blinde Flecken gibt. Insbesondere dann, wenn der Wunsch nach Veränderung intensiv ist. Wir finden es von goandchange überzeugend, dass die Mitglieder im Austausch mit anderen Lebensgemeinschaften stehen, sich gegenseitig besuchen und Mitglieder zeitweise austauschen und so diesem Risiko einen praktikablen Weg gegenüberstellen.

Vor unserer ersten Teilnahme an einem Wochenende wurden wir auf unsere Eigenverantwortung hingewiesen: nur in dem Ausmaß, in dem wir mitmachen, können wir lernen. Und wenn etwas nicht mit unseren Werten und unserer Kapazität vereinbar ist, können wir Bedenken anmelden oder aus dem Prozess aussteigen.

Wenn ich mich recht erinnere, haben wir das durch Unterschrift bestätigt.

Diese Gemeinschaft leistet nichts weniger als einen kulturellen Beitrag zu alternativen Lebensformen, wie sie Zukunft haben könnten: ein Leben in Gemeinschaft, das sich am liebevollen Miteinander, am Interesse für den anderen, am Einstehen für eine gemeinsame Sache orientiert und nicht am Konsum auf allen Ebenen.

Kind sein möchte man in dieser Gemeinschaft: wohl überlegte und diskutierte Strukturen schaffen einen Rahmen, an dem die Kinder Orientierung finden. Immer gibt es liebevolle Zuwendung, nicht nur, wenn das kindliche Herz trauert. Und immer bleibt eine liebevolle Verbindung bestehen, wenn kindliches Verhalten auch mal der Korrektur bedarf.

Wer sich in die Gemeinschaft begibt, wird eines erleben: eine große Offenheit und Anteilnahme, Freundlichkeit und Höflichkeit. Jeder kann sich eingeladen fühlen und dann ermessen, ob das Leben in großer Gemeinschaft für ihn/ für sie in Frage kommt.

Adelheid Johannsen (Lehrerin)
Dr. Joachim Born (Chemiker)

06.06.2020 - von Dr. Joachim Born an Go&Change

Wir sind seit 2016 über unseren Sohn in Verbindung und Austausch mit G&C. Erst in Halle, dann bei der Klosterbesichtung im Dez 2016 , beim Einzug 2017 und seitdem zahlreiche Male u.a. beim Aktiven-Treffen des Integralen Forums- einer Art Dachorganisation im Geiste.
Wir schätzen die offene warmherzige Atmosphäre und die tiefgehenden Gespräche, die wir jedes Mal wieder mit Bewohnern und Gästen dort haben.
Möglicherweise werden wir mit unserer Schilderung Kritiker nicht umstimmen können. Uns ist wichtig, den Menschen von G&C unsere Bewunderung für ihre Ziele und ihre Arbeit auszusprechen. Wir möchten uns hier darauf konzentrieren, wie die Menschen in G&C mit ihren Kindern umgehen.
Z.B. bei den Mahlzeiten: Je nach Fähigkeiten und Alter wurden die Kinder gefüttert oder konnten sich selbst bedienen. Die jeweiligen Betreuer oder die Eltern gingen angemessen mit Bewegungsdrang und manchmal fehlender Feinmotorik um. Geduld, Verständnis und gleichzeitig klare Grenzen, aber kein Zwang, z.B. zum „Teller-Leeressen“, aber auch schon mal der Hinweis, dass Essen wertvoll ist und man sich beim nächsten Mal besser nicht so viel auflädt.

Wir sahen zu und sahen gleichzeitig den Film ablaufen, wie wir vor knapp 30 Jahren, beide berufstätig, den Umgang mit unseren Kindern zu bewältigen suchten. Hier werden die jungen Paare in die Betreuung eingebunden, so dass sie lernen, was auf sie zukommt, wenn sie selbst Kinder haben. Sie lernen die verschiedenen Lautäußerungen eines Kleinkinds zu unterscheiden. Vom unbedeutenden Quengeln bis zum verzweifelten Brüllen, das manchmal selbst die Mama nur schwer stillen kann. Allen Kindern tat es erkennbar gut, dass sie jeden Erwachsenen jederzeit kontaktieren konnten. Jeder hatte Zeit ihnen zuzuhören. Niemand ging an einem Kind vorbei, ohne Blickkontakt, ohne ein Wort oder ohne eine Berührung. Die Kinder sind „von guten Mächten wunderbar geborgen“.

Weihnachten bekamen zuerst die Kinder ihre Bescherung und konnten ihre Geschenke gleich ausprobieren und in dem großen Raum rumtoben, ohne etwas zu gefährden. Als es dann aber hieß: „So. Die Kinder setzen sich, damit auch die Erwachsenen ihre Geschenke bekommen“, kehrte gleich Ruhe ein und die Kleinen beobachteten aufmerksam, was nun geschah.

Die Kinder sind rund um die Uhr betreut, dabei werden Angebote auf ihre jeweilige Altersstufe abgestimmt. Als wir einmal unsere Mitwirkung bei der Betreuung anboten, hieß es: „ Danke. Aber nein. Die Kinder sind nicht an euch gewöhnt und wir lassen Betreuer erst nach einiger Praxis mitmachen.“

Die Väter und Männer sind in die Kinderbetreuung stark einbezogen und akzeptieren
eher auch mal wagemutiges Verhalten: „Willst du über die Pfütze springen? Auf, los.”
Es gibt hier eine gute Ergänzung von sorgenden, behütenden und verspielten, aktiven Betreuer/innen. Außerhalb dieser Klostermauern ist das noch viel zu selten der Fall.

Gleichzeitig sind die Kinder im Spielzimmer ruhiger als wir es aus anderen Betreuungen kennen; wir denken, weil die Betreuer/innen entspannter sind und die Kinder nicht durch zu viele Angebote dabei stören, selbst in ihre Mitte zu finden. Schnell hintereinander abgefeuerte Angebote: „Willst du noch was essen, was trinken, ist dir auch warm genug, möchtest du auf den Schoß?“ haben wir bei G&C nicht gehört. Und wenn die Kids ruhig und intensiv miteinander spielen, werden sie in Ruhe gelassen.

Die Kinder übernachten zusammen im selben Raum und jeweils ein Betreuer/in ist dabei. Was für eine Entlastung für die Eltern! Wie oft mussten wir nach unterbrochenem Nachtschlaf am nächsten Tag wieder konzentriert arbeiten. Und natürlich konnten die Kinder auch bei ihren Eltern schlafen.
Wir haben uns mit einigen Kinder unterhalten, waren erstaunt über die sprachlichen Fähigkeiten und das Selbstbewusstsein bei gleichzeitiger Offenheit und Vertrauen uns Neuen/Fremden gegenüber. Wir führen das auf die entspannte, liebevolle Umgebung zurück, die den Kindern gleichzeitig Orientierung gibt.

Dr. Joachim Born (Chemiker)
Adelheid Johannsen (Lehrerin)


04.06.2020 - von Ian Dixon an seine Tochter und die Gemeinschaft

I was a little apprehensive before I came. We had fallen out and you are living in a ‘commune’ and that to most of us Is strange, maybe scary … and certainly raises a number of fears in the mind!
So I record my experience…
a/ something has changed for the better between us and that is really beautiful. After all these years … I feel a different connection with you. I really enjoyed my stay and would love to come back. What really touched me is that you remember (and we celebrated together ) a few of the most beautiful moments of your childhood. If I have treasures in my life (apart from living in the gifts of now) it is those happy moments.. and I am so very grateful and touched that you now still remember them <3
B/ David … it may be dangerous to say this to a rebellious daughter 😀 … I really liked him <3 and I deeply wish you happiness together.
C/ your friends. Although brief, I enjoyed their company, felt at home and at ease with them.
D/ the group philosophy and healing therapies. I am intrigued. To me they have shifted something in you that was an unhappy burden, changed the way you ‘appear’ and feel … for the better. I like the honesty and the feeling of friendliness and love I feel in the people around you. I would like to know more of the theory and the therapy. Maybe I try it myself? 😀 :*
I say with real joy … I would love to have you and David visit .. your friends are also welcome, especially if they are willing to play with their therapies with a loving intention. That is the way in which I can be a better father for the boys. And a better contributor in this world … and I want that. Please share this message with them
Hugs and love
Dad <3

Ian Dixon, retired finance director

01.06.2020 - 13:08 von Wiebke Köhn an die Mainpost

Leserbrief zu Go&Change

Sehr geehrter Herr Stahl und sehr geehrte Frau Jeske,

ich habe Ihren Artikel gelesen und möchte Ihrem Wunsch nach sorgfältiger Recherche mit einem Bericht nachkommen.

Ich bin als Mutter zu Go&Change gekommen, gemeinsam mit meinem Mann. Mein Sohn war von den Zielen und der Lebensweise dieser Gemeinschaft stark angezogen. Er hat dort immer wieder wochenweise gewohnt bis er sich entschieden hat, dort einzuziehen. Heute wohnt er dort nicht mehr. Ich war sehr beeindruckt von der Offenheit und Freundlichkeit, mit der ich dort begrüßt und aufgenommen wurde. Schnell lernte ich, wie verkrustet meine Vorstellungen von dem waren, was für mich an Privatheit und Rückzug wirklich k nötig ist. Gemeinsam zu kochen, zu arbeiten, zu essen, zu singen, alles in festen Abläufen und Regeln, gab mir ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, das ich sonst nur in meiner Kernfamilie kannte. Inmitten von Menschen zu leben, die sich fest vorgenommen haben, liebevoll und offen miteinander zu sein, hat mir viel Respekt eingeflößt, gerade weil damit auch alle Konflikte gemeint waren. Solche Konfliktkompetenz hatte ich noch nicht erlebt. Dass man angeschrien wird, schlecht über einen gesprochen wird oder der Kontakt eingestellt wird, das kannte ich. Aber dass darüber gesprochen wird, dass ich mich verantworte für mein Verhalten und dass ich mich nicht einfach davonmachen kann oder laut werden kann, verschließt gewohnte Notausgänge. Ich habe erlebt, wie jemand klar in der Sache ist und sich von mir als Menschen aber nicht abwendet. Im Moment der Berührtheit (der Konfrontation) fühlt sich das manchmal anders an. Im Nachhinein konnte ich mich jedes Mal wieder der Nähe vergewissern.

Von den alten Pfaden weg zu kommen und neue zu gehen, muss man wollen. Ich finde das sehr interessant. Mich macht es neugierig und: Ich habe Vertrauen gehabt zu denen, die mich konfrontierten. Ich bin fest überzeugt, dass K.K., Felix und die anderen Dinge sehen, verstehen und in Worte fassen können, die im Moment sichtbar werden und die ich nicht sehen kann. Das hat mich berührt (auch schmerzlich) und ich habe es auch Monate später noch als wachstumsförderlich empfunden. Für mich sind das Wachstumsschmerzen, die ich halte und trage und denen ich vertraue.

Ich halte ihre Recherche für halbherzig und den Artikel für tendenziös geschrieben. Sie werten Zeugenaussagen aus von Menschen, denen das Verbleiben in der Gemeinschaft nicht mehr möglich war. Sie sind möglicherweise sehr enttäuscht oder verletzt und wütend. Das ist zutiefst menschlich. Das geht uns allen so. Aus dieser Position projiziert man gerne zur Verarbeitung der Erfahrung und zur Entlastung seine als negativ empfundenen Erfahrungen auf die Gemeinschaft. So entstehen Vorwürfe. Ich erwarte von Ihnen als Journalisten, dass Sie Aussagen aus dieser Verfassung heraus nicht als bare Münze nehmen oder zum Anlass einen Artikel zu schreiben.

Go&Change ist zutiefst von guten Absichten getragen, das ist meine wiederholte Erfahrung. Sie arbeiten mit Konfrontation. Stimmt. Wer das nicht mag oder will, kann sich davon fernhalten. Er wird nicht aufgefordert zu bleiben. Es ist meine Verantwortung, ob ich mich bei Go&Change einchecke, ob ich in den Sofarunden sitze, ob ich mit tanze, mit meditiere, mit singe oder mit wem ich anbändele. Und klar, wenn ich da erstmal sitze, ist es schwieriger wieder aufzustehen, als wenn ich gar nicht da gewesen wäre. Ein Vergleich: Ein Kinoplakat lockt mich ins Kino. Meine Clique ist dabei. Drinnen merke ich, der Film ist nichts für mich. Was jetzt? Traue ich mich das zu sagen und alleine aufzustehen? Was mich jetzt hindern würde, ist MEINE Sache. Meine Gedanken, Ängste, Wünsche. Und dafür bin nur ich verantwortlich. Dieses Prinzip der Selbstverantwortung wird bei Go&Change ausdrücklich gelebt. Das ist ungewohnt und manchmal irritierend. Aber nicht böswillig, übergriffig oder gewalttätig.

Es ist eine andere Kultur als das „fränkische Idyll“ vermutlich lebt. Das ist sicherlich ein Kontrast. Aber es ist deshalb nicht bedrohlich. Eher irritierend anders vielleicht.

Ich möchte Sie ausdrücklich bitten, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen, die den abwertenden, tendenziösen und anklägerischen Ton zurücknimmt und die zitierten Vorwürfe durch Gegendarstellungen entkräftet.

Die Respektlosigkeit anderen Menschen und ihren Lebensgewohnheiten gegenüber schafft gar nichts mehr als Meinungsmache und Polarisierung. Ein Dialog der Verständigung wäre höchst christlich. Schaffen Sie in Ihrer Rolle einen Raum für Verständnis und Diversität. Es gibt bei Go&Change niemanden, der dem nicht offen gegenüberstehen würde. Gegen Abwertungen und Anklagen müssen sie sich nicht rechtfertigen.

Mit freundlichen Grüßen,

Wiebke Köhn (53)

01.06.2020 - 10:50 von Herrn W.G. an Go&Change

Im Sommer letzten Jahres haben meine Frau und ich auf einer Reise einen kleinen Umweg gemacht und ´Go and Change` spontan besucht.
Wir kennen ´Go and Change` durch unseren Sohn, der häufiger dort ist und wir waren beeindruckt, in welch selbstkritischer Art er daraus entwicklungsorientiert handelt und Lebensfreude ausstrahlt.
Wir sind freundlich empfangen worden und trotz eines gleichzeitig beginnenden Seminars durchs Kloster geführt worden.
Wir durften alles ansehen, was uns interessierte, bekammen auf alle Fragen nachvollziehbare Antworten und erlebten in jeder Begegnung Offenheit und Freundlichkeit.
Für Menschen, die mit solchem Gemeinschaftsleben nicht vertraut sind,
mag die Atmosphäre aus Ungewohnheit befremdlich erscheinen, aber ein Anstoss ist es allemal.
Insgesamt hatte ich den Eindruck: hier hat der Sinn eines Klosters eine adäquate Übersetzung in die heutige Zeit gefunden und ernsthaftes Streben sowie Dankbarkeit und Fröhlichkeit werden unter einfachen Bedingungen lebendig.

Ich möchte geradezu jeden bitten, die Arbeit bei ´Go and Change` zu unterstützen oder sich zumindest einen vorurteilsfreien Eindruck davon zu verschaffen.
Unsere Gesellschaft braucht solche Impulse.

Herr W.G.

Freunde & Projektpartner


15.06.2020 - 15:36 von Milo M. an die Mainpost

Liebe Mainpost,
liebe Leserinnen und Leser von alle-seiten.org,
liebe Menschen von Go & Change,

ich würde mich gerne zu den Artikeln über die Gemeinschaft Go and Change äußern.

Mein Name ist Milo. Ich studiere Kulturreflexion. Ich kenne Go and Change seit über einem Jahr. Ich war dort immer wieder in Abständen von mehreren Wochen zu Besuch. Ich habe Mitglieder der Gemeinschaft auf unterschiedlichen Veranstaltungen getroffen und war dabei im Austausch mit ihnen. Die Art des Zusammenlebens bei Go and Change war und ist für mich neu: Den Umgang, der dort besteht, habe ich noch nirgendwo anders erlebt. Er ist unglaublich ehrlich, direkt und gleichzeitig liebevoll. Die Menschen dort begegnen sich, nehmen kein Blatt vor den Mund und wissen voneinander. Sie sind sehr tolerant und akzeptieren die Unterschiedlichkeiten jedes Charakters. Sie sprechen einander als mündige Wesen an und appellieren an die jeweilige Selbstverantwortung.

Vieles, was ich dort erlebt habe, fand ich am Anfang komisch und unverständlich. Ich war allerdings neugierig und habe mir die dort vertretenen Perspektiven angehört und auf mich wirken lassen.

Ich habe vieles hinterfragt und mich damit zwischen meinen Aufenthalten beschäftigt. Ich habe mich auch mit Freunden und Freundinnen darüber ausgetauscht. Ich habe die Entwicklungen in der Gemeinschaft beobachtet und gesehen, wie sich die Menschen dort zum Positiven verändert haben. So habe ich immer mehr verstanden, warum sie dort miteinander leben und wie sie miteinander leben. Mein Verständnis von dem Begriff Liebe hat sich stark verändert. Liebevoll zu sein heißt z.B. nicht nur annehmen, harmonisch sein, einander mögen und das ausdrücken, sondern auch Grenzen zu ziehen, wo jemand verletzend sich selbst oder anderen gegenüber ist oder jemanden an seine/ihre Verantwortung gegenüber sich und anderen zu erinnern.

Es geht dort wirklich um den jeweiligen Menschen und sein Wohlergehen. Es geht aber auch um die Teile in Menschen, die andere Menschen abwerten, ausnutzen, benutzen, verletzen und abfucken. Es werden sowohl die guten und edlen Seiten von den Menschen gesehen als auch die hässlichen und verletzenden Seiten. Auf beide Seiten wird mit gesundem Menschenverstand und Menschenliebe reagiert. Ich habe noch keine Menschen vorher kennengelernt, die eine solche genaue Menschenkenntnis haben und sich gleichzeitig so der Nächstenliebe und der Menschlichkeit verschrieben haben. Der Umgang dort ist transparent: Ich konnte alles fragen und habe eine Antwort bekommen. Problematisch ist es nur dann geworden, wenn ich aus eigener Befangenheit heraus Sachen kritisiert und hinterfragt habe.

Meine Erfahrungen bei Go and Change
Ich habe mich immer wieder nicht wirklich entspannt und wohl gefühlt als ich bei G&C zu Besuch war. Trotzdem bin ich dageblieben und bin auch immer wieder hingefahren. Etwas hat mich dort so bewegt und berührt, wie ich es an noch keinem anderen Ort erlebt habe. Ich habe dort erfahren, dass ich mehr bin als ich dachte. Ich bin nicht das Selbstbild, was ich von mir habe. Ich habe erfahren, dass ich größer, egozentrischer, tiefer, eifersüchtiger, schöner, schlauer und hässlicher bin als ich dachte. Ich habe erfahren, dass es Menschen gibt, die um ein Weites liebevoller und konstruktiver sind als ich. Ich habe die Verunsicherung erlebt, die entsteht, wenn die Welt auf einmal nicht mehr so einfach ist wie es sich Teile von mir wünschen. Ich habe erlebt, dass Menschen nicht auf mein Selbstbild – das ich zerbrechlich bin – angesprungen sind. Ich wurde auf einmal direkt und in meiner Größe angesprochen. Das war das, wovor ich immer Angst hatte und mich gleichzeitig nach gesehnt habe. Endlich schaut jemand durch das Bild, was ich (und andere) von mir haben durch und spricht mich in Liebe und Größe an. An der Stelle hatte ich das Gefühl wirklich gemeint zu sein. Das hat mich verwirrt und gefreut aber auch pissig gemacht, denn meine ganzen Strategien haben auf einmal nicht mehr funktioniert. Ich musste mich verändern. Hätte ich mit meinem alten Bild und meinen alten Strategien weiter gemacht, hätte ich mir nicht mehr in die Augen schauen können. Ich musste mich meiner Angst stellen und entscheiden, wie ich mit den neuen Erkenntnissen weiter mache. Das hat zu einem Gefühl von Selbstermächtigung geführt was mich sowohl gefreut als auch genervt hat, denn Teile von mir haben auch einfach keine Lust auf Selbstverantwortung, Selbstermächtigung und konsequent konstruktives handeln. Den Teilen ist Bequemlichkeit, altbekannte Strategien und Lustbefriedigung wichtiger. Sie haben auch keine Lust anzuerkennen, dass es Leute gibt, die Sachen besser können als ich.

Das Gute ist, ich kann in jedem Moment entscheiden, aus welchen Teilen ich handle. Ich kann entscheiden, ob ich aus den uncoolen Teilen des EGOS oder aus meinen Liebesimpulsen handle.
Es gelten keine Ausreden mehr.
Im Sozialen haben mich die Erfahrungen bei G&C unglaublich bereichert. Es hat meine Freundschaften gestärkt, indem ich auf einmal angefangen habe Muster zu erkennen, in denen ich mich mit meinen Freunden verhake.
Auch Wochen später habe ich noch neue Erkenntnisse und Inspiration aus meinen Besuchen bei G&C gezogen.

Fragen an die Mainpost
Ich habe die Debatte in den letzten Wochen mitverfolgt und alles was dazu im Internet verfügbar ist gelesen. Daraus ergeben sich für mich mehrere Fragen an die Mainpost.

  • Warum lassen Sie so vieles unklar, was Sie eigentlich klären könnten? Ein Beispiel: Der mysteriöse K.K. könnte viel weniger mysteriös sein als sie den Lesern und Leserinnen Glauben machen. Zum Beispiel hat die Ex Partnerin Ihnen in einem Leserbrief angeboten ein Interview zu führen – warum gehen Sie nicht darauf ein? Das wäre doch für einen Journalisten mit echter Neugier an der Sache interessant, oder?
  • Warum berichten Sie so einseitig? Es gibt so viele Leserbriefe von Gästen und ehemaligen Bewohner*innen die ein anderes Bild zeichnen, warum wird denen gar kein Raum gegeben?
  • Warum solche reißerischen Titel? Das macht mich sehr stutzig und hat das Niveau der Bildzeitung.
  • Warum versuchen Sie nicht zu ergründen, woher die Widersprüche kommen, die sich aus den unterschiedlichen Stellungnahmen von ehemaligen Mitglieder*innen ergeben?
  • Fragen Sie sich eigentlich manchmal, was wäre, wenn Sie ein völlig falsches Bild der Lage zeichnen?

Zusammengefasst: Warum schreiben Sie so reißerisch, einseitig, unsachlich und sind so wenig an der Aufklärung interessiert?

Meine Fragen an G&C
Aus der Verfolgung der Debatte auf der Seite „alle Seiten“ sind für mich auch zwei Fragen an G&C entstanden.

  • Warum äußert sich K.K. nicht zu den ihm gegenüber erhobenen Vorwürfen?
  • Warum hat Felix Krolle auf die von Benjamin Stahl gestellten Fragen (in der Mail vom 07.05. und in der Mail vom 18.05.) nicht ausführlich geantwortet?

Meine persönliche Einschätzung
Ich glaube nicht, dass das, was die sogenannten „Aussteiger“ sagen, so wie sie es sagen, der Wahrheit entspricht. Ich bin überzeugt davon, dass damit ein Schein erzeugt wird, der etwas suggeriert, was die Realität völlig verdreht. Wenn ich wirklich davon überzeugt wäre, dass mir Unrecht getan wurde, würde ich die Justiz einschalten, nicht die Presse. Wenn ich hingegen jemandem eins auswischen will, würde ich die Presse einschalten und nicht die Justiz, zumindest in Deutschland auf dem Bayerischen Land.

Allerdings glaube ich auch, dass es gut ist, dass mehr Transparenz um G&C entsteht. Aber das Misstrauen, die Vorbehalte und die mangelnde kritische Hinterfragung aus der die Debatte entstanden ist, hat verheerende negative Auswirkungen auf alle Beteiligten.
Ich finde es eine Frechheit, was für ein Bild über die Menschen aus dem Dorf, die Gäste, ehemaligen Bewohner und aktuellen Bewohner, die die Vorwürfe nicht bestätigen, entsteht. Es entsteht ein Bild, in dem alle die nicht den Vorwürfen zustimmen als naiv, dumm, unkritisch, und unmoralisch dastehen, da ihren Sichtweisen und Erfahrungen kein Raum (zumindest in der Zeitung) gegeben wird.
Ich glaube, dass Sie, die Mainpost nicht an der Wahrheit interessiert sind. Sie sehen das – dass hoffe ich zumindest – anders. Warum glaube ich das trotzdem? Weil Sie dem Umstand, dass alles auf Selbstverantwortung bei G&C basiert, keinerlei Beachtung schenken.

G&C macht das, was sie tun in einer Radikalität und Konsequenz, die vielen – mich eingeschlossen – Angst macht. Aber zum einen ist es eine Radikalität, die für etwas Gutes radikal ist, nämlich für Menschlichkeit. Zum anderen – und das ist noch viel wichtiger – keiner, wirklich keiner braucht mitmachen. ALLES dort beruht auf völliger Freiwilligkeit. Noch mehr, wenn jemand nicht aus ganzem Herzen dahintersteht, wird er oder sie rausgeworfen, weil es ungesund ist sich zu etwas zu zwingen, was man eigentlich nicht will und man das z.B. nur aus einem eigenen Selbstbild heraus tut. Ich möchte das stark betonen, denn wenn man diese Tatsache anerkennt, laufen die meisten Vorwürfe ins Leere. Auch passt das nicht in das klassische Sektenbild. Das würde Menschen, die an der Wahrheit interessiert sind, stutzig machen. Sie, liebe Mainpost, ignorieren diese Tatsache geflissentlich. Es lässt darauf schließen, dass Sie nicht an der Wahrheit, sondern an einem Bild von einer gefährlichen Gemeinschaft interessiert sind.

Ich habe noch nie in meinen Leben, so kompetente Menschen im Bereich Persönlichkeits- und Gruppenentwicklung sowie Gruppendynamik kennengelernt, wie bei G&C. Ich habe mich schon vorher viel mit dieser Thematik beschäftigt und auch sehr erfahrene und kompetente Menschen auf dem Gebiet getroffen, aber ich kenne niemanden, der soziale Realitäten so treffend und in der Tiefe genau beschreiben kann, wie die Menschen bei G&C.

Diese hohe Kompetenz ermöglicht den Menschen, die dort leben, viele übliche Regeln und Gepflogenheiten fallen zu lassen, die in der Gesellschaft dazu da sind einander auf Abstand zu halten, damit man sich nicht mit den anderen allzu schnell verhakt.

In Kürze:

  • Jeder Mensch wird dort bei seiner individuellen Identitätsfindung supported.
  • Alles dort basiert auf selbstbestimmten Entscheidungen aus dem freien Willen.
  • Die Menschen dort sind hoch kompetent im sozialen Bereich.
  • Es gibt viele sehr intelligente, erfahrene und kritische Menschen (und Menschen mit akademischen Abschlüssen), die ein Bild von G&C zeichnen, welches von der Mainpost völlig ignoriert wird.
  • G&C bemüht sich sehr stark um Transparenz, wohingegen die Mainpost nicht an Aufklärung interessiert ist. Sie ist voreingenommen und an einer bestimmten Auslegung der Debatte interessiert. Sie gibt nicht allen Seiten angemessen Raum ihre Sicht der Dinge darzustellen.

Daraus ergeben sich meinerseits folgende Vorwürfe gegenüber der Mainpost:

Die Artikel der Mainpost sind absolut einseitig und reißerisch. Sie sind meilenweit davon entfernt, auch nur annähernd ein vollständiges Bild der Lage zu zeichnen.

Ich werfe der Mainpost vor, dass das auch nie ihre Absicht war.

Ich finde es verwerflich, dass sie solche Unwahrheit in die Welt setzt, (denn genau das machen sie, wenn sie keine aussagekräftigen Gegenperspektiven, die es zu Genüge gibt, den Vorwürfen gegenüberstellen). An der Stelle zweifle ich an der Unabhängigkeit und Unbefangenheit vom Herrn Stahl, Frau Jeske und der Redaktion der Mainpost als Journalisten. Ihnen geht es um den Klatsch – nicht um die Wahrheit. Traurig, dass solche Menschen unsere öffentlichen Debatten prägen.

Natürlich ist die Mainpost eine Regional-Zeitung und daher beschränkt in den Möglichkeiten eine ausführliche und tiefgreifende Debatte zu führen – vor allem, da sie sich ihre eigene wahrscheinlich eher konservative Leserschaft nicht vergraulen will. Aber die mangelnde Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen, die durch die Artikel sichtbar wird, ist ein ethisches Desaster und gravierend für unsere Gesellschaft. Es wäre ja das Eine intolerant zu sein und dazu zu stehen – nicht schön – aber dann weiß jeder woran er/sie ist. Viel schlimmer ist, vorzugeben man sei tolerant, in den Handlungen aber genau das Gegenteil zu tun, das führt zu gefährlichen Dynamiken, die Hass erzeugen und Kompromissfindungen verhindern.

Denken Sie doch bitte einmal darüber nach, was passieren würde, wenn der Schein, den Sie da zeichnen völlig an der Realität vorbei geht? Sie zerstören gerade den Ruf einer ganzen Gemeinschaft: das ist Rufmord. Viele Menschen leiden darunter. Das haben SIE zu verantworten. Sie machen sich zum Instrument persönlicher Rachefeldzüge – von gekränkten EGOS. Das sollten Sie sich klar machen. Das ist kein Spiel. Hier geht es um sehr viel und Sie gehen damit sehr leichtsinnig um.

Ich bin nicht mit allem was G&C macht einverstanden und sie haben sicher Fehler gemacht, aber das was Sie ihnen in Ihrem Artikel vorwerfen, ist hanebüchen und populistisch. Wenn Sie kein Interesse an der Wahrheit haben, wechseln Sie bitte den Beruf, und wenn Sie Interesse an der Wahrheit haben, machen Sie ihren Beruf vernünftig und gewissenhaft.

Ich finde es eine Frechheit, wie konstant Sie einseitig berichten und dass Sie kein Interesse an einem vollständigen Bild der Lage haben.

Meine Vorwürfe gegenüber der Mainpost in Kürze:

  • Populismus
  • Unsachlichkeit
  • Einseitigkeit
  • Verleumdung, Rufschädigung bis Rufmord
  • Verletzung des Pressekodex
  • Intoleranz gegenüber anderen Lebensweisen

In den Leserbriefen, die Sie bereits erreicht haben, und die Sie hoffentlich zur Kenntnis genommen haben, ist ein Großteil was ich gesagt habe und noch zu sagen habe bereits ausführlich, oft genug und von Leuten die näher am Geschehen sind, formuliert worden.

Jetzt müssten Sie nur noch ein Bild zeichnen, dass alle Perspektiven berücksichtigt. Ich fordere Sie nicht dazu auf den Behauptungen von schlechten Erfahrungen bei G&C keine Beachtung zu schenken – im Gegenteil – es ist wichtig, dass jeder zu Wort kommt, der glaubt das Ihm oder Ihr Unrecht passiert ist. Allerdings fordere ich Sie dazu auf ein verhältnismäßiges Bild der Lage zu zeichnen und alle Seiten angemessen zu Wort kommen zu lassen. Und nicht mit populistischen Schlagzeilen um sich zu werfen wie Sie das tun – das ist gewaltsam. Sie betreiben gerade selber ganz aktiv Psychoterror.

Ich stehe gerne für Fragen zur Verfügung, allerdings glaube ich, dass einige Menschen, aufgrund höherer Nähe zum Geschehen, geeigneter sind, ein vollständiges Bild zu zeichnen, als ich. Ich denke da vor allem an ehemalige oder aktive Leitungsmitglieder.

Es besteht die Möglichkeit aus meinem Leserbrief zu zitieren, allerdings erst nach Rücksprache mit mir. Ich stehe jederzeit für Ihre Fragen und einen Austausch zur Verfügung.

Auch würde ich mich über eine Bestätigung zum Erhalt dieser Mail freuen, damit ich weiß, dass ich Sie erreichen konnte.

Mit freundlichen Grüßen,

Milo M.


12.06.2020 - 15:11 von Herrn E.T. an die Mainpost

Frau Jeske, Herr Stahl,
liebe Gemeinschaft Go&Change,

in dieser Nachricht beziehe ich mich auf den in der Mainpost veröffentlichten Artikel über die Gemeinschaft Go&Change vom 22.05.2020 und 09.06.2020. Meine Berichtserstattung soll ein weiterer Baustein sein um ihr Bild zu vervollständigen. Die hier in dieser E-Mail beschrieben Inhalte können anonymisiert veröffentlicht werden, wenn dazu vorher meine schriftliche Einverständniserklärung eingeholt wurde.

Ich fordere Sie hiermit auf, die einseitige Berichtserstattung von Menschen und ehemaligen Mitgliedern die schlecht und polarisierend über Go&Change reden zu begradigen. Als professionelle Journalisten sind sie verpflichtet ein vollständiges Bild der Lage zu zeichnen, was ihnen inzwischen durch die vielen Antworten auf den Artikel und die Seite „alle-seiten.org“ heute mehr als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung möglich sein sollte. Bis dato begeben sie sich auf das Niveau einer Presse, die zu Coronazeiten händeringend nach neuen Skandalen sucht und bereit ist Fakten dementsprechend zu verbiegen.

Ich selbst kenne Go&Change seit ca. 2 Jahren und war mehrfach als Gast zur Kennenlern- und Prozesswochenenden, sowie als Freund vor Ort.
Go&Change ist eine Gemeinschaft die sich nach Liebe ausgerichtet hat. Folglich wird an diesem Ort die Wahrheit ehrlich ausgesprochen. Dies habe ich dankbar und wertschätzend mehrfach erfahren. Illusions und falsche Selbstbilder haben an diesem Ort die Chance aufgelöst zu werden in dem sie angesprochen und konfrontiert werden. Die Menschen bei Go&Change sind darin äußert kompetent und gingen hierbei nie über meine Grenzen. Egostrukturen im Menschen reagieren mit, psychologisch bereits bestens erforschten, Phänomenen wie Verdrängung, Opferdynamik (z.B. Vortäuschen einer Opferrolle) und Projektion als Abwehrmechanismus. Mir scheint, als ob die MainPost auf diese Strategien auf Ihrer Suche nach dem nächsten tendenziösen Skandal reingefallen ist.

Go&Change lebt ihre Kultur mit offenen Türen. So gibt es regelmäßig die Möglichkeit vorbei zu kommen oder an Kennenlernwochenenden teilzunehmen. Alle Entscheidungen und Prozesse sind transparent und nachvollziehbar. Wenn ich Fragen hatte wurde sich immer Zeit genommen diese zu beantworten. Das zeugt für mich für wahrhaftigen und glaubwürdigen Kontakt. Bei meinen Besuchen bei Go&Change wurde ich inspiriert mein Leben fundamental nach eigenen Werten wie Ehrlichkeit, Wahrheit und Liebe auszurichten. Ich habe viel über meine inneren Strukturen von Ego, Sein und Selbstbild gelernt, habe gelernt Menschen zu begegnen.

Was ist Heilung?
Als ausgebildeter und tätiger Arzt habe ich an diesem Ort erkannt und gelernt, was ich in meinem Studium nirgends lernte: Der Mensch ist als ganzheitliches Wesen auch nur als solches zu heilen; sprich Heilung geschieht nur in einer gelebten integralen Miteinbeziehung von Körper, Geist und Seele; bzw. Psyche und Soma. Heilung geschieht somit nur in einer individuellen flexiblen Anschauung seines Gegenübers und nicht durch festgefahrene Strukturen, Abläufe und Symptombehandlungen, wie ich sie in unseren Krankenhäusern, Kliniken und vor allem psychosomatischen Kliniken beobachte. Go&Change vereint die ganzheitliche Menschenbetrachtung auf eine Weise der integralen Lebenspraxis mit einer Lebensfreude, wie ich sie sonst nirgends in meinem Leben gesehen und erfahren habe. Aus meiner Sicht geht es an diesem Ort nicht darum arbeitstauglich oder stabilisiert zu werden, sondern zu salutogenesen. So konnte ich z.B. beobachten wie, laut der Schulmedizin „nichtheilbare Erkrankungen“, wie Haut- oder allergische Erkrankungen an diesem Ort heilten. Dieser Ort kommt meiner Meinung nach der WHO-Definition von „Gesundheit [als ein] ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen“ am nächsten.

Der in Ihrem Artikel kritisierte Umgang mit Kindern in der Gemeinschaft ist aus meiner Beobachtung her nicht haltbar. Dieser Ort ist wahrlich ein schöner Ort für Kinder an dem eine individuelle Erziehung mit viel Abendteuer und Entdeckungsspaß verbunden wird. Auch wenn die Eltern in klarer Hauptverantwortung zu Ihren Kindern stehen kümmern sich doch alle um die Kinder der Gemeinschaft. Die Kinder stehen somit bildlich gesprochen Zentral im Kreise der Gemeinschaft und nicht außerhalb. Eine Kultur die ich in unserer Gesellschaft leider vermisse.

Ihre tendenziöse Art die Todesfälle der Kinder in Ihrem Artikel als ein Eklat heranzuziehen um dem ganzen ein Sahnehäubchen aufzusetzen empfinde ich als eine höchstperverse Lust am Ihrem eigenen journalistischen Erfolg auf Kosten anderer Emotionen. Leider keine Seltenheit im heutigen Journalismus, wie erst kürzlich der YouTuber Rezo in seinem Video „Zerstörung der Presse“ aufklärungsgetreu recherchierte. Ich selbst war zur Zeit der Verarbeitung der Todesfälle, welche die Gemeinschaft tief erschüttert hat, zu Besuch bei Go&Change und durfte mit erleben wie Trauer individuell und gemeinschaftlich verarbeitet wird.

Ich fordere von Ihnen eine Aufklärung und eine Richtigstellung der Tatsachen bezüglich „Go&Change“, mit der Sie das Vertrauen ihrer Leser in Sie als Zeitung und den Journalismus als ganzes wiederherstellen.

E.T.


04.06.2020 - 15:55 von Christian K. an Go&Change

Ich war mehrere Male in den letzten drei Jahren bei GO and Change zu Besuch. Oft war ich für ein Wochenende gekommen und bin spontan zwei Wochen geblieben.
Durch meine Zeit dort habe ich viel über mich und die Feinheiten und Zwischentöne im Menschlichen miteinander gelernt, viel Nähe, Freundschaft und Miteinander erfahren, wie ich es sonst nie erlebt habe. Dafür bin ich sehr dankbar.
Die ehrliche und authentische Kommunikation und Art eng zu Leben konfrontiert mit den eigenen Ängsten und Unsicherheiten. Auch wenn das nicht immer angenehm ist, hat es mir wahnsinnig viel gebracht durch manche davon hindurchzugehen und zu überwinden.
Überhaupt habe ich bei Go&Change eine große Geduld und Menschlichkeit erlebt, die eigenen Fehler und Schwächen zu akzeptieren und es wird einem der Raum gegeben darüber hinauszuwachsen.

Die Gemeinschaft ist sehr an einem guten Miteinander mit Nachbarn, vor allem den Erlöserschwestern und der Gemeinde Lülsfeld interessiert, was auch oft Thema war in den Gesprächsrunden. Als ich dort war fand z.B. der Geburtstag einer Nachbarin im Kloster statt und es wurde viel Energie und Liebe in die Organisation der Feier gesteckt.

Ich habe dort immer wieder erlebt, dass durch das direkte Feedback Leute sich extrem angegriffen gefühlt haben und im Gegenzug die Gemeinschaft angegangen sind. Dabei war für alle Anwesenden offensichtlich, dass jemand noch nicht bereit ist einen eigenen Punkt zu akzeptieren.
Die Gemeinschaft hat dabei immer sehr besonnen und konstruktiv reagiert. Ich denke, dass jetzt etwas sehr Ähnliches über das Medium Zeitung passiert.
Gleichzeit war niemand gezwungen über eigene Grenzen hinwegzugehen, etwas in der Gruppe zu teilen oder an vermeintlichen „SadoMaso“ oder sonstwie Sexaktivitäten teilzunehmen.

Viele Grüße
Christian K.

03.06.2020 - 19:15 von Valentin W. an Go&Change

Ich bin 26 und kenne Gemeinschaft als Lebens- und Friedenskonzept seit vier Jahren. Mein Zugang war damals über eine Gruppe gleichaltriger, mit der ich mich vor allem zu Themen von Liebe und Sexualität ausgetauscht habe und nach einer neuen Kultur geforscht habe. Mit dem Kern der Gruppe habe ich mich für einen immer tieferen und wacheren gemeinsamen Lebensweg entschieden. Wir wohnen seit drei Monaten in einer Hofgemeinschaft zuammen mit zwölf anderen Menschen.

Ich habe G&C vor zwei Jahren kennengelernt. Ich habe wenig über die Gemeinschaft und deren Arbeit gewusst. Mich hat die Begeisterung von Freunden neugierig gemacht und ich wollte erleben, was da passiert.
Beim Kennenlernwochenende hatte ich unbewusst versucht die Gemeinschaft aus der Reserve zu locken und habe die Ausrichtung auf Liebe durch Provozieren testen wollen. Als die Gemeinschaft mir das gespiegelt hat und darauf bestanden hat, das ich damit aufhöre, war ich erstmal total aufgeschmissen, weil ich mir nicht eingstehen wollte, dass ich solche Motive in mir trage.
Ich hatte mehrere Tage gestrugglet und habe meinen Groll gehegt. Kurz vor der Abreise habe ich mir ein Klärungsgespräch gewünscht. Dass das damalige Leitungsduo sofort dazu bereit war und wie herzlich die beiden da waren, hat mich beeindruckt und meine Feindprojektionen den Boden genommen. Im Gespräch konnte ich verarbeiten, was passiert ist und wurde darin unterstützt. Die beiden waren tief in Liebe und Ehrlichkeit verwurzelt und haben jeseits von Schuld und Verurteilung die Gesamtsituation betrachtet und meine und ihre Verfehlungen benannt. Dadurch ist direkt Vertrauen und Entspannung gewachsen. Ich konnte meinen Groll fallen lassen und wieder mehr in Kontakt gehen. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis in punkto Wahrheitsforschung, das mich nachhaltig inspiriert.
Es folgten viele Besuche, in denen ich alleine und auch mit meiner eigenen Gemeinschaftsgruppe die Kultur erfahren und mitgelebt habe. Die Gemeinschaft entwickelt eine Kultur, die auf Liebe ausgerichtet ist. Dafür braucht es vom Status Quo aus viel Entwicklung, umlernen und neu erfinden. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und sprechen an, welche Schattenanteile sich individuell und kollektiv destruktiv ausdrücken und bearbeiten sie meistens konfrontativ in Prozessrunden, wobei viel Selbstverantwortung notwendig ist. Ich und wir haben dabei viel über Konfliktklärung, Spannungsabbau und innere Transformation gelernt und wurden auch konkret in eigenen Prozessen unterstützt.

Es wächst auch immer mehr Freundschaft. Das feier ich sehr! Auch das passiert auf einem wachen und forschenden Niveau. Das fühlt sich manchmal ungewohnt/komisch an, weil es nicht in mein altes Konzept von Freundschaft passt. Ich merke aber, dass so mehr Tiefe an Vertrauen, Entspannung und Kontakt möglich ist. Schon nach wenigen Treffen habe ich vielen aus der Gemeinschaft so tief vertraut, das es mein Verständnis von Freundschaft erweitert hat. Ich wünsche mir mehr Begegnung in dieser Qualität.

Mir ist die Gemeinschaft in vielen Punkten Vorbild und Inspirationsquelle. Trotzdem möchte ich nicht direkt Teil der Gemeinschaft werden, weil mir die Arbeit zu krass ist. Ich möchte die Intensität an Auseinandersetzung und Geschwindigkeit an Entwicklung jetzt (noch) nicht als meinen Alltag haben. Für Ihre Pioniersarbeit bin ich Go and Change richtig dankbar und habe Lust weiter einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Valentin W.

03.06.2020 - 11:11 von Christoph Petzold an die Mainpost

Liebe Gemeinschaft,
Liebe Main-Post,

Die krassen Vorwürfe im Zeitungsbericht:
https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/psychodruck-und-sexualisierte-gewalt-in-ehemaligem-kloster;art769,10449309
kann ich nicht nachvollziehen. Meine persönlichen Erfahrungen sind
komplett anders. Ich bitte um eine Gegendarstellung. Hier ist ein
Erfahrungsbericht, der gerne mit Namensnennung und Ortsangabe
veröffentlicht werden darf:

Ich bin glücklich und dankbar, dass ich über Freunde von Go & Change
erfahren habe. In unterschiedlichen Abständen war ich über mehrere
Jahre insgesamt über 10 mal in Lülsfeld:
zu Kennenlernwochenenden, Arbeitswochen, Prozesswochenenden oder
einfach nur zum Dasein oder feiern.

Go & Change ist immer sehr intensiv und lebendig. Es verändert sich so
viel in dieser Gemeinschaft, die auf dem Weg ist, immer bewusster und
liebevoller zu werden.
Jedes mal, wenn ich da bin, stelle ich das fest: Die Menschen sind noch
ehrlicher, noch empathischer, noch strukturierter, noch freier, noch
lebendiger, noch klarer und konstruktiver als zuvor.

Ich selbst bin vor Ort immer wieder mit bestimmten Themen konfrontiert:
Leistungsdruck, Überforderung, Scham, Misstrauen, einschränkende
Glaubenssätze, Blockaden, Nähe-Abstand, Abgrenzung, Wut …
Für mich waren diese Eindrücke, vor allem in ihrer Intensität und
Qualität am Anfang neu. Neu war auch über diese Erfahrungen mit anderen
ins Gespräch zu kommen, was mir sehr geholfen hat. Spiegelkultur,
Kompetenzhierarchie, Spiral-Dynamics, diese Themen waren auch neu für
mich und dadurch teilweise anstrengend. Aber es hat sich definitiv
gelohnt, weil ich schnell verstanden habe, worum es geht.

Insgesamt habe ich für mich und für meine Mitmenschen sehr viel
Positives aus meinen Erfahrungen im Kloster ziehen können:

  • Ich spüre mich besser, meinen Körper und meine Gefühle
  • Ich schätze die innere Haltung und die Gefühle von
    anderen Menschen viel besser ein
  • Ich habe mehr Empathie
  • Ich differenziere klarer
  • Es fällt mir leichter Phänomene einzuordnen
  • Ich bin gelenkiger
  • Ich bin ehrlicher
  • Ich kann offen über meine Sexualität sprechen
  • Ich erkenne, wenn ich getriggert bin
  • Ich kenne meine destruktiven Prägungen und Verhaltensmuster und
    arbeite gemeinsam mit Freunden daran, immer freier davon zu werden
  • Ich nehme Spiegel an
    (Rückmeldungen über die Wirkung meines Verhaltens und Tuns)
  • Die Beziehungen zu meiner Freundin, meinen Eltern und den
    Schwiegereltern hat sich verbessert. Ich bin ehrlicher in Bezug auf
    meine Gefühle und kann sie mit ihren Macken besser annehmen
  • Es fällt mir leichter mich abzugrenzen
  • In Gruppen erkenne ich Anspannungen und verbinde die verschiedenen
    Perspektiven zu einem Großen Ganzen. Bei destruktiven Konflikten bleibe
    ich bei mir und mache destruktives Verhalten transparent.
  • Ich helfe Menschen, unbewusste Glaubenssätze und Verhaltensmuster zu
    erkennen und aufzulösen, wenn sie und ich es wollen.

Was fällt mir noch zum Gemeinschaftsleben ein?

Gemeinsam leben, gemeinsam Zeit verbringen, gemeinsam etwas tolles
schaffen: feiern, singen, tanzen, lachen, weinen, im Garten Arbeiten,
leckere Äpfel ernten, einen Sandkasten bauen, einen Lehmofen bauen,
Spaß haben, Fußball spielen, Yoga, Meditation, bio-vegan Kochen,
Kuchenbacken, Brotbacken, das Kloster aufräumen, auf der Wiese liegen,
kuscheln, staunen, Kinder, die spielen, neue wunderbare Menschen
kennenlernen …

Zu den Meisten ausgezogenen Mitbewohnern besteht ein enger Kontakt mit
den Klosterbewohnern. Viele Gäste schreiben Mails oder telefonieren ab
und zu mit Leuten von Go & Change, um in Kontakt zu bleiben.

Go & Change ist eine Gemeinschaft, die der Welt ganz viel schenkt. Ich
bin überglücklich, dass es sie gibt und ich Teil sein darf. Ich fahre
bald wieder hin.

Christoph Petzold


02.06.2020 - 16:19 von Herrn J. an Go&Change

Ich möchte hiermit meine Erfahrungen mit der Gemeinschaft Go&Change schildern. Anlass dieser persönlichen Stellungnahme ist der kürzlich erschienene Bericht in der Mainpost, welcher gravierende Vorwürfe gegen die Gemeinschaft erhebt, die ich nicht für richtig halte.

Ich habe schon einiges gehört von der Gemeinschaft bevor ich sie persönlich kennengelernt habe.  z.B. dass sie für ein liebevolles Miteinander und Wahrheit einstehen und einen geklärten menschlichen Zwischenraum anstreben, der teilweise auch durch konfrontierende Spiegel von Charaktereigenschaften erreicht wird.

Freunde von mir, die schon mal da gewesen sind, haben mir berichtet und ich habe einen starken Wunsch entwickelt, sie und ihre Kultur besser kennen zu lernen. Dies geschah dann letzter Herbst an einem Kongress. In mehreren Gesprächen haben sie mir und auch meinen Freunden sehr bewegende und präzise  “Spiegel” gegeben, die mich zutiefst erstaunt- und auch sehr neugierig gemacht haben. Seither stehen wir (ein mehr Generationen Projekt in der Schweiz) regelmässig im Kontakt mit ihnen. Sie haben uns sehr unterstütz bei unserem Vorhaben ein Projekt zu gründen.  Ohne Ihre Unterstützung wären wir nicht an dem Ort, an dem wir heute sind. Durch die Klärung von Kompetenzen der einzelnen Mitglieder und der richtigen Positionierung in der Gruppen- und Projektnavigation wurde viel Kraft und Energie freigesetzt.

Das Feedback von Go&Change an mich, hat mich persönlich gefordert und mit mir selber konfrontiert. Auch jetzt  hadere ich mit meinen destruktiven Charaktermustern die mir von Go&Change noch klarer aufgezeigt wurden. Ich bin dankbar dafür, obwohl es nicht immer einfach ist, diese anzuerkennen.

Ich kann nicht abschliessend alle Ihre Werte oder wie sie Dinge machen für mich bejahen,  u.a. weil ich nicht die Weitsicht habe, diese in ihrer Komplexität zu erkennen.

Was ich aufgrund meiner Beobachtungen sehe ist, dass alles auf freiwilliger Basis basiert und jeder jederzeit gehen kann. Ich sehe auch, dass Sie sich nach konstruktiven Werten ausrichten und dabei sehr menschliche Absichten verfolgen.

Die Möglichkeit, dass sie unterwegs auch manchmal eine falsche Abzweigung nehmen, kann ich nicht ausschliessen. Jedoch vertraue ich Ihnen, dass sie das selber oder auch durch Feedback von aussen erkennen und ändern würden und steht’s bestrebt sind sich weiterzuentwickeln.

Als ich mit meinen Freunden bei Ihnen zu Besuch war, war ich sehr berührt von ihrer Herzlichkeit, Offenheit und Unterstützungsbereitschaft.

Ein Punkt den ich persönlich noch nicht durchblicke und meine Fragen habe, ist der Umgang mit Mitgliedern, deren Verhalten und Einstellung nicht mehr mit den Werten der Gemeinschaft  übereinstimmen.  Sie werden dann gebeten zu gehen. Obwohl ich es wahrscheinlich selber anders handhaben würde in meinem eigenen Projekt,  finde ich es jedoch legitim, wenn eine bestimmte Gruppe dies so macht – insbesondere wenn es im Vorfeld klar kommuniziert ist und die Menschen wissen, auf was sie sich einlassen. Das beweist auch, dass niemand gezwungen wird da zu sein – nämlich das Gegenteil ist der Fall.

Ich bin ich sehr dankbar für die Arbeit von Go&Change und denke, dass sie einen erheblichen und wertvollen Beitrag leisten für die Menschheitsfamilie und eine liebevollere Welt.  Die Vorwürfe von Missbrauch und unfreiwilligen Druck sind aus meiner Sicht und Erfahrungen nicht nachvollziehbarer und nicht zutreffend.

Herzlichen Dank

Herr J.

01.06.2020 - 17:11 von Herrn S.D. an Go&Change

Ich schreibe Ihnen, da ich im Internet auf die Artikel über Go&Change gestossen bin. Da ich früher eben dieses negative Bild über die Go&Change Gemeinschaft hatte und sie mittlerweile aber besser kennengelernt habe, möchte ich ihnen gerne von meiner Erfahrung berichten.

Ich hatte in den letzten Jahren verschiedene Gemeinschaften besucht und war Go&Change gegenüber sehr kritisch eingestellt, nachdem ich von verschiedener Seite gehört hatte, dass sie eine Hierarchie hätten, Menschen sehr grobes Feedback geben und angeblich Menschen nach Besuchen bei Go&Change psychisch instabil gewesen seien.

Im letzten Herbst hatte ich dann Felix Krolle und zwei andere Menschen aus der Go&Change-Gemeinschaft an einem Kongress kennengelernt. Nach dem wir bereits einige Tage gemeinsam verbracht hatten, erfuhr ich erst, dass sie zu Go&Change gehören. Ich war sehr erstaunt, dies zu erfahren, da ich sie als übermäßig unscheinbar, respektvoll und zurückhaltend erlebt hatte und damit nicht gerechnet hätte, nach den Geschichten, welche ich in den Jahren zuvor über Go&Change gehört hatte. Dies schuf in mir das Vertrauen, dass sie sich nicht aufdrängen und persönliche Grenzen zu respektieren wissen. Mit diesem Vertrauen und da ich insgesamt neugierig war, ihre Menschenkenntnis zu erleben, bat ich sie deshalb nun aus eigener Initiative proaktiv darum, ob sie mir eine Coaching-Session geben würden. Dies taten sie sehr gerne und ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. In diesem Coaching-Gespräch, gaben sie mir dann mit unglaublicher Präzision Feedback zu meinen Stärken und Schwächen. Ich kann mir bis heute kaum erklären, wie derart ausgeprägte Menschenkenntnis möglich ist. Dieses Feedback war für mich bewegend, aber ich war sehr dankbar dafür, eine so präzise, liebevolle und ehrliche Einschätzung zu erhalten, denn die Erkenntnisse, die ich dadurch über mich gewinnen konnte, wirken sich bis heute positiv auf meine Beziehungen und meine Grundzufriedenheit im Alltag aus.

Wir erfuhren an diesem Kongress ebenfalls, dass bei Go&Change eben in den jeweiligen Bereichen wie Garten, Hausmeisterei usw. diejenigen Menschen die Entscheidungsmacht haben, welche am meisten Kompetenzen in dem Bereich haben. Speziell ist, dass sie dieses Prinzip auch auf die zwischenmenschlichen Bereiche, also z.B. Konfliktlösung ausdehnen, so das beispielsweise bei Go&Change allen klar ist, wessen Zuständigkeitsbereich es ist, einen Konfliktlösungsprozess anzuleiten, da diese Person darin am meisten Kompetenzen gezeigt hat.

Ich bin selber Teil einer Gruppe, welche ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt aufbauen will. In dieser Gruppe gab es währen dem letzten Jahr einige Konflikte. Die Gruppe drohte, an den ungelösten Konflikten zu scheitern. Andere Menschen aus meinem Projekt, welche Go&Change ebenfalls am Kongress kennengelernt hatten luden darauf hin Felix Krolle und Go&Change ein, uns in der Schweiz zu besuchen. So kamen gegen Ende letzten Jahres Felix Krolle und zwei weitere von Go&Change für ein Wochenende in die Schweiz, unsere Gruppe besuchen. Ein Wochenende lang, nahmen sie sich Zeit, unsere Projektgruppe zu Coachen und wir konnten Erkenntnisse gewinnen über unsere Konflikte und Dynamiken, welche wir uns selber leider nicht hatten erarbeiten können und welche wir auch deshalb vor dem Coaching von Go&Change nicht auflösen konnten. Die mit ihrer Hilfe neu gewonnene Klarheit diesbezüglich ermöglichte uns dagegen, seither die Konflikte in unserer Projektgruppe aufzulösen und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Auch dieses ganze Wochenende wurde von uns injiziert, Go&Change hatte sich uns zu keinem Zeitpunkt aufgedrängt. Nichtsdestotrotz verlangten sie abermals keine Gegenleistung, sondern sagten, dass sie es schätzen, dass wir ein solches Mehrgenerationen-Wohnprojekt aufbauen wollen und sie deshalb gerne ihre Unterstützung anbieten und ihre Erfahrung teilen, falls wir das möchten. Dies war für uns sehr beeindruckend und seither sind auch ich und andere von uns viel freigiebiger, wenn es darum geht, anderen Menschen Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Im Frühling dieses Jahres waren wir dann mit der Projektgruppe noch für einige Tage bei Go&Change zu Besuch. Es war keine offizielle Gästezeit, sondern erstaunlicherweise durften wir bei ihren internen Prozessen dabei sein. Hier meine Erfahrungen in dieser Zeit:

Go&Change leben ein intensives miteinander. Ein Planungsteam verteilt jeweils die anstehenden Tagesaufgaben, welche dann von allen gemeinsam in Gruppen erledigt werden. Auch die Kinder haben Vertrauen zu allen Erwachsenen, da auch alle Erwachsenen auf alle Kinder achten. Beim Essen und gemeinsamen Aktivitäten waren die Kinder normalerweise bei ihren Eltern. Bei den Gruppensitzungen im Wohnzimmer ging es tatsächlich teilweise “ruppig” zu und her. Die Menschen von Go&Change geben sich tatsächlich sehr ehrliches Feedback zu ihren Stärken und Schwächen und wenn jemand z.B. Versprechen nicht hält, wird dies offen angesprochen um die Ursache zu ergründen. Dies, um danach wieder ein Konflikt- und Groll-freies Verhältnis zwischen allen zu ermöglichen, im Gegensatz zur Durchschnittsgesellschaft, wo Konflikte oftmals unausgesprochen “gären”. Ich habe bei Go&Change nichts erlebt, was auf Gewalt hindeutet. Auch sexuelle Beziehungen waren Thema und auch da gab es keinen Druck auf jemanden, irgend etwas zu tun, was er oder sie nicht möchte. Tatsächlich war während meines Besuches auch das Dorf eingeladen, eine Party im Kloster zu besuchen. Ich hatte noch bei Menschen aus der Leitung von Go&Change nachgefragt, ob sie ihren Mitgliedern nun spezielle Weisungen geben würden, wie sie sich gegenüber den Dorfbewohnern zu verhalten hätten, da ich selber befürchtete, dass ein derart ehrlicher Umgang für die Besucher vom Dorf stoßend sein könnte. Die Antwort war aber, dass dies selbstverständlich sei, sich Menschen gegenüber respektvoll zu verhalten und keine besonderen Weisungen nötig seien. An der Party konnte ich dann auch selbst beobachten, dass die Go&Change-Bewohner ein offener und freundlicher Umgang mit den Besuchern aus dem Dorf pflegten, aber sich insgesamt nicht anders verhielten, als an einer internen Party einige Tage zuvor.

Ich kann sehr gut verstehen, dass die von Go&Change gelebte Kultur für viele Menschen sehr außergewöhnlich bis stoßend sein kann. In unserer Gesellschaft gibt es viele ungeschriebene (Anstands-)Regeln, an welche man sich zu halten hat, um nicht aufzufallen. Untereinander haben sich die Bewohner von Go&Change vorgenommen, ehrlicher und authentischer miteinander zu sein. Wenn man sich nicht gewohnt ist, dass auch sehr kritisches Feedback wohlwollend gemeint sein kann, dann kann sich diese Art von Ehrlichkeit wie ein Angriff auf die eigene Person anfühlen. Da sie sich vorgenommen haben, sehr hohe Werte wie gegenseitige Unterstützung und Freundschaft zu leben und dies auch mit ganzer Kraft umsetzten, ist es bei Go&Change sehr unangenehm, wenn man stattdessen lieber eigenen egoistischen Bedürfnissen folgen will. So kann ich mir sehr gut vorstellen, wie einige ehemalige Mitglieder Groll aufbauen können, da sie wahrscheinlich bei Go&Change mit eigenen Verhaltensweisen konfrontiert wurden, welche im normalen Gesellschaftsvertrag der anonymen Gesellschaft unentdeckt und ohne Reaktion der Mitmenschen durch gingen. Dies kann sehr unangenehm sein, so auf sich selber zurückgeworfen zu sein.

Durch meine eigenen Erlebnisse kann ich allerdings mit Sicherheit sagen, dass Go&Change niemanden zu einer solchen Lebensweise drängt. Im Gegenteil muss man sich Monatelang aus eigener Kraft der Go&Change-Gemeinschaft annähern, bevor man überhaupt Bewohner werden darf. Denn schon Go&Change hat keine Lust darauf mit Menschen zusammenzuleben, welche nicht Ehrlichkeit untereinander in dieser Intensität leben möchten. Das ist auch der Grund, weshalb sie einige Menschen wieder herausgeworfen haben, da diese nicht aktiv sich an ihrer Art von Umgang miteinander beteiligt haben. So kann ich sagen, auch für mich war das Feedback, welches ich von Go&Change auf eigene Bitte erhalten hatte an vielen Stellen unangenehm, da ich mich ertappt fühlte in egoistischen Verhaltensweisen. Obwohl mich auch dieses unangenehme Feedback in meinem Leben weitergebracht hat, weiß ich nicht, ob ich dauerhaft diese Intensität aushalten würde, wenn ich bei ihnen leben würde. Ich bin mir aber sicher, dass Go&Change nicht gefährlich ist, da niemand dazu gedrängt, geschweige denn gezwungen wird, sich ihnen anzuschließen, der oder die das nicht möchte und der nicht aus eigener Kraft Anstrengungen unternimmt, um sich ihnen anzunähern.

Im Gegensatz zu anderen sektenartigen Gruppierungen, welche aktiv Mitglieder anwerben, sowie Mitglieder mit psychischem Druck davon abhalten, die Gruppe wieder zu verlassen: Go&Change setzt hohe Hürden um überhaupt Mitglied werden zu dürfen, ermutigt Menschen, einen anderen Lebensweg zu gehen, falls sie nicht mit dem Umgang von Go&Change übereinstimmen und wirft Menschen im Zweifelsfalle wieder raus. Das ist für mich das Gegenteil einer gefährlichen Sekte, denn jeder Bewohner weiß genau, auf was er oder sie sich einlässt, wenn sie bei Go&Change einziehen und muss dies aus eigener verantwortlicher Kraft wählen.

S.D.

01.06.2020 - 17:11 von Frau J. an Go&Change

Kontakt mit und Besuch bei Go&Change

Ich habe Go&Change bei einer Veranstaltung letzten Herbst kennen gelernt. Wir sind als Gruppe mit ihnen in Kontakt gekommen. Wir hatten schon viel Positives über sie gehört, in Bezug auf ihre Fähigkeiten, Einzelpersonen und insbesondere Gruppen dabei zu coachen, gut zusammen zu arbeiten und die Ziele die sie sich vorgenommen haben zu erreichen. Deshalb haben wir sie zu einem unserer Gruppentreffen eingeladen und sie um Feedback gebeten. Ihre Bereitschaft uns zu unterstützen, ihre Offenheit und ihre Freundlichkeit war von Anfang an aussergewöhnlich.

Danach haben wir sie zu uns in die Schweiz eingeladen und sie sind zu dritt dieser Einladung gefolgt. Während eines Wochenendes haben sie uns dabei unterstützt als Gruppe Konflikte zu lösen, die uns seit einem Jahr an einer wirklichen Zusammenarbeit gehindert hatten und uns einig zu werden, was wir erreichen wollen und wie wir konkret darauf hinarbeiten werden. Ich bin persönlich überzeugt, dass wir ohne ihre grosszügige, unentgeltliche und wohlwollende Unterstützung heute nicht an dem Ort wären wo wir sind. Wir haben seither einen Verein gegründet, mieten zwei grosse Häuser und arbeiten als Team täglich zusammen.

Letzten Februar waren wie zu Besuch bei ihnen. Sie haben uns freundschaftlich und offen aufgenommen und wir durften ihren kompletten Alltag miterleben. Wir haben mit ihnen gegessen und gearbeitet, durften Teil sein zweier Feiern einer gemeinschaftlichen und einer öffentlichen, an der die Nachbarn und Menschen vom Dorf eingeladen waren, konnten dabei sein, wenn sie Gemeinschaftsabende hatten und bekamen intimen Einblick, in ihren Umgang untereinander, wie sie im Gespräch Konflikte lösen, Entscheidungen treffen, Freundschaften pflegen und ihren Alltag planen. Ich habe selten erlebt, dass Menschen so offen Einblick in ihr Zusammenleben gewähren und war immer wieder erstaunt, wie durchdacht jede ihrer Entscheidungen und die Kultur ihres Zusammenlebens ist. Dies zeigte sich für mich in der Präzision mit der sie alle unsere Fragen zu ihrem Zusammenleben beantworteten und uns erklärten durch welche Gedanken und Erfahrungen sie zu ihren Schlussfolgerungen kamen.

Den Kontakt unter ihnen habe ich als aussergewöhnlich ehrlich wahrgenommen, was anfangs etwas abschreckend wirkte, vor allem als Schweizerin, die sich kulturell gewohnt ist, aus vermeintlicher Höflichkeit, Konflikte bis zum „geht nicht mehr“, nicht anzusprechen und dadurch echten Kontakt, durch scheinheilige Oberflächlichkeit zu ersetzen. Letztlich war es jedoch genau diese oberflächliche Höflichkeit, die wir als Gruppe los lassen mussten um sinnvoll zusammenarbeiten zu können und welche, kurz bevor wir Go&Change kennengelernt hatten, fast zum Zerbrechen unserer Gruppe geführt hätte. Letztlich bin ich sehr dankbar, dass sie untereinander eine solch radikale Ehrlichkeit leben und üben und uns dadurch dabei unterstützen konnten dies auch zu lernen.

J.

01.06.2020 - 17:11 von Frau N. an Go&Change

Meine Erfahrung mit der Gemeinschaft Go and Change

Kennen gelernt habe ich Felix und andere Menschen von Go and Change an einer Konferenz vor einem halben Jahr. Ich hatte zuvor immer wieder von Go and Change gehört – faszinierendes, interessantes und auch suspektes. Zum Beispiel, dass sie die Leute spiegeln, ihnen also ihre Wahrnehmung über die gespiegelte Person mitteilen, ob mans hören will oder nicht. Für die Menschen aus meinem Umfeld, die mir davon erzählt hatten, war das manchmal zuviel gewesen. Und trotzdem blieben fast alle mit einer angeregten Verwunderung zurück, wenn sie an Go and Change zurück dachten.

Ich hatte etwas Angst davor, diese Menschen kennen zu lernen. Und war dann richtig überrascht, wie respektvoll, kooperativ und offen Felix und die anderen, die von Go and Change dabei waren, waren. Sie spiegelten uns erst, nachdem wir das ausdrücklich miteinander vereinbart hatten, ja, wir mussten sie fast darum bitten. Ihre Spiegel waren sehr treffend und brachten eine hohe Präsenz und Intensität in die Gespräche, die wir führten. Ich war fasziniert. Wir merkten beidseitig, dass wir den Kontakt gerne fortsetzen wollten und vereinbarten einen Besuch von Felix und anderen Menschen von Go and Change bei uns in der Schweiz.

Wir befanden uns zu der Zeit in einem langwierigen Prozess von zwei Gruppen, die sich seit einiger Zeit annäherten und doch den Durchbruch nicht schafften, wirklich zu einer Gruppe zusammen zu wachsen. Das Wochenende, welches Felix und zwei andere Menschen von Go and Change im Dezember bei uns verbrachten, gestaltete sich als grosser Meilenstein in diesem Prozess. Sie haben eine ausserordentliche Fähigkeit, Dynamiken innerhalb von und zwischen Menschen in einer Schnelle und Genauigkeit zu erfassen, die mich immer wieder in grosses Staunen versetzt. Diese stellten sie uns das ganze Wochenende aus Freundschaft und Unterstützung zur Verfügung und halfen uns, zu verstehen, was da ein Jahr lang zwischen uns abgelaufen war und den Zusammenschluss der beiden Gruppen verhindert hatte. Ihre Spiegel waren für mich oft sehr unangenehm, da sie Verhaltensweisen von mir offen legten, welche nicht toll waren, für die ich mich schämte und die ich lieber vor anderen Menschen versteckt hätte. Oftmals sahen sie sogar mehr über mich, als mir selbst bewusst war. Auch das war ziemlich unangenehm. Und im Nachhinein muss ich klar sagen, dass alle ihre Spiegel nach einigem darüber Nachdenken begannen, Sinn zu ergeben und mich sehr dabei unterstützt haben, mich zu entwickeln und diese destruktiven Verhaltensweisen (die sowohl andere, wie auch mich selbst verletzten) zu verändern. Dafür bin ich ihnen enorm dankbar.

Im Prozess der Gruppenfusion fielen wir leider einige Wochen nach diesem klärenden Wochenende wieder in alte Dynamiken zurück, die nochmals fast verhindert hätten, zusammen zu kommen. So entschieden wir uns für einen viertägigen Besuch bei Go and Change, um nochmals tiefere Klärung zu schaffen.

Ich war nervös, bevor wir in Lülsfeld ankamen. Und trug gleichzeitig ein Vertrauen in mir, dass das der Ort war, wo wir am tiefsten und kompetentesten unterstützt werden konnten in der Lösung unserer Konflikte. Da war auch eine Neugierde, wie diese Menschen lebten, die für mich im Aufbau und der Gestaltung von Mehrgenerationenprojekten, wie auch wir eines aufbauen wollen, zu einem Orientierungspunkt geworden waren. Wir kamen spätabends an und die ganze Gemeinschaft war gerade dabei, zu tanzen und ein Fest zu feiern. Mein erster Eindruck, als ich eintrat war: „Wow, ist das hell hier!“. Es fühlte sich tatsächlich sehr leicht an. Alle Menschen begrüssten uns fröhlich, ich fühlte mich sehr willkommen. Sie stellten mir Fragen und waren interessiert daran, wer wir waren und woher wir kamen. Auch einige aus der Leitung von Go and Change nahmen sich noch an diesem ersten Abend Zeit für uns, um zu fragen, was unsere Wünsche für unseren Besuch bei ihnen waren. Auf unsere Anfrage waren sie offen dafür, sich erneut Zeit zu nehmen, um uns als Gruppe zu coachen und zu unterstützen.

Die Tage bei Go and Change waren prägend, beeindruckend und sehr lehrreich für mich. Es war schnell eine grosse Vertrautheit da, sich einander zu öffnen und die wichtigen Themen anzusprechen. Höflichkeitsfloskeln und die übliche distanzierte Freundlichkeit waren da nicht zu finden. Ich fühlte mich schnell wohl und gleichzeitig wach und angeregt in der Atmosphäre im Kloster.

Am zweiten Tag hatten wir das Privileg, bei einem sehr ehrlichen Gemeinschaftsaustausch von Go and Change dabei sein zu dürfen. Es war eine Art Rückblick über die letzten drei Monate und ein Ausblick darauf, wie die einzelnen Menschen aus diesen Erfahrungen heraus weiter gehen wollten. Dabei ging es manchmal ziemlich zur Sache, denn es ist ein hohes Anliegen der Mitglieder von Go and Change, sich liebevoll zu verhalten und mit den destruktiven Verhaltensweisen aufzuhören. Dabei können sie auch streng sein und einander sehr klar und direkt konfrontieren und sich gegenseitig aufzeigen, wo ihr Verhalten noch nicht konstuktiv ist. Ich erschrak manchmal über die Intensität und in meiner Wahrnehmung auch Härte ihrer Worte. Und doch konnte ich spüren, dass die Grundlage, auf der diese Gespräche stehen, tiefe Freundschaft und Verbindung ist. Das beeindruckte mich sehr. Einen Umgang miteinander aufzubauen, wo wir wieder wirklich ehrlich ansprechen können, was wir nicht toll machen und einander dabei zu unterstützen, etwas anderes zu entwickeln, sehe ich als grossen Beitrag zu unserer Gesellschaft. In diesem Bereich ist Go and Change den meisten von uns einen grossen Schritt voraus, denke ich. Die Ehrlichkeit und Transparenz reicht dabei so weit, dass sogar wir als Aussenstehende ZeugInnen von diesen internen Prozessen werden durften.

Während unseres Aufenthalts bei Go and Change nahmen sich einige aus der Leitung der Gemeinschaft zwei Mal für ein paar Stunden Zeit für unsere Gruppe. Die Qualität ihres Coachings war genauso tiefgreifend wie bei ihrem Besuch bei uns in der Schweiz. Wir starteten damit, dass wir ihnen Fragen stellen konnten zu der Art, wie sie zusammen im Kloster leben, Themen ansprechen konnten, die uns seltsam vorgekommen waren. Es war schön zu sehen, wie gross ihre Bereitschaft war, uns ihre Kultur zu erklären und auch mit uns zu forschen. Dass Unstimmigkeiten geklärt werden, hat höchste Priorität im Kloster. Ich nehme die Menschen von Go and Change ihrerseits als sehr offen für Feedback wahr, stets daran interessiert, der Realität auf den Grund zu gehen und sich und das Projekt weiter zu entwickeln.

Danach stiegen wir nochmals tief in unsere Gruppendynamiken ein. Für mich erneut sehr konfrontierend und unangenehm, weil sie mir Dinge über mich aufzeigten, die ich nicht sehen wollte. Für unsere Gruppe waren die Gespräche erneut wahnsinnig hilfreich und richtungsweisend. Die Menschen von Go and Change, haben eine Fähigkeit, soziale Realität in Worte zu fassen, die in den Leuten, die anwesend sind oftmals eine Reaktion von „Ja, genau so ist es“ auslösen. Und falls das nicht bei allen der Fall ist, dann wird es gemeinsam besprochen, bis eine gemeinsame Realität gefunden wird. So halfen sie uns, genau so eine gemeinsame Realität darüber zu etablieren, auf welche Grundlage wir unsere Gruppe in Zukunft stellen würden.

Die Spiegel, die ich erhalten hatte, schüttelten mich extrem durch. Ich war danach sehr verunsichert, voller Scham und fühlte mich schuldig. In diesem Zustand war ich weiterhin im Kloster. Die Art, wie die Menschen darauf mit mir umgingen, war sehr hilfreich für mich. Sie verhätschelten mich überhaupt nicht, sondern verhielten sich ganz normal mit mir und waren gleichzeitig da für mich, wenn ich um Unterstützung fragte und meine Fragen stellte. Mein Eindruck ist, dass Go and Change ein Ort ist, der sehr stark auf Selbstverantwortung setzt, ich mich also selbst darum kümmern muss, das anzufragen, was ich brauche. Es ist kein Ort, wo ich, wenn ich zum Opfer werde von den Ereignissen, darin unterstützt werde. Aber wenn ich selbst bereit bin, daraus auszusteigen, kriege ich sehr liebevolle und kompetente Unterstützung. Für mich war das ein grosser Schubs, der mir viel Wachstum brachte. Und ich kann auch verstehen, dass es für Menschen, die einen solchen inneren Wechsel nicht vollziehen möchten, so wirken kann, als wäre der Umgang bei Go and Change hart und verletzend, da ich das so wahrnahm, bis ich den Widerstand ablegen konnte, der ihre Spiegel nicht wirklich annehmen wollte.

Zum Schluss möchte ich noch einige Worte zu den Kindern sagen, da ich einen Vormittag lang bei der Kinderbetreuung dabei sein durfte und so einen kleinen Einblick kriegte. Was mir dabei aufgefallen ist, war, dass sie grossen Wert auf klare Grenzen und klare Leitung der Kinder legen. Die beiden Betreuerinnen beobachteten die Kinder genau und fragten sich immer wieder, was die einzelnen wohl brauchten, v.a. in Konfliktsituationen. Die Kinder schienen sich in diesem Rahmen wohl und aufgehoben zu fühlen. Ich habe in anderen Kontexten selten so wenig Widerstand von Seiten der Kinder den Erwachsenen gegenüber erlebt. Insgesamt nahm ich die Kinder von Go and Change als sehr offen und kontaktfreudig wie auch sehr selbständig wahr. In dem Rahmen, wie sie es schon können, werden ihnen auch gerne Entscheidungen oder „Leitung“ abgegeben. Das älteste Mädchen (ich glaube 10J.) übernahm viel Verantwortung, als ein jüngerer Junge mir nach dem Essen seinen Teller zum Abwasch gab. Da meinte sie, dass er das eigentlich selber machen oder ansonsten mindestens fragen müsste. Das sagte sie ihm selbst und auch mir als Erwachsener, die ihm den Teller unhinterfragt abgewaschen hatte. Ich war beeindruckt. Während der Zeit, die ich bei Go and Change verbrachte, sah ich im Umgang mit den Kindern viel Liebe, Freude und Klarheit und nichts, was ich als gewaltvoll bezeichnen könnte. Im Gegenteil, auch im Umgang mit den Kindern möchte ich gerne noch mehr von Go and Change lernen.

Somit kann ich sagen, dass meine Erfahrung mit Go and Change bisher sehr inspirierend und lehrreich war. Ich schätze den Kontakt mit ihnen und bin richtig dankbar für die Unterstützung, welche sie mir und uns im letzten halben Jahr entgegen gebracht haben. Bestimmt sind sie nicht fehlerfrei und selbst immer noch am Lernen, wie der Umgang zwischen Menschen, die ein hohes gemeinsames Ziel verfolgen, am liebevollsten gestaltet werden kann. Das ist aber meiner Erfahrung und Einschätzung nach in keinem Verhältnis zu den harten Vorwürfen, die im Artikel in der Mainpost zu lesen waren. Ich wünsche mir daher, dass die viele wunderschöne Arbeit, die die Menschen von Go and Change machen, in einem weiteren Artikel gebührend gewürdigt und zu den Vorwürfen nach differenzierter Recherche nochmals Stellung bezogen wird.

N.

01.06.2020 - 17:11 von Herrn B. an Go&Change

Erfahrungsbericht vom Besuch im Februar 2020

Tag 1: Mittwoch
Wir kamen spät Abends an und wurden sehr herzlich empfangen. Ich war einwenig nervös das erste Mal bei Go and Change auf besuch zu sein. Ein paar von ihnen hab ich schon getroffen an einem Event und als sie kurz darauf bei uns besucht haben. Ich hatte dabei schon erlebt wie gut sie Verhaltensweisen erkennen, deuten und bennen können und darin auch gesehen wie tief verpflichtet sie auf ein Liebevolles miteinander und Freundschaft ausgerichtet sind.
Von Freunden die schon bei ihnen auf Besuch waren habe ich auch schon einiges über sie gehört, dass sie es wirklich ernst meinen mit der Gemeinsamen Ausrichtung und dem richtig schonungslos Feedback geben. So freute ich mich sehr sie an dem Ort zu erleben wo sie gemeinsam diese Kultur des miteinanders aufbauen und hatte auch einwenig schiss davor.
Wir wurden dann gleich eingeladen an den Tanzabend zukommen. Auf der Tanzfläche begegnete ich offenen und interessierten Menschen, viele kamen gleich auf uns zu und stellten sich vor. Ich fühlte mich wilkommen und die nervosität verschwand mehr und mehr.
Als der zweite Teil von unserer Gruppe ankam, haben wir eingecheckt und unser Zimmer bezogen. Etwas später am Abend traffen wir uns dann mit einigen von Go and Change und hatten einen ersten Austausch und konnten Fragen stellen.
Sie haben uns eingeladen die ganze Zeit voll dabei zusein und das wir jeder Zeit nachfragen sollen, falls uns etwas komisch erscheint.
Danach gingen wir wieder Tanzen, ich hatte mehrer schöne und berührende gemeinsame Tanzerlebnisse mit einzelnen Menschen von Go and Change.
Mir blieb am meisten von diesem ersten Abend die Offenheit der Menschen in Erinnerung.

Tag 2: Donnerstag
Am nächsten Vormittag haben wir uns in verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt und erledigten die Sachen die zutun waren. Ich hatte dabei einige schöne Gespräche mit einem der älteren von Go and Change.
Am Nachmittag bekamen wir eine Führung des ganzen Areals und danach wurden wir ins Wohnzimmer eingeladen. Wo die ganze Gemeinschaft sich traf um sich neue 3 Monats Commitments zu geben. Der Prozessraum war sehr berührend, zusehen wie viel Wert sie auf die Freundaschaft legen und sich gemeinsam in ihrer Entwicklung unterstützen. Es war wieder verblüfend wie gut und genau sie sich gegenseitig spiegeln konnten und unterbewuste Mechanismen erkannten, die sie dann auch unverblümt ansprachen. Ich empfand ihre Ausdrucksweise dabei manchmal recht grob.
Nach einiger Zeit fragten sie uns wie es uns geht und ob wir fragen haben.
Die Frage kam auf wieso sie so eine Sprache wählten. Sie erklärten dass sie die Sprache wählten die diese Teile verstehen, an die sie ihr Feedback richten.
Gegen den Schluss hab ich auch ein Commitment vorgeschlagen mit einem Freund zusammen um mich aus der komfortzone zu bringen und meine Freundshaft zu ihm zustärken. Sie haben dann mich und ihn unterstützt darin ein weiteres für ihn zufinden das ihn in seiner Entwicklung unterstützt.
Von diesem Tag blieb bei mir der Eindruck, dass sie sich wirklich gute Frende sind, indem sie sich gegenseitig unterstützen und sich ehrlich sagen was sie voneinander dachten.

Tag 3: Freitag
Schon in einem vorherigen Treffen wo sie uns besucht haben, konnten sie uns sehr kompetent unterstützen und begleiten. Wir haben uns in der Zeit wo wir da waren mit der Leitung von Go and Change ein Treffen gewünscht um die interen Dynamiken unserer Gruppe anzuschauen und zuklären. An diesem Nachmittag haben sie sich dafür Zeitgenommen.
Auch dieses mal war es so. Durch ihr Feedback und ihre Inputs kamen wir sehr schnell an Punkte wo es noch unklarheiten gab und haben die dann zusammen angeschaut und geklärt.

Tag 4: Samstag
Nach einem Arbeitseinsatz im Garten, traffen wir uns wieder mit einigen der Leitung um weitere Themen unsrer Gruppe anzuschauen. In diesem Treffen konnten wir Themen klären und Entscheidungen Treffen die seit langem die Gruppe blockiert haben.
Es war ein sehr intesives Treffen und ich war berührt von der bereitschaft von den Menschen von Go and Change uns zuunterstützen. Ich verspühre sehr viel Dankbarkeit darüber wie fest sie uns geholfen haben und ermöglicht haben das wir an den Punkten weiter kamen wo wir alleine nicht mehr konnten.

Tag 5: Sonntag
Ich war noch fest am verarbeiten des Treffens vom Samstag und der ganzen Zeit bei ihnen.
Da die Verbindungen der Offentlichen Verkehrsmitel sehr schlecht waren, fuhren uns zwei von Go and Change zum nächstgelegen Bahnhof mit guter Verbindung.

Einschätzung:
Auf der Basis der Erfahrungen die ich bei Go and Change gemacht habe, sehe ich die Darstelungen die in dem Zeitungsartikel gemacht wurden als nicht zutreffend. In der ganzen Zeit wo ich dort war und die gemeinsamen Räume mit erlebt habe, hatte ich kein Übergriffiges Verhalten, Machtmissbrauch, Nötigung oder ähnliches beobachtet, alles beruhte auf Freiwilligkeit.
Betrefend der Darstelung der sexualisierten Gewalt sehe ich das dies der Fall wäre wenn Menschen ohne einverstäntnis in solche Handlungen einbezogen würden. Im Fall von Go and Change gehe ich davon aus das dies aber nicht der Fall war, sondern ein Einverständins von allen Beteiligten vorlag.

Ich bitte sie um eine weiterführende Klärung der von Ihnen gemachten Darstellung im Zeitungsartikel, da es so wirkt wie wenn sich einige der ehemaligen Mitgliedern an Go and Change, durch Rufschadigung rächen wollten und dies mit Hilfe ihrer Berichterstattung gemacht haben.

Herzlichen Dank und liebe Grüsse

Herr B.

01.06.2020 - 17:11 von Frau L. an Go&Change

Im folgenden Bericht gehe ich auf meine Erfahrungen und Eindrücke ein, die ich in der Gemeinschaft Goandchange gemacht habe. Ich lebe in einer Gemeinschaft in der Schweiz und wir werden seit einigen Monaten von Goandchange in unserem Gruppenprozess sehr gut unterstützt.
Ich möchte nicht namentlich genannt werden, sollten Sie Informationen aus meinem Bericht veröffentlichen.

Felix Krolle von der Gemeinschaft Goandchange habe ich im Herbst 2019 zum ersten Mal an einem Treffen verschiedener Gemeinschaften kennengelernt, an welchem ich mit meiner Gemeinschaft teilnahm. Sie fielen mir und meinen Gemeinschaftskollegen dadurch auf, dass sie ohne viel über uns zu wissen, uns Feedback gaben, dass extrem treffend war. Das Feedback bezog sich sowohl auf Eigenschaften/Verhaltensweisen einzelner Personen, als auch auf Beziehungs- und Gruppendynamiken. Wir haben Felix gebeten uns in einem Gruppenprozess zu begleiten. In diesem zeigte er uns z.B. sehr deutlich Verhaltensmuster einzelner Personen auf und ebenso wie wir Rollen in der Gruppe verteilt haben und wie wir zueinander stehen. Diese Klärung war enorm wichtig für das Zusammenwachsen und die Stabilisierung unserer Gruppe. In weiteren später stattfindenden Gesprächen mit Felix konnten wir viele Konflikte klären, die seit einem Jahr zwischen den Mitgliedern meiner Gemeinschaft standen und das Weiterkommen als Gruppe gefährdeten.
Die Feedbackkultur die ich im Kontakt mit Menschen von Goandchange und auch bei ihnen zu Hause bei Besuchen im Januar und Februar 2020 erlebt habe, war außergewöhnlich und darin gewöhnungsbedürftig. Ich habe bisher niemanden getroffen der so ehrlich, direkt, treffend und wahrheitsgemäß Verhaltensmuster (im Denken, Sprechen und Handeln) aufzeigt, wie die Menschen aus Goandchange. Diese Direktheit ist sehr herausfordernd sowohl für mich, als auch für andere, wie ich das klar miterlebt habe, denn es ist nicht Teil unserer Gesellschaft, dass wir einander die Wahrheit unverblümt und absolut ehrlich sagen, und zwar von einer inneren, erwachsenen und reflektierten Haltung heraus, wie ich es mit Menschen aus der Leitung von Goandchange kennengelernt habe. Vor dem Hintergrund der Licht-und Schattenarbeit, die Goandchange sich zur Aufgabe gemacht hat, um mehr liebevolles Handeln und mehr Frieden zwischen Menschen zu erreichen, kann ich die Herausforderung der Feedbacks gut einordnen. Denn ich habe viele Anteile in mir die ich lieber verstecken möchte und wo es unangenehm wird, wenn diese deutlich benannt werden und wenn diese als nicht liebevoll für mich selbst und mein Umfeld angesehen werden. Und so habe ich es oft miterlebt, wie entweder in Prozessräumen (das sind Gesprächsrunden mit mehreren Menschen, in denen spezielle Anliegen besprochen werden) und auch in Alltagssituationen Feedback gegeben wurde und dies zum Teil hart und «nicht nett», bzw radikal direkt, gesagt wird und auf Widerstand stößt. Genauso oft, habe ich aber, auch in mir selber erlebt, wie ich, wenn ich das Feedback zunächst annehme und nicht reflexartig abwehre, in mir drin spüre, wenn das Feedback stimmt und dann auch aus mir selbst heraus eine Änderung anstreben kann. Das Hin-und Her von Feedback und Widerstand, welches Alltag bei Goandchange ist (vor allem auch bei scheinbar kleinen Dingen, wie einem Blick und einer kleinen Bemerkung) war für mich am Anfang sehr unangenehm, da es in mir eine ständige Anspannung erzeugt hat. Ich habe jedoch vor allem durch die direkte Unterstützung in unserem Gemeinschaftsprozess durch Vertreter der Leitung, erlebt wie wahr und konstruktiv die Feedbacks sind, denn sie haben dazu geführt, dass wir in unserer Gemeinschaft viel näher zusammen gekommen sind und ebenfalls viel klarer miteinander sind, sodass es kaum noch unterschwellige Konflikte gibt und dass wir Verhaltensweisen, die nicht gut für die Gruppe oder auch die betreffende Person sind, ansprechen und klären können.

Besonders bei Goandchange ist auch die Kompetenzhierarchie die sie leben. In der Gruppe wird genau hingeschaut, herausgefunden und dann anerkannt, wer in welchem Bereich die höchste Kompetenz hat und wer damit die Entscheidungskraft hat. Das gilt sowohl in Breichen wie Garten und Küche als auch für die Gesamtleitung der Gruppe. Die Gesamtleitung der Gruppebilden diejenigen, die das höchste Bewusstsein für die Gruppe und für das Ziel, eines wahrhaft liebevollen Miteinanders haben und halten. Sie geben z.B. den Wochenplan vor, in dem sich die Gemeinschaft bewegt mit Arbeitstagen, individuell- und gemeinschaftsfreien Tagen. Die Tage werden sehr flexibel und jeweils am Vortag gestaltet. Das heißt, die Essenszeiten, die Aufgaben und die freie Zeit und Gruppenfreizeitaktivitäten werden von der Leitung am Vortrag festeglegt und jeweils beim Mittagessen bekannt gegeben. Personen aus dem Leitungsteam leiten auch vorwiegend die Prozesse, die vor allem an den Abenden und oft bis spät in die Nacht gehen, da für die Gruppe klar ist, dass sie zusammenbleiben bis die Themen abschließend geklärt sind. So hab ich bei Goandchange erlebt, dass sich die Gruppe sehr nah zusammen bewegt, sie sprechen vom «Wir-Raum». Das gilt sowohl für die gemeinsamen Tages- und Wochenabläufe, als auch für individuelle Befindlichkeiten, auf die genau geachtet wird; in dem Sinn, ob es gerade um ein Ausweichen aus dem Gruppenprozess geht oder tatsächlich ein wichtiges individuelles Bedürfnis. Ich habe darin erlebt, das einzelne Personen «geschickt» wurden, um bestimmt Aufgaben zu erledigen (z.B. während einem Prozess noch nach den Kindern zuschauen), was mich zunächst irritiert hat, da ich es noch von anderen Gruppen gewohnt war, dass gefragt wird wer Lust hat eine Aufgabe zu übernehmen. Darin sehe ich aber bei Goandchange, und auch immer mehr in meiner Gemeinschaft, eine neue Klarheit und Effizienz für eine Gruppe, denjenigen Menschen mit der höchsten Kompetenz im Überblick über die Gruppe und den einzelnen Menschen darin, zu vertrauen und daher auch ihren Aufforderungen zu folgen. Das gilt natürlich dann wenn ich die Kompetenz der Person anerkannt habe, und ich gehe davon aus, dass das die Mitglieder der Gemeinschaft Goandchange tun, oder wenn nicht, ihr Einwände verantwortlich einbringen. Einwände, Fragen und Vorbehalte einzubringen ist eine grundlegende Aufforderung bei Goandchange. Sie erwarten Ehrlichkeit und Offenheit, genauso wie sie einem in dieser Art begegnen, damit Dinge geklärt werden können, anstatt im Untergrund zu bleiben oder hinter dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden.

Teil der gemeinsamen Kultur bei Goandchange ist auch, dass sich viele Menschen sogenannte Commitments geben. Das sind Aufgaben, die sie alleine oder miteinander regelmäßig für eine bestimmte Zeit ausführen, um z.B. Beziehungen zu stärken oder vor allem um bestimmte Verhaltensmuster zu verändern. Das kann Sport sind, regelmäßige Gespäche oder Computerspiele spielen.

Vor allem in letzter Zeit haben wir in Austausch-Telefonaten mit Goandchange davon gehört, dass einige Menschen aus der Gemeinschaft «rausgeschmissen» wurden. So wie ich es aus ihren Erzählungen verstehe, sollen Menschen die Gemeinschaft verlassen, die nach längerer Zeit und andauernden Prozessen sich nicht auf die tiefe Arbeit (sprich dem genauen Analysieren, Feedback und Verändern von Verhaltensweisen, die als nicht liebevoll angesehen werden) einlassen wollen oder können. Ich kann mir gut vorstellen, dass das für die Betroffenen vor allem in der ersten Zeit nicht einfach ist, die Gemeinschaft und Freunde zu verlassen, weiß aber, dass sie sowohl finanziell unterstützt werden, als auch dass die Gemeinschaft für Kontakt und Freundschaft offen bleibt. Ich habe mehrfach aus der Leitung von Goandchange gehört, dass Menschen absolut frei sind jederzeit zu gehen, wenn sie nicht mit den Zielen und damit verbundenen Anforderungen mitgehen können und gleichzeitig aber auch aufgefordert werden können die Gemeinschaft zu verlassen, wenn eine Zusammenarbeit nicht unterstützend ist.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich bei Goandchange viele Neues, Außergewöhnliches und am Anfang für mich nicht immer leicht zu Verstehendes erlebt habe und das nicht immer angenehm für mich war (im Zusammenhang mit der Prozessarbeit, der radikalen Ehrlichkeit, Kompetenzhierarchie und dem außergewöhnlich starken Gruppenzusammenhalt in dem sich die Gruppe bewegt).
In der Zusammenarbeit und der Begleitung unseres Gruppenprozesses durch Goandchange Leitungsmitglieder, habe ich jedoch eine sehr selbstlose unterstützende Haltung bei ihnen wahrgenommen und ihre Arbeit sehr zu schätzen gelernt. Vor allem den hohen Wert von Ehrlichkeit den sie mir und jedem entgegenbringen, und den sie auch zurückfordern. Wenn ich mich auf die Ehrlichkeit einlasse, kann ich Fragen stellen und meine Vorbehalte klären. Ich selbst konnte durch die Feedbacks mich selber besser kennenlernen und ehrlicher mit mir und anderen werden, was ich als sehr grundlegend für ein liebevolles Miteinander halte.

Mit freundlichen Grüßen
Frau L.

01.06.2020 - 15:28 von Herrn Darius S. an Go&Change

Mein erster Besuch im Kloster war vor zwei Jahren. Damals habe ich die Gemeinschaft als sehr direkt, radikal, ehrlich und inspierend erlebt.
Das war anfangs überfordernd, ich bin auch mit zwei Menschen dort in Konflikte geraten. Die haben sich gut klären lassen, seit dem habe ich sie alle paar Monate besucht und in der Gemeinschaft viel Inspiration und Unterstützung gefunden. Inspiriert hat mich vor allem die Ehrlichkeit und Herzlichkeit einiger Menschen vor Ort. Ihre Tiefe Suche nach Ehrlichkeit und, dass es keine tabu Themen gibt, nichts worüber man dort nicht reden kann. Durch sehr direktes Feedback habe ich Dynamiken und Dinge über mich verstanden, bin an Themen weiter gekommen, an denen ich vorher lange zu knabbern hatte. Ein Beispiel : durch systemische Aufstellung und Gespräche konnte ich die Wut auf meine Mutter loslassen. Dadurch hat sich mein Kontakt zu ihr sehr entspannt und es ist mehr Platz für die Liebe geworden.
Vor allem die kritischen feedbacks haben mich oft noch lange beschäftigt, habe teils noch Monate darüber nachgedacht. Das war nicht nur angenehm, aber hat mich auch angetrieben, weiter zu forschen.
Daneben viel es mir nicht leicht wirklich freundschaftlich Kontakt aufzubauen, durch den großen Respekt blieb meist eine Distanz aufrecht. Das bedauere ich.
Ich schätze diese Menschen sehr.

Herzliche Grüße

Darius S.

30.05.2020 - 15:35 von Frau Johanna K. an die Mainpost

Sehr geehrte Frau Jeske, sehr geehrter Herr Stahl, sehr geehrte Redaktion der Mainpost,

ich bin sehr erschrocken über den Artikel vom 22.05. über Go and Change, da das, was Sie darin geschrieben haben schwere Vorwürfe, beinhaltet, aber so wenig dem entspricht, was ich dort erlebt habe. Das von vornherein einer Gemeinschaft so sehr misstraut wird, nur weil sie von sich sagt, dass sie ihr Leben der Ausrichtung auf Liebe verschrieben hat, kann ich nicht verstehen. Die meinen das ernst und es ist wunderschön, was dort passiert.

Ich bin Psychologiestudentin in Witten und habe Go and Change das erste Mal im März 2019 zu einem Kennenlernwochenende besucht. Seitdem war ich viele weitere Male dort und das, was ich bei den verschiedenen Besuchen erlebte, hat mich zutiefst inspiriert und die Menschen dort sind mir ans Herz gewachsen.

Was ich bei Go and Change erlebt habe ist eine Gemeinschaft, die offen für jeden ist und in der Gäste so selbstverständlich in den Alltag integriert werden, als ob sie zur Familie gehören. Durch die oben genannte Ausrichtung, die beinhaltet, dass die dort lebenden Menschen sich konform zu ihren Werten wie Liebe, Konstruktivität und Ehrlichkeit verhalten, entsteht eine Kultur des Miteinanders, in dem jede*r in seiner Einzigartigkeit gesehen wird und dabei unterstützt wird diese zu leben.

Für mich war das sogar manchmal anstrengend, weil ich es viel gewohnt bin bei anderen Menschen zu schauen, was sie von mir erwarten und mich demnach zu verhalten. Bei Go and Change funktioniert diese Strategie nicht. Ich wurde dort angeregt Verantwortung für mich zu übernehmen und freier von dem zu werden, was anderen gefallen könnte. Dass von jemandem in der Gemeinschaft Druck ausgeübt wurde, habe ich nicht erlebt. Es kann natürlich passieren, das man anfängt selber Druck auf sich auszuüben, die Person, die ich am meisten enttäusche, wenn ich nicht nach meinen Werten handle, bin letztlich ich selbst. Niemand wird dort zu irgendetwas gezwungen. Im Gegenteil habe ich erlebt, dass Menschen, die versuchen sich selbst dazu zu zwingen etwas zu tun, aufgefordert wurden dieses Verhalten zu ändern oder auszuziehen.

Bei Go and Change habe ich erfahren, dass ich wertvoll bin, so wie ich bin, dass ich mich mit allem von mir zeigen kann, den schönen und den hässlichen Seiten. Und dass ich, wenn ich mir dieser hässlichen Seiten bewusst werde, freier entscheiden kann, woraus ich handeln möchte. Ich habe mehr Freiheit, Liebe und Lebendigkeit dort erlebt als an irgendeinem anderen Ort.

Bei Go and Change wird gruppentherapieartig gearbeitet, um gemeinsam zu wachsen. Viele der Menschen dort sind sehr empathisch und kennen sich gleichzeitig sich selbst so gut, dass sie gut differenzieren können, was sie tatsächlich im Gegenüber wahrnehmen und was ihre eigenen Reaktionen auf das Gegenüber sind. Zusätzlich haben sie, wie oben beschrieben, eine sehr klare Ausrichtung wirklich das Beste für alle zu wollen. Nach dem, was ich in meinem bisherigen Psychologiestudium gelernt habe, sind das die Eigenschaften, die gute Therapeut*innen ausmachen. Auch Supervision ist durch die Gruppe jederzeit möglich und diese Möglichkeit wird auch genutzt.

Was mich ebenfalls besonders beeindruckt und mein Vertrauen in Go and Change gestärkt hat, ist wie die Kinder dort aufwachsen. Es gibt eine Kinderbetreuung, die sich mit jedem einzelnen Kind beschäftigt. Jedes Kind wird bei seiner Entwicklung bestmöglich unterstützt, so wie die Eltern im Umgang mit ihren Kindern. Ich habe nirgendwo erlebt, dass mit so reiner Liebe und Klarheit mit Kindern umgegangen wird wie dort.

Ich glaube durch die vielen Erfahrungen, die die Menschen bei Go and Change in der intensiven Beschäftigung miteinander und mit der Welt gemacht haben, kann diese Gemeinschaft Menschen dazu inspirieren sich selbst, seinen Mitmenschen und der Welt immer liebevoller zu begegnen und so sollte ihm auch in der Öffentlichkeit begegnet werden.

Die Kultur des Zusammenlebens in meiner Wohngemeinschaft ist stark von Go and Change inspiriert und wir wurden bei den Prozessen, die in unserem Miteinander aufgetreten sind, immer von ihnen unterstützt. Dadurch haben sie mein Leben und das einiger Freunde und Freundinnen von mir auf sehr positive Weise geprägt. Dafür sind wir sehr dankbar und stehen als Gemeinschaft hinter Go and Change. Ich fordere Sie zu einer Richtigstellung Ihres Artikels auf, in dem Sie in Ihre Recherche nicht nur die Stimmen einiger unzufriedener, gekränkter Menschen mit einbeziehen und jeden, der diesen Stimmen widerspricht, als unglaubwürdig darstellen.

Für Rückfragen bezüglich dem, was ich geschrieben habe stehe ich zur Verfügung und Sie können das Geschriebene, nach Einholung meines Einverständnis, veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Frau Johanna K.

30.05.2020 - 11:17 von Frau L.M. an die Mainpost

Stellungnahme:

Vergangenen Sommer lernte ich einige Bewohnende von Go&Change kennen und verbrachte daraufhin mehrere Monate in der Gemeinschaft. Von ihrer Vision und Lebensweise bin ich begeistert. Alles bei Go&Change ist freiwillig, transparent und konstruktiv. Ich bin den Menschen sehr dankbar und mit ihnen in freundschaftlichem Kontakt.

Sozial- und Kulturanthropologin und Religionswissenschaftlerin, angehende Pädagogin

Frau L.M.

29.05.2020 - 22:07 von Frau Julia Hansel an Go&Change

Sehr geehrter Herr Stahl, sehr geehrte Frau Jeske, sehr geehrte Redaktion der Mainpost,

Ich bin schockiert über Ihren Artikel über die Gemeinschaft Go&Change vom 22.05.20 und möchte im Folgenden zu einer Gegendarstellung und einem vollständigeren Abbild der Situation beitragen.

Die Perspektive, die Sie in Ihrem Artikel einnehmen, finde ich übertrieben zugespitzt, einseitig und reißerisch. Ich fordere Sie und die Redaktion der Mainpost dazu auf, zügig eine Darstellung mit mehr Perspektiven zu erarbeiten, sodass Sie in Zukunft wieder als seriöse Zeitung gelten können. Sie haben mein Einverständnis, diesen Artikel anonymisiert als LeserInnenbrief zu veröffentlichen.

Ich habe die Gemeinschaft von Go&Change seit Februar 2019 immer wieder für den Zeitraum weniger Tage bis mehrerer Monate besucht. Durch den Kontakt mit Go&Change bin ich offener, mutiger, kraftvoller, lebensfroher, liebevoller und konstruktiver geworden und dafür insbesondere denen von Ihnen hervorgehobenen Bewohnern Felix Krolle und K.K. sehr dankbar. Die Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich über mich, das Leben und menschliches Miteinander gemacht habe, hätte ich ohne sie nicht errungen.

Bei Go&Change wurde nie etwas vor mir versteckt. Man kann zu jeder Zeit über alles reden. Das schafft großes Vertrauen und Sicherheit. Offene Kritik am eigenen Verhalten ist zunächst unangenehm, aber notwendig, um langfristig in Frieden zusammenleben zu können. Es bringt eine Person oder eine Gruppe logischerweise nicht weiter, wenn ausschließlich über das zu gesprochen wird, was bereits liebevoll und konstruktiv ist. Es muss auch thematisiert werden, wo wir einzeln oder im Kollektiv ignorant und destruktiv handeln, um an diesen Stellen etwas verändern zu können. Menschen, die dazu nicht bereit waren, wurden früher oder später von der Gemeinschaft aufgefordert zu gehen oder sind selbst gegangen.

Die Regeln des Gemeinschaftslebens fand ich zu jeder Zeit sinnvoll und hilfreich, um ein konstruktives Miteinander etablieren zu können. Wenn auf einem Spielplatz viele Kinder kooperativ und in Freude eine große, kreativ ausgestaltete und reich verzierte Sandburg bauen und ein Kind die Sandburg immer wieder mutwillig kaputt machen will, obwohl es genug Schaufeln, Platz für Ideen und Einladungen von Seiten der anderen Kinder gibt – würde man es dann als „Psychoterror“ bezeichnen, wenn die Kinder die Nervensäge irgendwann des Sandkastens verweisen, damit sie entweder woanders spielen geht oder sich eines Besseren besinnt?

Die meisten Menschen, die Go&Change kennen lernen, sind erstmal überwältigt und gefordert von der Transparenz und Klarheit, mit der kommuniziert wird – und von der Schönheit, mit der sie in der Tiefe gemeint und berührt werden. Ich kenne keinen anderen Ort, an dem eine solche revolutionär wahrhafte und ehrliche Kultur gelebt wird. Das Miteinander basiert auf Selbstverantwortung, einer eigenen Meinung, Freiwilligkeit, Vertrauen, Kooperation, Wertschätzung, Respekt, Würde, Barmherzigkeit und Menschlichkeit. Menschen, die im Kloster leben, wollen allen Wesen mit Liebe begegnen und sich um sich selbst und andere Mühe geben. Dieses Bemühen ist zu jeder Zeit spürbar.

Go&Change ist in den letzten Monaten immer mehr zu meinem zu Hause geworden und ich werde mich mein Leben lang mit diesem Ort verbunden fühlen.

Mit freundlichen Grüßen

Frau Julia Hansel

28.05.2020 - 14:49 von Rosita Steinbiß Mader an die Mainpost

Stellungnahme:zu Ihrem Artikel Kloster in Lülsfeld

Mein Erfahrungsbericht: ist absolut anders als ihr Artikel
Ich Rosita bin 69 Jahre und habe viele Gemeinschaften erlebt. Als ich vor 3Jahren das erste mal (von 12 Besuchen) in Lülsfeld war, habe ich mich ungewöhnlich offen von jedem in dieser jungen Gemeinschaft angenommen gefühlt.
Ich habe gemerkt, hier kann ich frei von Bewertung in meiner Spontanität und Emotionalität einfach so da sein.
Das fühlt sich lebensspendend an und gibt mir eine lebenssinnfindende Sicherheit.

Die Gemeinschaft zeigt mir in ihrer ganz authentischen Lebensart, dass ich mich in die Neuen Möglichkeiten der Integralen Lebensweise eingliedern kann.
Ihre Art Kompetenzhirarchie in ihrem Lebensalltag zu leben beweist mir, dass die
Gemeinschaft Go&Change ein hohes Verantwortungsbewusstsein für ein strukturiertes geordnetes Gesellschaftsleben hat.

Mit Gruß Rosita Steinbiß Mader


26.05.2020 - 12.55 S.S. zum Artikel der Mainpost auf seiner Facebook Timeline

“Also in eigener Sache Klartext Nummer 1. Und jede/r der das hier liest und Faxen versucht, Ihr wisst wer gemeint ist, sollte sich das oft genug überlegen, um zu verstehen, dass keinerlei Versuch jetzt noch irgendeinen Sinn macht.
Wir wissen was Ihr versucht. Ich weiß dass Ihr das hier lest. Es gibt kein Entkommen.
Ihr habt es gelesen, und wenn Ihr es nicht kapiert, Pech.
Und wer auch immer bei einem netten, tollen Kennenlernwochende war: alles, wovon Ihr begeistert seit, ist geklaut. Alles, was wirklich passiert, hinter der “wir sind so offen, verstecken nichts, sind vollkommen rein und unschuldig, und alle anderen voller Schatten” Fassade, ist der eigentliche Kern.
Reden mit Ihnen bringt nichts, da immer genau das gegenteil jeglicher Selbstaussage die einzige eigentliche Wahrheit ist.
Die Fassade ist immer punktgenau der Versuch, das genaue Gegenteil zu verstecken”

22.05.2020 Aussagen von S.S. im Artikel der Mainpost

S.S. wirft uns vor es gäbe im Kloster “Sex als Behandlung, Drogenmissbrauch und eine psychische und finanzielle Abhängigkeit der Gemeinschaftsmitglieder”. Laut seiner Meinung werden “(…)Menschen kaputtgemacht, gleichgeschaltet und traumatisiert”.

Laut S.S., hätte er eine “mangelhafte Form der Kinderaufsicht” und “eine fragwürdige Pädagogik” beobachtet. Er wirf uns vor, wir würden Müttern vorschreiben “ihre Kinder nicht zu umarmen”. Zudem stellt er dar, “man sehe nicht nach Kindern, die nachts weinen”

*Wir würden gerne die originalen Zitate aus der Mainpost einfügen, müssen die Stellen aber aus gesetzlichen Gründen vorerst sinngemäß wiedergeben, bis die MainPost einer Veröffentlichung zustimmt.


Regelmäßige Gäste


12.06.2020 - 22:58 von Moritz Plagemann an Go&Change

Stellungnahme Moritz Plagemann


Sehr geehrte Frau Jeske, sehr geehrter Herr Stahl,

mit Erschrecken und Wut habe ich Ihren Artikel vom 22. Mai 2020 über die Gemeinschaft „Go&Change“ gelesen. Da ich die Gemeinschaft anders als in ihrem Artikel beschrieben erlebt habe, möchte ich ihnen hier kurz davon berichten.

Ich kenne die Gemeinschaft „Go&Change“ nun seit über einem Jahr seit ich das erste Mal dort war. Ich war regelmäßig für Wochenenden zu besuch, über Semesterferien auch mal eine ganze Woche und zum Schluss im Frühjahr 2020 für einen ganzen Monat. Während dieser Zeit habe ich die Gemeinschaft gut kennengelernt.

Ich möchte an dieser Stelle jedoch weniger auf die haltlosen und herabwürdigenden Vorwürfe ihres Artikels eingehen, sondern lediglich meine eigenen Erfahrungen schildern. Nur eine Sache möchte ich anmerken. Seit dem Bestehen von „Go&Change“ mussten immer wieder Menschen, wie auch ich, die Gemeinschaft verlassen. Einige davon sind in dem Artikel zu Wort gekommen, viele nicht. Setzt man alleine einmal zahlenmäßig ins Verhältnis wie viele Menschen die gehen mussten nach wie vor durchweg positiv über den Ort berichten zu den wenigen, die teilweise sogar ohne mit ihrem Namen für sich einzustehen, schwere Vorwürfe erheben, zeigt sich ein sehr viel klareres Bild was und wie die Menschen dort leben.

Die Zeit die Ich bei „Go&Change“ verbracht habe war und ist für mich tief prägend. Ich habe verschiedenste Seiten in mir kennengelernt, manche waren schön andere weniger schön. Mit alldem wurde ich dort konfrontiert und die Auseinandersetzung war eben wie diese schmerzhaft, unangenehm aber auch schön. Auch wenn während der Auseinandersetzung und vor allem dann, wenn man zum ersten Mal mit unangenehmen Seiten konfrontiert wird, der Widerstand groß ist, so kann ich jetzt aus der Distanz sagen, dass ich froh bin dort gewesen zu sein und dass ich bis heute viel aus der Zeit dort lerne, was mein Leben bereichert und schöner macht. Dabei wurde ich nie persönlich herabgestuft oder degradiert, noch habe ich das bei irgendjemand anderem dort erlebt.
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Jeder der dort ist kommt, geht oder bleibt als freier Mensch. Auch die Auffassung, dass ein Mensch „defizitär“ nur als sein Schatten betrachtet wird entspricht in keinster Weise der Auffassung die dort gelebt wird. An kaum einem anderen Ort habe ich bisher erlebt wie sehr das positive in jedem Menschen gesehen wird.

Nachdem ich die Gemeinschaft verlassen musste, habe ich nach 1 ½ Monaten wieder einen ersten Kontakt aufgenommen. Dies geschah aus völliger Freiheit. Es wäre absurd zu denken, dass ich irgendeinem Druck ausgesetzt war oder irgendetwas hätte fürchten müssen, hätte ich dies nicht getan. Auch stand ich als ich ging nicht „vor dem nichts“, hatte „keine Freunde“ oder mir wurde auf irgendeine Weise suggeriert das „es mir schlecht ergehen würde“.
Es macht mich wütend, dass manche Ehemalige behaupten sie hätten irgendetwas zu befürchten und sich mit ihren absurden Anschuldigungen in der Anonymität verstecken.

Vieles was in den Artikel geschrieben wird, wie vor allem das plakative dahinstellen von einzelnen Begriffen wie „Psychoterror“, „Schwurmenschen“ oder „Hierarchie“ spielt bewusst mit den negativen Assoziationen beim Leser. Auch ich hatte vor meinem ersten Besuch viele Fragen und war skeptisch. Letztendlich war ich jedoch offen mich auf die Menschen einzulassen und mir selbst eine Meinung zu bilden. So wird diese Stellungname sich auch nur einreihen in viele andere, eine ganz persönliche Antwort wird jedoch nur der Finden, der bereit ist in einer Offenheit auf die Menschen zu zugehen, sich auf neue Sichtweisen einzulassen und sie am eigenen Erleben zu überprüfen.

„Go&Change“ ist ein Ort an dem vieles anders gemacht wird, vieles neu Gedacht wird und wo immer Menschen dies tun werden andere die von außen kommen mit dem eigenen Denken, den eigenen Konzepten und Wertvorstellungen konfrontiert. Nun kann man das Neue pauschal ablehnen oder versuchen sich unabhängig von den eigenen Vorstellungen drauf einzulassen oder zumindest, wenn man dazu nicht bereit ist, gleichberechtigt alle zu Wort kommen lassen die Erfahrungen dort gemacht haben. Ihr Artikel tut genau das nicht und widerspricht somit in meinen Augen den Grundsätzen einer ausgeglichenen Berichterstattung oder anders gesagt- qualitativem Journalismus.

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung und Erlebnisse die ich dort gemacht habe, für die Ehrlichkeit, Menschlichkeit und letztlich Liebe die ich dort erfahren habe.

Gerne dürfen sie diese Stellungname in ihre weitere Berichterstattung miteinbeziehen.
Für Rückfragen stehe ich gerne zu Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Moritz Plagemann
stud. med.


11.06.2020 - 01:24 von Nikolas Mews an Go&Change

Ich habe Go & Change im Januar 2019 kennen gelernt. Ich lebte zu diesem Zeitpunkt in einem Lebensgemeinschaftsprojekt in der Oberpfalz und hatte über ein Netzwerk von Lebensgemeinschaften einige Mitglieder von Go & Change bei einem Besuch ihrerseits in unserem Projekt kennen gelernt.

Bei diesem Besuch in der Oberpfalz habe ich die Gruppe von damals acht Menschen bereits als sehr offen, interessiert und auch sehr transparent wahrgenommen. Ihre Form des Zusammenlebens und ihre Sichtweisen im Hinblick auf eine neue Kultur unter den Menschen haben damals bei uns in der Lebensgemeinschaft für einige Kontroversen gesorgt. Ich glaube, dass ein solcher im Hintergrund schwelender Weltanschauungsdiskurs bzw. die für einzelne Menschen daraus resultierenden Konsequenzen die treibenden Kräfte für die jetzt erhobenen Vorwürfe darstellen.

Gemeinsam mit meiner Frau und meiner damals 3 Jahre alten Tochter haben wir dann im Mai 2019 Go & Change besucht. Nach den Erfahrungen unseres 4-tägigen Besuches kann ich keinen einzigen der in Rede stehenden Vorwürfe bestätigen. Ich habe an mehreren Gemeinschaftsaktivitäten teilgenommen und dabei nicht einmal ansatzweise Strukturen, wie sie in dem Artikel beschrieben werden, erkennen können. Die Teilnahmen waren immer freiwillig und ich wurde nie zu irgendeinem Verhalten gedrängt oder gar gezwungen.

Unsere Tochter ist direkt zu Beginn unseres Aufenthaltes eingeladen worden, mit der Kindergruppe der Gemeinschaft mitzulaufen und hat dies immer wieder gerne und auch immer nur so lange sie wollte getan. Die Kinderbetreuung habe ich als außerordentlich gut strukturiert und verantwortungsvoll wahrgenommen. Den Ansatz, die ganze Gemeinschaft an der Kinderbetreuung teilhaben zu lassen und damit nicht nur die Eltern zu entlasten sondern auch allen Beteiligten – Erwachsenen wie Kindern – ein viel größeres soziales Netz mit wundervollen Lern- und Beziehungsmöglichkeiten zu schaffen, halte ich für ein zukunftsweisendes Modell, welches hoffentlich viele Nachahmer findet!

Ich habe in Lülsfeld in den 4 Tagen viele Gespräche mit einzelnen oder mehreren Mitgliedern von Go & Change zugleich geführt und dabei ein Gruppe sehr offener, reflektierter und interessierter Menschen kennengelernt, die sich sehr bewusst waren, was sie dort tun und warum sie es dort tun. Dies beinhaltet explizit die Freiwilligkeit allen Tuns und Lassens am Platz. Gleichzeitig habe ich auf alle Fragen vor allem hinsichtlich der gemeinsamen Kultur und Aktivitäten sehr detaillierte und transparente Antworten bekommen.

Ich nehme Go & Change als eine Gruppe von Menschen wahr, die wie viele andere Menschen in dieser Zeit erkannt haben, dass unsere alten Weltanschauungsmodelle keine zukunftsfähigen Lösungen mehr bereit halten. Go & Change ist hier bei weitem nicht das einzige Projekt, welches sich auf den Weg macht, neue Lösungsansätze für die dringlichsten Probleme des Planeten zu finden. Die Menschen, welche sich in solchen Projekten zusammenfinden, eint nach meiner Erfahrung gleichsam der unbändige Wille, solche neuen Lösungen für die Menschheit zu finden, wie aber naturgemäß auch der Mangel an bereits fertigen Strategien oder Antworten. Ich rechne mich selbst übrigens auch zu dieser Gruppe Menschen.

Bei Go & Change haben sich Menschen zusammengefunden, die genau solch einen neuen Lösungsansatz in ihrem Alltag leben. Einen selbst entwickelten Lösungsansatz, den sie persönlich als ihren Weg gewählt haben und der jedem, der an den Platz kommt gerne und mit bemerkenswerter Klarheit und Tiefe dargelegt wird. Ich empfinde große Dankbarkeit und habe großen Respekt vor dem Mut jedes einzelnen dieser Menschen, der sein bisheriges Leben komplett in Frage stellt, um sich für die bloße Möglichkeit, einen Beitrag zu einer nachhaltigeren und liebevolleren Art des Zusammenlebens zu leisten, auf den Weg in unbekanntes Terrain begibt.

Dass es noch unzählige andere Ideen und Lösungswege gibt, über deren Tragfähigkeit, Existenzberechtigung oder evtl. sogar Gefährlichkeit man sich trefflich streiten kann, ist mir klar. Dass solch ein Weg in neue, unbekannte Gefilde nicht reibungsfrei von Statten geht, leuchtet mir auch ein. Dass Menschen, die sich voller Hoffnung und Sehnsucht nach einer besseren Welt einer Gruppe angeschlossen haben, sehr schmerzvolle Trennungserfahrungen machen können, wenn sich herausstellt, dass das jeweilige Lebenskonzept doch nicht mit dem eigenen übereinstimmt, ebenfalls. Dass neue Lösungsvorschläge oft das bisherige Weltbild samt damit verbundener ideeller Existenzberechtigung in Frage stellen und damit große Angst auslösen, erst recht. Ich will damit nicht behaupten, dass sich die in Rede stehenden Vorwürfe ausschließlich auf die vorgenannten Ursachen gründen. Ich habe jedoch den Eindruck, dass solche Prozesse hier eine entscheidende Rolle spielen und wünsche mir sowohl von den „Anklägern“ als auch von den Berichterstattern, dass sie noch einmal die tieferen Motive für ihre Handlungen hinterfragen.

So wie ich die Idee der Kultur des Zusammenlebens von Go & Change verstanden und erlebt habe, bilden u.a. radikale Transparenz und Verantwortung gegenüber dem eigenen Handeln gleichsam ethische Grundpfeiler wie auch Handlungsmaxime. So unglaublich diese Aussage in einer Welt voller Misstrauen und Manipulationen auf allen Ebenen menschlichen Zusammenlebens auch klingen mag – ich habe den Eindruck gewonnen, dass sie es im Kloster damit sehr ernst meinen und die Ideale von Go & Change das Abstreiten von berechtigten Vorwürfen schlicht nicht zulassen.

Ich fühle mich mit den Menschen bei Go & Change sehr verbunden auch wenn ich nicht dort wohne. Ich teile ihre Ideale und Werte und bin sehr dankbar für ihren Mut, ihren Glauben an sich selbst und die Bereitschaft als Pioniere für eine andere Welt voranzuschreiten.

Nikolas Mews


05.06.2020 - 16:27 von Luc an Go&Change

Sehr geehrte Frau Christine Jeske, sehr geehrter Herr Benjamin Stahl und sehr geehrte Redaktion der Mainpost,

Im Folgenden sende ich Ihnen einen Leserbrief in Bezugnahme auf Ihren Artikel mit dem polarisierenden Titel „Psychodruck und sexualisierte Gewalt in ehemaligem Kloster?“ vom 22. Mai 2020.

Mein Name ist Lucas Ziemer, ich bin frisch approbierter Arzt und im Hinblick auf die Vision eines heileren (im Sinne von gesunden) Leben für alle auch sehr interessiert an gelebten Utopien zur Gesellschaftstransformation, sowie der Verbindung seelischer/psychischer Gesundheit mit der körperlich-physischen.

In diesem Zuge habe ich auch die Gemeinschaft Go and Change kennen lernen dürfen. Auch wenn ich bisher nur zweimal für jeweils einige Tage im Kloster zu Besuch war, so sehe ich mich durch Ihren Artikel und die Aussagen der Aussteiger*innen doch dazu angehalten, meine eigene und durchaus andere Perspektive zu diesem Ort mitzuteilen.

In erster Linie habe ich diesen Ort jedes Mal als sehr offen und die Menschen, die dort leben als stark an einem interessiert erlebt. Gleichzeitig war jeder Aufenthalt auch sehr bewegend, berührend, aufrüttelnd und damit auch herausfordernd. Man könnte wohl sagen, dass das Leben und die eigene persönliche Entwicklung in der Klostergemeinschaft in wesentlich höherer Intensität und auch Geschwindigkeit abläuft, als wir es in unserem „normalen“ Alltag gewohnt sind. Immer wieder gab es auch für mich Dinge, die mich im Zusammenleben irritiert haben. Bisher habe ich jedoch jedes Mal (wenn auch manchmal erst ein paar Tage danach) im Nachhinein verstehen können, warum Dinge so waren, wie sie waren. In der Regel war der Grund für meine Irritation oder auch meine Ablehnung jedes Mal entweder, dass es nicht mit meinem bisherigen Selbst-, oder Weltbild übereinstimmte, jedoch aber nie (nach eigener Reflektion) damit konkurrierte, was sich im Moment, oder später richtig, gut, oder gesund anfühlte. Mehrfach habe ich auch in meinem Umfeld erlebt, wie Entscheidungen, die in der Gemeinschaft getroffen wurden, oder Kritik (in Form von so genannten Spiegeln), die geäußert wurde, in Frage gestellt wurden. Nie jedoch wurde dabei irgendwer zu irgendetwas gezwungen. Jederzeit wurden die betroffenen Personen in ihrer Möglichkeit der Selbstverantwortung anerkannt. Immer war es möglich zu gehen oder „nein“ zu sagen. Und all das war stetig mit der Konsequenz verknüpft, sich zu entscheiden, zu vertrauen, oder tun zu können, was man stattdessen für richtig hält.

Auch habe ich in meinem Freundeskreis miterlebt, dass Besuch von Angehörigen (auf den Sie auch Bezug nehmen) oft als etwas sehr aufregendes und gleichzeitig freudig erwartetes Ereignis wahrgenommen wird. Dieser Punkt scheint mir nicht verwunderlich, denn viele von uns sind wohl aufgeregt, wenn wir nicht wissen, wie unsere Familie auf Dinge reagiert, die uns berühren und bewegen und vielleicht unser Leben geprägt haben. Von gegenteiligen Schilderungen, wie in Ihrem Artikel ist mir nichts bekannt.

Auf einen weiteren konkreten Punkt ihres Artikels möchte ich eingehen: Umgang mit Kindern. Bei meinem ersten Besuch waren die beiden angesprochenen Todesfälle noch sehr präsent im Zusammenleben. Gemeinschaftlich wurde stark daran gearbeitet, den Verlust aufzuarbeiten und der Trauer Raum zu geben. Auch unabhängig davon war ich stets davon beeindruckt, wie liebevoll der Umgang mit den Kindern, welche in der Gemeinschaft aufwachsen, ist, wie erfahren die Menschen sind, die sich um die Kinder kümmern und auch, wie glücklich, offen und liebevoll im gemeinsamen Umgang die Kinder selbst sind.

Auch das angesprochene Thema der Hierarchie(n) finde ich ein sehr spannendes, da ich selbst in einem stark hierarchie-kritischem Kontext sozialisiert bin. Es ist korrekt, dass an vielen Stellen im Zusammenleben bei Go and Change sehr klare (wenn auch sich dynamisch entwickelnde) Hierarchien existieren. Diese sind gebunden an Kompetenzen, welche Menschen durch ihre Fähigkeiten zeigen. Damit ist diese Hierarchie lediglich eine Anerkennung und Abbildung der Realität. Dies scheint mir wesentlich sinnvoller und ehrlicher, als z.B. die Art von Hierarchie, wie wir sie in unserer staatlichen Ordnung wiederfinden, in welcher „Kompetenzen“ häufig weniger ein Abbild der Realität (durch Wissen oder Fähigkeiten) sind, sondern z.B. in Form von Ämtern in erster Linie vergeben werden.

Gegen Ende zitieren Sie Herrn Lohmayer wie folgt: “Je mehr ich von einer Person weiß […] umso mehr Macht gewinne ich über sie, desto steuerbarer wird sie und desto verletzlicher wird sie letztendlich.”. In Freundschaften und Beziehungen in unseren Familien durften jedoch hoffentlich viele von uns die Erfahrung machen, dass jener Satz auch so formuliert sein könnte: Je mehr Menschen gegenseitig voneinander wissen und je mehr sie an gemeinsamen Erfahrungen teilen, desto näher stehen sie sich, desto mehr können sie sich vertrauen und desto besser können sie sich gegenseitig unterstützen.

Ich befürworte sehr, dass alle Vorwürfe bis zu Ende geprüft werden können und die Fragen, die nun in größerer Dimension offen stehen, beantwortet werden. Dabei werden wir (und damit auch Sie) nicht drumherum kommen, auch die gesamten Perspektiven auf bestimmte verwendete Begriffe zu hinterfragen. Denn was ist denn z.B. „unser Ich“, welches laut einer Ehemaligen gefährdet sei, sich aufzulösen. Häufig sprechen wir davon z.B. als unser psychisches Selbsterleben. Dieses wird maßgeblich über unser gesamtes Leben und sehr prägend in unserer frühen Kindheit durch die Art, wie unsere Gegenüber uns erleben und mit uns interagieren (also spiegeln), geformt. Gleichzeitig können wir davon ausgehen (und dies auch belegen), dass in diesen Eltern-Kind-Beziehungen oder auch Partnerschaften häufig auch psychische Abhängigkeiten und andere ungesunde Dynamiken wirken. Diese werden damit auch weitergegeben. Ist es dann nicht sogar sehr liebevoll, mein Gegenüber darin unterstützen zu wollen, sich von diesen Dingen zu lösen, auch wenn dies eine unangenehme Konfrontation damit im ersten Moment bedeutet?

Wir werden also merken, dass sich Fragen stellen, die uns vielleicht sogar als gesellschaftliches Kollektiv an bisherige Grenzen dessen bringen, was wir als „eindeutiges“ Verständnis empfinden.

Ich danke Ihnen für das Lesen dieser Zeilen und freue mich über eine Bestätigung dessen. Gern können Sie in anonymisierter Form und nach persönlicher Rücksprache mit mir, aus diesem Brief zitieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Luc


04.06.2020 - 13:05 von Henry Sonnet an Go&Change

Reaktion auf den in der Main-Post erschienenen Artikel „Psychodruck und sexualisierte Gewalt in ehemaligem Kloster?“ von Benjamin Stahl und Christine Jeske

Sehr geehrte Frau Jeske, sehr geehrter Herr Stahl,

ich war insgesamt drei Mal als Gast bei Go&Change, das erste Mal zu einem Kennenlern-Wochenende, die anderen beiden Male in diesem Jahr jeweils eine Woche zu Gemeinschaftstagen. Als ich Ihren Artikel las, bekam meine positive Meinung über Go&Change Risse. Ich begann an meiner Wahrnehmung zu zweifeln und fragte mich, ob ich vielleicht Opfer eines utopischen Wunsches nach liebevollem, ehrlichem Zusammenleben geworden war. Dann las ich Gegenstimmen von ehemaligen Mitbewohner*innen und Gästen. Währenddessen tauchten viele schöne Erinnerungen an die Zeit bei Go&Change auf. Jetzt schäme ich mich dafür, dass Ihr Artikel mein positives Bild so leicht ins Wanken bringen konnte, entgegen meiner vielen wunderschönen Erfahrungen, die ich dort erleben durfte. Daher auch meine Entscheidung, diese Zeilen zu schreiben.

Ich kann natürlich nur davon berichten, was ich dort erlebt habe. Man wird zu nichts gezwungen, alles ist freiwillig und man kann den Ort jederzeit wieder verlassen. Wenn ich zu Go&Change fahre, dann nicht in erster Linie, um dort zu feiern und eine angenehme Zeit zu verbringen, sondern um mich näher kennenzulernen und Dinge über mich zu erfahren, die mir ansonsten verborgen bleiben. Das kann durchaus unangenehm und schmerzvoll sein. Das ändert dann aber nichts daran, dass dies ein Teil von mir ist, mit dem ich gern umzugehen lernen möchte, weil er mir meinen Alltag erschwert. Ich würde nicht die mehrstündige Reise nach Lülsfeld auf mich nehmen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass die Bewohner*innen von Go&Change mir dabei helfen können und ich sie nicht überaus schätzen würde.

Ein Erlebnis ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es war eine der von Ihnen beschriebenen abendlichen Zusammenkünfte im großen Gemeinschaftsraum. Eine Bewohnerin durchlebte einen für sie sicherlich unangenehmen Prozess, bei dem sie wiederholt Stellung dazu beziehen sollte, warum sie sich so destruktiv verhielt wie sie es tat. Ihr war dies durchaus bewusst und ihr Ziel war es, diese nicht liebevollen Verhaltensweisen abzulegen. In der Gruppe machte sich Ärger und Wut darüber bemerkbar und sie wurde damit konfrontiert. Tränen flossen, Schimpfwörter fielen und es wurde teilweise geschrien. Für mich war es teilweise recht hart, diesem Prozess zu folgen. Gleichzeitig waren die Worte aber auch sehr klar und einleuchtend, weil sie die Realität widerspiegelten. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase wurde mir bewusst, dass das Verhalten der Gruppe sehr liebevoll war, da sie sich viel Zeit für die Bewohnerin nahm, um sie zu erreichen und ihr zu helfen. Was kurz nach Mitternacht dann geschah, passte für mich überhaupt nicht in das Bild. Die Bewohnerin, die gerade noch diesen Prozess durchgemacht hatte, hatte Geburtstag. Wir standen Schlange, um sie zu umarmen und ihr zu gratulieren. Danach tanzten wir, aßen Kuchen und feierten ihren Geburtstag. Es war die schönste Geburtstagsfeier, die ich je erlebt habe. Es gab viele solcher schönen Erlebnisse.

Was die Art und Weise der Kinderbetreuung angeht, so kann ich auch das in Ihrem Artikel Geschriebene nicht bestätigen. Die Kinder bekamen reichlich Aufmerksamkeit, gleichzeitig wurden ihnen auch klar Grenzen gesetzt, wenn es nötig wurde. Auf Weinen, das durch Babyphone übermittelt wurde, wurde umgehend reagiert. Die Kinder machten auf mich einen sehr glücklichen Eindruck und ich wünschte, dass eine solche Kinderbetreuung viel mehr Verbreitung finden würde.

Go&Change wagt sich auf ein Gebiet, das so – wenn überhaupt – noch nicht oft in unserer Gesellschaft gelebt wird. Unsere Gesellschaft ist weitestgehend geprägt durch Misstrauen, Neid, Intransparenz, Konkurrenzdenken, Materialismus und Konsum. Meiner Meinung nach bedarf es hier einer dringenden Veränderung. Bei Go&Change wird eine mögliche Alternative gelebt. Es wird viel ausprobiert, sicherlich werden auch Fehler gemacht, die dann aber umgehend korrigiert werden. Es werden bewusst Gewohnheiten durchbrochen, die fest in uns verankert sind. Das mag auf den ersten Blick befremdlich wirken und Widerstände in uns erwecken, ist aber letztendlich zumeist befreiend, weil es uns neue Perspektiven eröffnet.

Wenn ich Go&Change nach einem Besuch verlasse, überkommt mich schon nach wenigen Tagen, wenn nicht sogar Stunden eine Sehnsucht, sie wieder zu besuchen. Im Alltag außerhalb von Go&Change verblassen die vielen positiven Eindrücke nach wenigen Tagen wieder und damit leider viel zu schnell. Ich freue mich darauf, meine Freundinnen und Freunde von Go&Change auch weiterhin zu besuchen. Ich habe allergrößten Respekt davor, was sie dort innerhalb von wenigen Jahren aufgebaut haben. Ich wünsche mir daher sehr, dass Sie mit Ihrer Berichterstattung das Geschaffene nicht leichtfertig aufgrund einseitiger Meinungen zunichte machen.

Freundliche Grüße aus Magdeburg
Henry Sonnet

02.06.2020 - 12:20 von Peter B. an Go&Change

Ich habe go&change bisher zweimal besucht Ich habe an einem Kennenlernwochende vom 8.-11. August 2019 und an Gemeinschaftstagen vom 22.-26. Februar 2020 teilgenommen. Dabei konnte ich an verschiedenen Gemeinschaftreffen und Arbeiten teilnehmen. Dabei war immer ein respektvoller Umgang miteinander gegeben. Die Auseinandersetzung mit Unzulänglichkeiten war durchaus direkt und konfrontativ, dabei aber immer offen und fair. So habe ich es erlebt und empfunden.  

Peter B.

01.06.2020 - 15:28 von Herrn C.B. an Go&Change

Go and Change – Stellungnahme zu Ihrem Artikel

Mein Besuch bei Go & Change – oder eher unser Besuch. Durch Freunde hatte ich die Gelegenheit Go and Change Anfang des Jahres zu besuchen und war kurz danach bereits ein zweites Mal da. Ich wäre auch wieder hingefahren, wenn nicht Corona gewesen wäre. Ihrem tendenziösen Artikel möchte ich meine Erfahrungen entgegenstellen:

Ich habe in Lülsfeld schöne Momente erlebt: Partys, bei denen ich die ganze Nacht durchgetanzt habe und das in einer Freude und einer Energie, die ich nur selten fühle – egal, welche Musik gerade lief. Ich habe mich selten so befreit und entspannt beim Tanzen gefühlt. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich einfach dafür entscheiden konnte. Oder eine große Kissenschlacht, bei der Kinder und Erwachsene sich ausgetobt haben und es auch ordentlich zur Sache ging – es aber wunderbar funktioniert hat.

Ich kann aus Ihrem Artikel bestätigen, dass es intensiv dort ist und vieles vieles anders als „draußen“, als das, was ich sonst gewohnt bin: Gemeinsam darüber nachdenken, was das liebevollste für uns und jeden Einzelnen ist, sich konsequent auf Liebe ausrichten und alles anzusprechen, was dazwischen steht – auch das, was zur eigenen Liebe dazwischensteht, oder ergänzend in meinem Fall meiner Liebe zu meinem damals 3-jährigen Sohn. Wow… Berührung.

Zum Beispiel habe ich dort mitgenommen, dass ich mich nicht genug selbst liebe, aber in mich und meiner Liebe zu V vertrauen kann. Ich habe dort die Kraft geschöpft, für V und mich besser da zu sein und uns Grenzen zu setzen – uns einen Rahmen zu geben. Meine Beziehung zu meinem Sohn ist eine ganz Neue – Andere. Stellen Sie sich das mal vor. Zuvor war ich nicht fähig, für mich und V gut da zu sein. Ich habe insgesamt vielleicht 1,5 Wochen in Lülsfeld verbracht und unsere Beziehung ist stärker, tiefer, ehrlicher, freudiger! Ich kann uns nun alleine halten (habe mich kurz vorher von der Mutter trennen müssen) und lass mir wesentlich weniger von V auf der Nase rumtanzen. Ich habe die Verantwortung: Ich habe gelernt, dass V sich an mir orientiert und ich für mich und uns gut sorgen muss bzw. will.

Ich habe gelernt, wie sehr meine Biographie, wie sehr meine Themen, wie sehr die Themen zur Mutter von V eine Rolle spielen im Kontakt zu V. Ich habe klarer bekommen, was wirklich wichtig ist im Leben: Einerseits mein Kind und klare liebevolle Räume. Dinge, auf die meine Sehnsucht lange warten musste. Nun ist es Teil meines Weges, wobei ich noch nicht ganz realisiert zu scheinen habe, wie sehr es mich geprägt hat und prägen, sowie begleiten wird.

Eine nette Anekdote ist, dass V immer begeistert war dort hinzugehen. Nach unserem ersten Besuch hat V immer wieder gefragt, wann wir wieder zu G&C fahren können. Auch, dass meine Freunde teilweise nervös waren vor der Ankunft, weil evtl. schwierige Themen zur Sprache kommen – V ist in seiner Freude und Neugier geblieben und ist bei unserer Ankunft freudig auf den Hof gelaufen und hat gerufen „Go & Change“! Wir freuen uns nun auf unseren nächsten Besuch und die nächste große Pfannkuchenparty.

Dabei wunderte es mich, dass V so gern in Lülsfeld ist. Ich habe dort gelernt Grenzen zu setzen und angefangen authentisch mich gegenüber V auszudrücken. Ich dachte, dass das V missfallen würde. Im Gegenteil, es bietet Sicherheit und Klarheit für unseren Raum. V kann sich entspannen und kann auf

mich/auf uns vertrauen. Er kann darauf vertrauen, dass ich den Rahmen vorgebe und Verantwortung übernehme, sodass er sicher ist und damit Kind sein kann. Einfach wundervoll diese Begegnung und ich bin nun immer wieder so froh und dankbar mit V sein zu können.

Apropos Klarheit – die Klarheit an diesem Ort hat bisher immer viel in mir entspannt. Ich konnte mich fallen lassen – ich brauchte keine Sorge mehr haben, dass irgendetwas unausgesprochen bleibt, hintenrum irgendwer mich doch doof findet oder dass Kritik aus einem schlechten Ort kommt. Einfach mal da sein und vertrauen: Vertrauen, dass wenn etwas nicht liebevoll ist, es mir gesagt wird und auch wenn andere nicht liebevoll sind, es gesagt wird. Wie lange ich nach einer solchen Kultur, nach solch einem Miteinander gesucht habe. Nach Menschen, denen Liebe über alles zu gehen scheint. Dieses Gefühl der Sicherheit und Orientierung möchte ich auch V geben.

Ich brauchte dort nicht viel schlafen. Einfach, weil so viel Klarheit da war, so viel Neugier, so viel Bewusstsein – eine unbeschreibbare Energie, die mich in der Freude gehalten hat und mich aufrichtete (obwohl ich schon auch viel Grün- und Schwarztee getrunken habe;)

Ein außergewöhnlicher Ort. Ein lebensverändernder Ort. Ich kann mir schon vorstellen, dass das nicht allen so passt. Es stimmt schon, dass dort viele Projektionen auf diesen Ort und seine Liebe entstehen, weil man selbst noch nicht an einem gewissen Punkt ist aber gerne wäre, oder es kommen viele Ängste auf, wie man sein und sonst noch alles in einem sein könnte. Es kommen auch Gedanken und Bilder von einem auf, die man vielleicht nicht so gerne sehen will, die aber notwendig sind anzuerkennen, um weiter den Weg der Liebe gehen zu können. Ich habe dort den Eindruck gewonnen, dass wir Menschen uns wirklich für Liebe entscheiden können – für das Gute, für das Füreinander.

Endlich Orientierung, endlich Menschen, die es Ernst zu meinen scheinen mit der Liebe. K.k., Felix und viele dort habe ich als außergewöhnliche Menschen wahrgenommen und ich geriet schon auch immer wieder ins Stutzen über manche Menschen. Aber wenn ich dann sehe wie krass liebevoll die sind – dann ist das einfach nur berührend. Einzelne Blicke reichten aus, um Liebe sehen zu können und von Liebe berührt zu werden. Hinzu kommt das Gelebte vor Ort. Eine Kultur, in der ich mich von Menschen gesehen gefühlt habe und voll vertrauen konnte.

Die Begegnung mit Go&Change hat mein Leben und das Lebens meines Kindes jetzt schon verändert und ich bin gespannt darauf wie sehr es das noch weiter noch tun wird.

Ich bitte Sie liebe Main-Post ihre Darstellungsweise noch einmal zu überdenken und noch einmal zu überprüfen, wer für Wahrheit einsteht und wer nicht.

Mit lieben Grüßen

Herr C.B.

27.05.2020 - 13:23 von Kurt-Martin Konnow an die Mainpost

Liebe Mitglieder von goandchange, gerne bestätige ich, dass ich kürzlich bereits zwei Mal bei euch zu Gast war (Kennenlernwochenende und über Silvester). Ich habe die Zeit mit und bei euch sehr genossen und nicht nur eine preiswerte Unterkunft, sondern auch eine reichhaltige und gesunde Ernährung bekommen. Ich habe euch als eine Gemeinschaft von moralisch hoch stehenden Persönlichkeiten erlebt, die an den hohen Zielen ihrer inneren Entwicklung arbeiten. Die Kinder, die in eurer Obhut sind, waren insgesamt gut versorgt und sehr gut erzogen. Sie fühlten sich alle sehr wohl. Ich selbst bin Pädagoge und mit 66 Jahren noch immer berufstätig und weiß, wovon ich spreche. Ich wohne und arbeite zur Zeit in Bremen und habe hier nichts von irgendwelchen Verleumdungs Kampagnen gegen euch gehört. Es tut mir aber sehr leid, wenn diese von irgendwelchen Leuten (Neidern?!) gegen euch gestartet worden sind. Ich kann euch und eure offensichtlich gut funktionierende Gemeinschaft nur jedem weiterempfehlen, der miterleben möchte, wie man als Mensch in einer großen Gruppe in Frieden und Harmonie leben kann. Das habe ich vorher noch nie erlebt.

Mit herzlichen und lieben Grüßen und guten Wünschen für eure weitere Zukunft

Kurt – Martin Konnow (Studienrat)

26.05.2020 - 15:55 von Frau Christine L. an Go&Change

Ich war einige Male als Gast in der Gemeinschaft Go&Change und wurde jedes mal sehr herzlich und offen willkommen geheißen. Innerhalb kurzer Zeit hab ich mich sehr wohl und auch wie ein Teil von der Gemeinschaft gefühlt. Ich empfinde das Zusammenleben als radikal, anders als in unserer Gesellschaft und auch als sehr inspirierend und bereichernd. Der Zusammenhalt, die Unterstützung der Mitglieder und auch das Miteinander ist sehr schön anzusehen. Ich bin beeindruckt von dem hohen Bewusstsein, der Lebensfreude, der Ehrlichkeit und dem liebevollem Umgang der Bewohner. Die Gemeinschaft macht aus meiner Sicht sehr wichtige Arbeit in sehr gesellschaftsrelevanten Themen und schreitet mit enormer Geschwindigkeit voran in die Richtung einer neuen Kultur. Jedes Mal verlasse ich Go&Change mit neuen Ansichten, Erkenntnissen und Inspiration, die ich mit in meinen Alltag und in meinen Beziehungen bringen kann und bin sehr dankbar für diese Bereicherung.

Viele liebe Grüße,
Christine L.

22.05.2020 Aussagen von R.B. im Artikel der Mainpost

In dem Artikel stellt R.B. fest, wir seien “eine Sekte” und damit “keine Gemeinschaft, sondern eine gefährliche Kommune”.

Nach R.B.`s Auskunft, sei der Zustand seiner Frau während der Zeit bei uns schlechter geworden. Laut seiner Auskunft sei sie “durch die Hölle gegangen” und er habe es “mitverfolgt”. Nach seiner Einschätzung “habe sie die Erfahrungen innerhalb der Klostermauern nicht verarbeitet”, sie sei “in therapeutischer Behandlung”.

“Anders die Frau von R.B.: Drei Monate nach ihrem Einzug hat sie kapituliert.”

Er habe sie zwar regelmäßig getroffen, und trotzdem habe er “auf ihren Anruf, dass sie sofort raus will” “wochenlang gewartet”, sagt R.B. “Er sei sofort losgefahren.”

*Wir würden gerne die originalen Zitate aus der Mainpost einfügen, müssen die Stellen aber aus gesetzlichen Gründen vorerst sinngemäß wiedergeben, bis die MainPost einer Veröffentlichung zustimmt.


Einmalige Gäste


08.06.2020 - 23:08 von Susanne Breit an Go&Change

Liebe Geschwister im Go&Change!
Nachdem ich eure blühende Gemeinschaft an einem Einführungs-WE erleben durfte, möchte ich heute gerne meine Betroffenheit rückmelden.
Auf unserer wunderbaren Erde existieren für mich ein paar erlesene, besonders hoch entwickelte Gemeinschaften, – eine davon ist die eurige. Auch wenn mich mein Weg an andere Orte führt, bin ich von Herzen froh über das Feld, das ihr errichtet, das einen so wichtigen Beitrag zur Höherentwicklung unserer Gesellschaft leistet. Vielen Dank dafür.

Als ich die Zeitungsartikel las wurde für mich nur der eine Punkt deutlich:
Wer wirklich an Wahrheit interessiert ist, fragt offen nach.
Wer wirklich besorgt ist um das Wohlergehen von Menschen, geht selbst achtsam und aufrichtig ins Gespräch.
Wer wirklich etwas Gutes beisteuern und “Schlechtes” ausmerzen will, sprich selbst nur Wahres aus.
Wer vorgibt, Gesetzesverstöße aufdecken zu wollen, muss sich selbst an solche halten, inklusive Anstand und ehrlichen Journalismus.

Alle Ebenen der Artikel, vom Inahlt über den Stil bis hin zum Verbreiten von Unwahrheiten sprechen die Sprache von billigstem Journalismus:
reißerische Texte plus Verdrehung der Wahrheit.
Das Ziel dahinter springt jedem halbwegs Gebildeten sofort ins Auge:
finanzielle Einnahmen suchen über Klicks auf billige Schlagzeilen.
Hetze über Menschen, die anders sind-
Den Zeitgeist der allgemeinen Verunsicherung genutzt.

All dies macht mich wütend und traurig.
Traurig, dass ihr mit den Beschimpfungen leben musstet. Da tut mir sehr weh.
Traurig, dass so viel Angst in Menschen lebt, dass sie “es nötig haben”, sich über Abwertung und Projektion besser zu fühlen.
Traurig, dass all dies unbewusst geschieht, und sie nicht einmal merken, dass eure Gemeinschaft genau für diese Angst eine heilende Antwort anbietet.
Als Psychotherapeutin (HP) habe ich langjährige Erfahrung mit Menschen, die durch genau eure Bewusstseinsarbeit ihre Ängste integrieren lernen und ihre Depression und ihr Trauma hinter sich lassen können.
Hier klagt quasi der Kranke gegen seinen eigenen Arzt.

Wütend, weil Zeitungen hier mit der Gutgläugigkeit von Menschen spielen, sie bewusst fehlinformieren, und damit in weitere Verwirrung führen.
Wütend, weil man versucht, Misstrauen zu säen, anstatt Offenheit für Psychotherapie und Selbsterfahrung zu schaffen.

Nach Wut und Trauer setzt nun Ruhe in mir ein. Mir wird klar, dass eure Gemeinschaft diese Herausforderung gewiss längst mit großer Hingabe und Liebe gemeistert hat. So wurden die Kritiker zu euren Schleifsteinen, um noch mehr über sich selbst hinaus zu wachsen.
Und alle, die mit dem Prozess zu tun ahaten, werden sicher die immense Kraft eurer Pioneersarbeit verspürt haben.

Wir bringen etwas Neues.
Wer zu sehr am Alten hängt, muss das Neue wohl zunächst noch ablehnen.
Dieser “Kampf” all der Auseinandersetzungen ist anstrengend, aber :
wir wachsen ja um genau die Kraft, die wir überwinden.

So wünsche ich euch, dass ihr euch erholt habt, wohlauf seid und euch getragen wisst von Millionen Gleichgesinnter auf der Welt, die mit euch am Neuen bauen.

Und eigentlich ist das Neue ja schon da, –
es hat sich nur noch nicht überall runmgesprochen…

Danke, dass es euch gibt.
Ich trage mit euch eure Vision.
In Verbundenheit

Susanne Breit


03.06.2020 - 21:55 von hw an die Mainpost

Hallo,

eine ergänzende kleine Äußerung bzw. Erfahrungsbeitrag zu ‘Go and Change’ in Lülsfeld.

Ich war vorletztes Jahr für 4 Tage ‘Kennenlerntage’ dort.
Und ich war nicht einverstanden mit dem was ich dort erlebt habe.

Inhaltlich waren subtile Feinheiten, in meinem persönlichen Fall hatte Sexualität dabei keine reale Rolle gespielt.

Es war allerdings eine Erfahrung die mich im negativen weit erschüttert hat und lange nachgeschwungen ist.

Gegen Ende habe ich auch gute und eine wertvolle Erfahrungen mitnehmen können und bin die Tage geblieben. Dabei war es die Erfahrung in der ich mir sehr bewusst wurde und dankbar war, eine Regelung wie das Grundgesetz unter und hinter mir zu wissen.

Die positiven Anteile heben die negative heftige Erfahrung nicht auf.

Ebenso wie egal wie viele neutrale oder positive Stimmen die negativen nicht aufheben.

Sich hinzustellen und zu sagen wir sind liebevoll, wir sind transparent, etc. ist möglich.
Papier und Atem sind geduldig. Ob etwas als liebevoll empfunden wird, sollte doch dem Gegenüber überlassen werden – und ohne dass die Meinung verdreht oder wegdrückt wird.

Ich hoffe und wünsche, dass die Anteile von ‘Go and Change’ wo es nötig ist in die Lage kommen, zuhören und annehmen zu können, wie die Welt für das Gegenüber aussieht ohne es ‘gesundmanipulieren’ oder sonstiges zu wollen.

Alle die dort Erfahrung gemacht haben im Guten wunderbar.
Allen die heftige Erfahrungen gemacht haben, mögen sie damit umgehen können und sie gut integrieren und die Tür auch zumachen dürfen.

Für mich war es erst mal reichlich genug an den Tagen – auch wenn ich einen Weg gefunden habe zu kämpfen und mich damit sichtbar zu machen und mich dem zu stellen ein Stück weit.
Das war möglich und nur möglich schien mir, weil Aussenstehende Andere an den Kennenlerntagen auch anwesend waren, die ihre Wahrnehmung geäussert haben die die uniforme von Internen aufgebrochen hat und mir geholfen hat, zu sehen, dass ich nicht komplett draussen bin mit meiner Wahrnehmung. Ich hätte da mit Internen nicht gern allein sein wollen.

Ich äussere mich, obwohl es mich Zeit und Kraft kostet, weil es eine subtile dennoch heftige übergriffige Erfahrung in meiner Wahrnehmung war.
Ich denke dass in Lülsfeld die Menschen je nach Welle und Situation und Charaktere etc. wirklich sehr verschiedene Erfahrungen gemacht haben werden, auch aus den Geschichten die ich dazu kenne. Zwischen Faszination , Licht und Schatten. Ich habe nur meine eigene kl. Erfahrung, kann zu denen von anderen aus 1. Hand natürlich nicht beitragen. Ich denke dabei, dass Erfahrungen der einen durch die der anderen nicht aufgehoben werden können.

Die Frage ist auch, wie weit ‘Go and Change’ die Themen ansehen will und kann/wird.

Bisher wird da was übersehen oder nicht sehen wollen, von der Art wie der Druck und Umgang wirken kann scheint es mir.

“Wir sind in der Liebe und missbrauchen nicht.”

Das ist am Schwierigsten und evtl. Gefährlichsten? Da wo es etwas ‘per se nicht gibt’, ist in der nicht betrachteten Ecke die Unklarheit um so größer.

Möge es einen guten Weg nehmen – und die zur Ruhe kommen, die sie verloren haben zwischendrin.

Viele Grüße
hw

01.06.2020 Aussagen von A.D. im Artikel der Mainpost

A.D. schrieb “Eine andere Meinung wird nicht akzeptiert und als Teilnehmer eines Kennenlernseminars kann dir schnell die geballte zerstörerische Kraft eurer Gruppe gegenüberstehen.”

Desweiteren sagt er, dass Gäste sehr freundlich empfangen werden. “Die Atmosphäre, das Gebäude und der Garten hätten ihm gut gefallen”. Er merkte aber, dass “Einwände oder Kritik am Ablauf nicht akzeptiert” wurden. Er blieb, trotz einer “Aufforderung” zu gehen.

*Wir würden gerne die originalen Zitate aus der Mainpost einfügen, müssen die Stellen aber aus gesetzlichen Gründen vorerst sinngemäß wiedergeben, bis die MainPost einer Veröffentlichung zustimmt.


01.06.2020 Zitate einer anonymen Frau aus dem Artikel der Mainpost

Eine anonyme Frau behauptet, Nachfragen würden als Vorwürfe verstanden werden. Sie könne Go&Change innerlich nicht verlassen. “Das verfolgt einen im Kopf”.

*Wir würden gerne die originalen Zitate aus der Mainpost einfügen, müssen die Stellen aber aus gesetzlichen Gründen vorerst sinngemäß wiedergeben, bis die MainPost einer Veröffentlichung zustimmt.