Beschwerde Presserat


30.06.2020 – Von Go&Change an den deutschen Presserat

Lülsfeld, 30.06.2020

An den Deutschen Presserat:

Beschwerde über Diffamierungskampagne gegen Go&Change in der Main-Post (Unterfranken)

Sehr geehrte Mitglieder des Deutschen Presserates,

als Gemeinschaft Go&Change wenden wir uns an Sie mit einer Beschwerde über die seit 22.05.2020 fortlaufend tendenziöse und rufschädigende Berichterstattung in der Main-Post über unsere Lebensgemeinschaft. In Vorgehensweise und Ausdruck zeigt sich hier kein Interesse an wahrheitsgemäßer Information der Öffentlichkeit, sondern eine einseitige Diffamierungskampagne unter Einsatz aufmerksamkeitsheischender Schlagworte, bei der die Autoren gegenteilige Perspektiven kaum und zu allermeist abwertend einbeziehen und auch vor gezielten Versuchen wirtschaftlicher Schädigung nicht zurückschrecken.

In bislang sechs aufeinander folgenden Artikeln im Zeitraum vom 22.05.2020 bis zum 27.06.2020 werden schwerwiegende, allerdings wenig konkrete Vorwürfe psychologischer Manipulation, Drogenmissbrauchs und sexualisierter Gewalt gegen Personen aus der Gemeinschaft erhoben und ein ungesundes Klima von Angst und Gruppendruck beschriebeni. Als wesentliche Quellen werden ehemalige Mitglieder der Gemeinschaft anonym zitiert, sowie Weltanschauungsbeauftrage der Kirchen als treibende Akteure genannt und ebenso wie zwei Gäste unter Nennung ihres Vornamens oder vollen Namens zitiertii.

Deutscher Pressekodex, Ziffer 1: „Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.“

Deutscher Pressekodex, Ziffer 2: „Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“

Zahlreiche Stellen der Formulierung von Schlagzeilen und Textstellen, Auslassungen, subtile Andeutungen und tendenziöse Fragen wie auch der einseitige Einsatz von Anführungszeichen weisen auf eine eindeutige Intention hin, negativ über die Gemeinschaft zu berichten und entsprechende Beiträge, Einsendungen und Reaktionen werden unverhältnismäßig stark berücksichtigt, während die Autoren positive Beiträge nicht in ihrer tatsächlichen Anzahl und Ausführlichkeit erwähnen, kaum inhaltlich zitieren, und pauschal als gleichgeschaltet und unglaubwürdig abtun.

Die ehemaligen Mitglieder, die als zentrale Quellen für die schwerwiegendsten Vorwürfe zitiert werden, benennen die Autoren als „Aussteiger“ und „Aussteigerinnen“,iii die angeblich Angst haben „verfolgt [zu] werden“.iv Dieser Begriff wird sonst für geläuterte Mitglieder von Neonazigruppen oder gerettete Sektenopfer verwendet und zeichnet allein durch die Formulierung ein Bild unserer Gemeinschaft als menschenfangende Sektengruppe. Und dies, obwohl wir diese Ehemaligen aufgrund ihres Verhaltens gegenüber anderen Gemeinschaftsmitgliedern und Gästen aus unserem Kreis bewusst ausgeschlossen haben und ihnen immer wieder Gesprächsangebote gemacht haben, um den daraus resultierenden Konflikt einvernehmlich zu klären. Obwohl wir dies den Autoren auch bereits nach Erscheinen des ersten Artikels so mitgeteilt habenv, behalten sie den Begriff der „Aussteiger“ bis zum letzten Artikel vom 27.06. bei und stellen ihn dort der Formulierung „ehemalige Bewohner“ gegenüber, die sie für Verfasser positiver Erfahrungsberichte verwendenvi. Dies suggeriert zu Ende gedacht, dass positive Beiträge aus einem Dunstkreis manipulierter (noch nicht „ausgestiegener“) Verbündeter stammen und unterstellt diesen in letzter Konsequenz zu lügen.

Durch stete Referenz und Wiederholung der Vorwürfe in den Artikeln wird subtil das Bild von Tatsachen gezeichnet, während gegenteilige Formulierungen in Anführungszeichen gehaltenvii als letztlich wenig vertrauenswürdig dargestellt werden. Als wenig vertrauenswürdig dargestellt werden auch zitierte Bürgermeister oder Nachbarn, wenn ihre Schilderungen ausschließlich positiver Erfahrungen mit uns etwa im Artikel vom 22.05. der Aussage des lokalen Pfarrers „Kein Kommentar!“ sowie „einige[n]“ Stimmen, die „nebulös von einem ‚heiklen Thema‘“ sprächen gegenübergestellt wird und die Autoren daraus dann als Fazit festhalten, dass es „geteilte Meinungen“ dazu gebe, ob wir uns wirklich in der Dorfgemeinschaft positiv engagierenviii. Dies wird anschließend durch die allgemeine Aussage eines mit Gemeinschaftsprojekten häufiger befassten Polizisten untermauert, dass „solche Gemeinschaften“ sich häufig in das Gemeindeleben einbringen würden und „selbst sehr kritischen und gefährlichen Gruppierungen der Einzug und die Akzeptanz in kleinen Ortschaften gelingt“ix. Der genannte Polizist hatte noch nie Kontakt zu unserer Gemeinschaft oder unserem Umfeld, und die Autoren haben nicht dargestellt, wieweit seine Aussage den Autoren gegenüber tatsächlich in Bezug auf unseren Fall getätigt wurde. An anderer Stelle wird betont, dass der örtliche Bürgermeister für seine positive Haltung uns gegenüber in den Kommentarspalten zu den bisherigen Artikeln kritisiert werdex. Insgesamt spielen die Autoren auf diese Weise geschickt zitierte Aussagen und Wahrnehmungen gegeneinander aus und nutzen subtile Manipulationstechniken der Textgestaltung, ohne ihren eigenen Standpunkt offen darzulegen.

Bereits der erste Artikel hat zahlreiche empörte Reaktionen ausgelöst und viele ehemalige Bewohner und deren Angehörige, Gäste und Kooperationspartner haben sowohl der Redaktion als auch uns als Gemeinschaft Erfahrungsberichte zur Verfügung gestellt, die den Vorwürfen diametral entgegenstehen und auch erklären, wie es dazu kommen konnte, das einzelne Ehemalige aus persönlichen Gründen der Gemeinschaft schaden wollen und wie eine solche verzerrte Sicht auf das Gemeinschaftsleben entstehen konnte. Unsere eigenen Antwortemails und Stellungnahmen werden teils aus dem Zusammenhang gerissen und bruchstückhaft zitiert, um z.B. fälschlicherweise darzustellen, wir hätten Vorwürfe der Nötigung zu gewaltsamen sexuellen Praktiken nicht dementiertxi. Alle uns bekannten (positiven wie kritischen) Beiträge, Leserbriefe und Stellungnahmen haben wir auf einer eigens dafür eingerichteten Website öffentlich einsehbar zusammengestellt: www.alle-seiten.orgxii. Viele der Zuschriften sind dort mit vollem Namen und Foto veröffentlicht.

Die Autoren haben trotz der Verfügbarkeit all dieser Beiträge und der direkten Einsendung zahlreicher Leserbriefe und detaillierter positiver Stellungnahmen an die Redaktion ihren Kurs nicht geändert, werfen der Gemeinschaft mangelnde Transparenz vorxiii und nehmen stark unzureichenden Bezug auf die verfügbaren Informationen, die nicht zu dem bereits feststehenden Horror-Bild unserer Gemeinschaft passen, dass sie offensichtlich zeichnen wollen.

So monieren sie mangelnde positive Berichte von Frauenxiv, drucken jedoch selbst keinen der Leserbriefe von Frauen ab, diese werden weder zitiert noch konkret erwähnt; Eindrücken einmaliger Gäste geben die Autoren in manchen Artikeln mehr Raum als Berichten langjähriger BewohnerInnenxv. Dass nicht näher definierte „Personen, die unterschiedliche Berührungspunkte zu ‚Go&Change‘ haben“ teils über die vielen positiven Zuschriften „verwundert“ gewesen seien, wird als stichhaltiges Argument zur pauschalen Entkräftung aller positiven Beiträge angeführtxvi, die an keiner Stelle, in der konkret das Gemeinschaftsleben beschrieben und den im ersten Artikel geäußerten Vorwürfen detailliert widersprochen wird, inhaltlich wiedergegeben werdenxvii. Lediglich Stichworte des Widerspruchs wie „Verleumdung“, „Diffamierung“, und dass die Betroffenen „fassungslos“ und „wütend“ seien, werden unter dem abwertenden Hinweis, die Stellungnahmen seine alle „sehr ähnlich“ formuliert, von den Autoren zitiertxviii. An anderer Stelle werden die in ausführlichen persönlichen Erfahrungsberichten enthaltenen Informationen als „Fakten“ in Anführungszeichen gesetzt und damit in letzter Konsequenz in das Reich der Phantasie verwiesenxix. Keine der VerfasserInnen dieser Zuschriften wurden unserer Kenntnis nach von den Autoren kontaktiert.

Deutscher Pressekodex, Richtlinie 2.6: „Bei der Veröffentlichung von Leserbriefen sind die Publizistischen Grundsätze zu beachten. Es dient der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit, im Leserbriefteil auch Meinungen zu Wort kommen zu lassen, die die Redaktion nicht teilt.“

In der weiteren Berichterstattung wurden keine der zahlreichen positiven Leserbriefe veröffentlicht, lediglich zwei kritische Beiträgexx. Dies unter einer Überschrift, die mangelnde Transparenz auf Seiten der Gemeinschaft anprangert. Öffentlich verfügbare Informationen weisen darauf hin, dass diese Leserbriefe möglicherweise von Personen verfasst wurden, die selbst in direktem institutionellen und/oder persönlichen Bezug zu dem von der Main-Post zitierten Weltanschauungsbeauftragten und den Autoren selbst stehenxxi. Dies wurde bislang von diesen selbst nicht transparent gemacht und auch von der Main-Post nicht kommentiert.

Persönliche Verbindungen positiver Kommentatoren aus den Reihen ehemalige Bewohner und Gäste der Gemeinschaft werden im Gegensatz dazu als Voreingenommenheit dargestellt, obwohl diese selbst und wir als Gemeinschaft alle Beziehungen und auch interne Kommunikation dazu öffentlich transparent gemacht habenxxii.

In den Kommentarspalten der online-Ausgabe der Main-Post finden unreflektierte Verunglimpfungen und sogar Aufrufe zum wirtschaftlichen Boykott unserer Gemeinschaft ungehinderte Verbreitung. Währenddessen wurden der Redaktion gegenüber kritische und der Gemeinschaft gegenüber positive Kommentare in mehreren Fällen trotz mehrfacher, teils sogar telefonischer Nachfrage der Kommentatoren ohne Begründung und somit im Widerspruch zur öffentlich dargestellten Kommentarverwaltungs-Politik der Zeitung nicht veröffentlicht.xxiii

Deutscher Pressekodex, Richtlinie 11.3.: „Die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen findet ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen. Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden.“

Im Februar und März 2019 erschütterten zwei Todesfälle unsere Gemeinschaft, ein Kleinkind war verunglückt und ein Säugling am plötzlichen Kindstod verstorben. Die Autoren missbrauchen diese Tragödien ohne Rücksicht auf Eltern und Angehörige, um die Gemeinschaft insgesamt in ein schlechtes Licht zu rücken und deuten hier mindestens strukturelle Verantwortungslosigkeit an. Durch diese Todesfälle bekomme: „das Bild der heilen Welt, das “Go&Change” zumindest nach außen abgibt, tiefe Kratzer.“xxiv Nirgendwo erklären sie, wie diese Aussage begründet werden kann, wie einige andere Textstellen zeigt diese unbelegte, schlicht unwahre Behauptung durch die Autoren ohne Quellenbezug deutlich, wie sie ihr Narrativ auch unabhängig von ggf. voreingenommenen Quellen bewusst negativ haltenxxv. Was wir und viele Freunde und Kooperationspartner in dieser schmerzhaften Zeit erlebt haben, war im Gegenteil viel gegenseitige Unterstützung, auch aus der Dorfgemeinschaft, und ein heilsames Lehrstück darin, wie Trauerarbeit gemeinsam vollzogen werden und auch das schlimmste Unglück in Liebe und Lebensfreude verarbeitet werden kann.

Deutscher Pressekodex, Ziffer 12.Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.“

Durch die tendenziöse Berichterstattung über unsere Gemeinschaft, die in einem prominenten, ehemals klösterlichen Gebäudekomplex im ländlichen Raum allgemein bekannt ist, werden alle BewohnerInnen sowie die dort lebenden Kinder öffentlich vorgeführt. Das soziale Ansehen und die bestehende starke Einbindung in die Dorfgemeinschaft werden angegriffen und diskreditiert, etwa wenn unser jahrelanges Engagement in Vereinen und bei Arbeitsprojekten im Dorf ohne jede Kenntnis unseres Falles pauschal als für gefährliche Gruppierungen übliches, taktisches Vorgehen dargestellt werdenxxvi. Vor allem die Situation unserer Kinder in Schule und sozialen Zusammenhängen bereitet uns große Sorge, sowie die Auswirkungen auf deren berufliche und persönliche Zukunft. Hier verletzt die Redaktion auch den Geist der Richtlinien 8.1. und 8.3 des Deutschen Pressekodex und wird ihrer Verantwortung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen keinesfalls gerecht. Sie baut in ihrer von Andeutungen und subtilen Unterstellungen geprägten Berichterstattung auf verbreitete Vorurteile gegenüber alternativen Lebensentwürfen und schürt gezielt Vorurteile gegen Gemeinschaftsprojekte. Dies ist von Seiten kirchlicher Weltanschauungsbeauftragter sowie Medienvertretern auch in der Vergangenheit in zahlreichen Fällen bei anderen Projekten geschehen und hat auch bei späterer Aufklärung der häufig haltlosen Vorwürfe oft tiefe Narben hinterlassenxxvii.

Die Autoren nutzen die Vorwürfe und durch ihre Berichterstattung aufgebaute kritische Stimmung uns gegenüber auch, um den derzeit geplanten Umzug und baldige Wiedereröffnung eines vom Vereinsorgan der Gemeinschaft betriebenen Naturwarenladens wiederholt in Zusammenhang mit den bislang unbestätigten Vorwürfen zu bringen. Dadurch forciert sie gezielt die wirtschaftliche Schädigung der Betreiber und leistet durch etwa in den Kommentarspalten der online Ausgabe, in der Aufrufe zum Boykott des Ladens Verbreitung finden, aktiver Diskriminierung unserer Gemeinschaft als sozialer Gruppe Vorschub. Dies gefährdet den Erfolg unserer Initiative zum Erhalt des einzigen Bioladens der Stadt nach Geschäftsaufgabe des Vorgängers und der weiteren, höchst notwendigen Belebung der Gerolzhofener Innenstadt, die in guter Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde erfolgt. Auch diese wird samt den betroffenen Bürgermeistern von Gerolzhofen und Lülsfeld durch die Art der Berichterstattung immer wieder indirekt kritisiert und unter Druck gesetztxxviii, ebenso andere Behörden und Institutionen, mit denen wir bislang sehr positive Erfahrungen gemacht und gute Beziehungen aufgebaut haben, wie etwa das Schweinfurter Jugendamt oder die Kongregation der Schwestern des Erlösersxxix.

Deutscher Pressekodex, Ziffer 13: Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung gilt auch für die Presse.

Durch die Berichterstattung der Autoren wurden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausgelöst, die bereits unmittelbar nach Aufnahme erster Vorermittlungen durch die Autoren in identifizierender Art und Weise veröffentlicht wurden, ohne dass wir als Betroffene vorab über die Ermittlungen oder die gelante Veröffentlichung in Kenntnis gesetzt wurden. Dadurch wurden diese im Widerspruch zur üblichen journalistischen Praxis und in möglicher Verletzung von Art. 4 Abs. 2 des Bayerischen Pressegesetzes (Verschwiegenheitspflichten) zur Untermauerung der weiterhin unbestätigten Vorwürfe eingesetztxxx.

Quellennachweis

Zeitungsartikel, nach Erscheinungsdatum

Stahl, B. und C. Jeske, 22.05.2020: „Psychodruck und sexualisierte Gewalt in ehemaligem Kloster?“ Main-Post. (Ebenfalls erschienen unter dem Titel „Schattenwelt“ in der Printausgabe vom 23.05.) [online]

Stahl, B., 25.05.2020: „Bürgermeister zu ‘Go & Change‘: Vorwürfe müssen aufgeklärt werden.“ Main-Post. [online]

Stahl, B. und C. Jeske, 01.06.2020: „Lülsfeld: Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen ‚Go & Change‘“ Main-Post. [online]

Jeske, C., 09.06.2020: „‘Go & Change‘: Von Schwurmenschen, Hierarchien und Selbsttherapie“ Main-Post. [online]

Vogt, K., 24.06.2020: „‘Go & Change‘ plant Naturwarenladen mit Café in Gerolzhofen“ Main-Post. [online]

Stahl, B., C. Jeske unter Mitarbeit von K.Vogt, 27.06.2020: „‘Go & Change‘: Was seit Bekanntwerden der Vorwürfe geschah“ Main-Post [online]

Leserbriefe

Main-Post vom 30.05.2020: „Mangelnde Transparenz ist ein Problem“, Scan siehe Anlage

Website zur umfassenden Darstellung

Veröffentlicht von Felix Krolle/Go&Change am 02.06.2020: www.alle-seiten.org

Quellenverweise und Erläuterungen

i Siehe bisherige Artikelserie im Anhang

ii Siehe v.a. Artikel vom 22.05. (Haupttext sowie Infobox „Wie lief die Recherche“) sowie Interview mit den Sekten- bzw. Weltanschauungsbeauftragten Lohmayer und Pöhlmann im Artikel vom 09.06.

iii Siehe Artikel vom 22.05., 25.05., 09.06., 26.06.

iv Siehe Artikel vom 22.05.

v Siehe Emailverkehr zwischen Go&Change und Main-Post, veröffentlicht auf https://alle-seiten.org/mailverkehr-mainpost sowie Zitation daraus im Artikel vom 22.05.

vi Siehe Artikel vom 26.05.

vii Siehe z.B. Artikel vom 25.05. erster Absatz

viii Siehe Artikel vom 22.05., Abschnitt „In Lülsfeld ist die Stimmung schwer greifbar

ix Siehe Artikel vom 22.05.

x Siehe Artikel vom 25.05.

xi Siehe Artikel vom 22.05. Am 19.05. bezieht Felix Krolle/Go&Change als Reaktion auf eine Email des Main-Post Journalisten B. Stahl auf unterschiedliche Fragen und dargestellte Vorwürfe u.a. zu sexueller Gewalt und Kindeswohlgefährdung folgendermaßen Stellung: „Wenn die Vorwürfe tatsächlich so schwer wiegen, dann frage ich mich, warum weder Polizei noch Jugendamt sich bisher mit uns in Verbindung gesetzt haben. Es wäre doch angeraten uns zur Anzeige zu bringen, sollten wir rechtswidrig oder kindeswohlgefährdend gehandelt haben.“ Weiterhin bezieht er sich in der Mail auf unsere positive Integration ins Dorfleben sowie Kooperation mit Gemeinde und Erlöserschwestern (siehe https://alle-seiten.org/mailverkehr-mainpost). Am Ende der Mail steht die Formulierung „Alles andere ist unsere Privatsache und können Sie und wir gerne in gegenseitiger Transparenz im privaten Rahmen besprechen.“ Dies wird von der Zeitung am Ende eines Absatzes mit Vorwürfen struktureller Nötigung zu gewaltsamen sexuellen Praktiken wie folgt zitiert: „Auf Anfrage der Redaktion, was es mit den beschriebenen Sex-Therapien auf sich habe, antwortet ‚Go&Change‘ nicht. Das sei ‚unsere Privatsache‘, so Krolle. Dementiert wird der Vorwurf nicht.“

xii www.alle-seiten.org

xiii Siehe gewählter Titel der Leserbriefsektion vom 30.05. „Mangelnde Transparenz gibt Anlass zur Sorge“ als Schlagzeile, sowie Betonung von ungenannten unbeantworteten Fragen im letzten Absatz des Artikels vom 27.06. ohne Kontext des Austausches dazu, und trotz Nichteinbezuges einer großen Menge veröffentlichungsfähigen Materials inklusive Emailverkehre und ausführliche Stellungnahmen unterschiedlicher Herkunft auf www.alle-seiten.org

xiv Siehe Artikel vom 01.06.

xv Siehe Artikel vom 01.06.

xvi Siehe Artikel vom 27.06.

xvii Lediglich im Artikel vom 01.06. werden im Absatz „Go&Change ruft zur Unterstützung auf“ zwei Leserbriefe ehemaliger Bewohner mit wenigen Worten zitiert, die allgemein auf ein gutes Verhältnis und eine besonders schöne Zeit in der Gemeinschaft verweisen. Konkrete inhaltliche Aspekte der eingesandten und/oder auf www.alle-seiten.org verfügbaren zahlreichen Berichte anderer Gäste oder ehemaliger Bewohner, später auch aktueller Bewohner, werden an keiner Stelle aufgegriffen.

xviii Siehe Artikel vom 01.06. sowie 27.06.

xix Siehe Artikel vom 27.06.

xx Siehe Leserbriefe veröffentlicht am 30.05.

xxi Siehe „Unsere Fragen an die Main-Post“ auf https://alle-seiten.org/unsere-fragen: „Sind die Autoren der veröffentlichen Leserbriefe wirklich neutral? Ist dies hier Erhard S. aus Gernach?
Ist dies hier Gerhard L. aus Würzburg?“ Diese Links deuten darauf hin, dass die Autoren der beiden einzigen veröffentlichten Leserbriefe ein Mitarbeiter der Würzburger Diözese sowie ein ehemaliger Würzburger Mitarbeiter der Main-Post und der evangelischen Nachrichtenagentur epd sein könnten. In diesem Fall würden also klare Institutionelle und vermutlich auch persönliche Verbindungen zu den Autoren des Artikels und dem kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten Lohmayer aus Würzburg bestehen. Die Zeitung hat dies bislang nicht kommentiert.

xxii Siehe z.B. Artikel vom 01.06. in dem die Autoren darüber schreiben, dass wir uns an „liebe Freunde“ (Anrede unserer Email an alle ehemaligen BewohnerInnen, vollständige Email siehe https://alle-seiten.org/ehemalige/) gewandt und diese aufgefordert haben, unterstützende Texte zu schreiben, und betonen, dass diese „sehr ähnlich“ klängen. Völlig verschwiegen wird die große Anzahl unterschiedlicher positiver Leserbriefe und Einsendungen von ehemaligen und aktuellen Bewohnern, deren Eltern und Angehörigen, von Gästen der Gemeinschaft und Vertretern von Kooperationspartnern: allein 33 uns bekannte positive Leserberiefe und Stellungnahmen direkt an die Main-Post vor dem Artikel vom 27.06., davon 19 bereits vor Veröffentlichung lediglich zweier kritischer Leserbriefe am 30.05.; insgesamt 71 zum Stand vom 26.06. auf der Website www.alle-seiten.org verfügbar, die den Autoren am 03.06. zugesandt wurde. Im Artikel vom 27.06. herrscht ein ähnlicher Tenor wie am 01.06., abgesehen von einer zusammenfassenden Darstellung einer positiven Stellungnahme der Kongregation der Schwestern des Erlösers schreiben die Autoren zu alledem lediglich folgenden Absatz: „Bei den Unterstützern der Gemeinschaft löste die Berichterstattung teils heftige und emotionale Reaktionen aus. In E-Mails an die Redaktion wurden Forderungen nach einer „Richtigstellung“ laut, häufig wurden „Verleumdung“, „Diffamierung“ oder „Rufschädigung“ unterstellt. Es gibt aber auch teils sehr ausführliche Schreiben, die durch ergänzende „Fakten“ überzeugen möchten.“

xxiii Siehe Online-Kommentare zum Artikel vom 23.06. Ohne Begründung nicht veröffentlicht wurde etwa ein Kommentar des ehemaligen Bewohners unserer Gemeinschaft Arndt Endriss zum Artikel von 22.05., trotz Nachfrage per Email an eine von der Zeitung eigens dafür zugesandte Mailadresse (Mailverkehr liegt uns vor), sowie ein Kommentar der ehemaligen Bewohnerin Rachel Edwards zum Artikel vom 23.06. trotz mehrfacher telefonischer Nachfrage und erneuter Einsendung des Kommentars zum späteren Artikel vom 27.06., wo er ebenfalls ohne Begründung und Nachricht nicht veröffentlicht wurde. Ein Kommentar unseres Geschäftsführers Felix Krolle zum Artikel am 23.06. wurde erst nach ungewöhnlich langer Zeit und zweimaliger Einsendung veröffentlicht.

xxiv Siehe Artikel vom 22.05.

xxv Siehe Artikel vom 22.05. für den Abschnitt über die Todesfälle. In ähnlicher Form unbelegte, stimmungsmachende Behauptungen sind etwa der Satz „Die Gemeinschaft selbst hält sich in Lülsfeld derzeit im Hintergrund, heißt es.“ im bislang aktuellsten Artikel vom 27.06., wo keinerlei Quelle für diese Behauptung angegeben wird. Dies wundert uns nicht, da es nicht den Tatsachen entspricht. Unser Engagement in den Lülsfelder Vereinen ist natürlich Corona-bedingt in den zurückliegenden Monaten weniger sichtbar geworden, bei der Wiederaufnahme der Dorfaktivitäten in den letzten Tagen und Wochen waren wir ganz normal beteiligt und wir stehen weiterhin in regem Kontakt mit Freunden und Gemeindevertretern aus dem Dorf.

xxvi Siehe Artikel vom 22.05.

xxvii Ein Beispiel hierzu etwa die Berichterstattung der Bild-Zeitung, die durch Unwahrheiten, Übertreibungen und textliche Verbindung unzusammenhängender Kontexte versucht hat, die Gemeinschaft Tamera in Verdachtszusammenhang mit der Entführung im Fall „Maddie“ in Portugal zu bringen. https://bildblog.de/2529/bild-artikel-ueber-dubiose-sekte-dubios/ Die Stellungnahme der betroffenen Gemeinschaft zur Berichterstattung der Main-Post findet sich ebenfalls auf https://alle-seiten.org/gemeinschaften. Ein anderes Beispiel die Darstellung der Zeugen Jehovas in einer Reihe der „gefährlichsten Sekten aller Zeiten“ in einem Magazin für Glaubensthemen, das zu einer offiziellen Missbilligung durch den Deutschen Presserat geführt hat (Aktenzeichen 0421/14/2)

xxviii Im Kontext der in der Grundstimmung stark negativ ausgerichteten Berichterstattung, die durch die bereits beschriebene Ausdrucksweise und Abwertung der „Unterstützer der Gemeinschaft“ (Artikel vom 27.06.) eine ‚Lagerbildung‘ von Befürwortern und Gegnern forciert, exponiert jede Darstellung positiver Äußerungen öffentliche Personen und Institutionen in eine unangenehme Zwangspositionierung und erzeugt Rechtfertigungsdruck gegenüber von durch die Berichterstattung in ihren Vorurteilen bestätigte oder besorgte Menschen.

An unterschiedlichen Stellen wird indirekter Druck auf lokalpolitische Entscheidungsträger ausgeübt, mit denen wir bislang in sehr gutem Kontakt und fruchtbarem Austausch stehen, da uns das Ziel einer positiven Entwicklung der Region verbindet. Siehe Artikel vom 25.05. in dem betont wird, dass der Bürgermeister von Lülsfeld in den Kommentarspalten zu den Artikeln auf der Zeitungswebsite und ihrer Social-Media-Kanäle für seine Äußerung positiver bzw. neutraler Natur kritisiert worden sei; sowie Artikel vom 27.06. in dem berichtet wird, dass in Lülsfeld die „erste Gemeinderatssitzung seit Bekanntwerden der Vorwürfe“, also nach Beginn der Artikelserie, ohne einen offiziellen Antrags- und Diskussionspunkt zu unserer Gemeinschaft stattgefunden habe und dazu der Bürgermeister „auf Nachfrage“ persönlich zitiert wird – dies suggeriert, dass nach Ansicht der Zeitung eine Auseinandersetzung mit dem Thema erwartet worden wäre und zeigt, dass der Bürgermeister dazu persönlich angesprochen wurde. Der Artikel vom 23.06. über eine Sitzung des Bauausschusses des Stadtrates im Zusammenhang mit dem Umzug und Neueröffnung des Naturwarenladens, verweist auf unsere „umstrittene Gemeinschaft“ als Betreiber und in einem direkten Web-Link auf den Artikel vom 22.05. mit den schwersten Vorwürfen gegen uns, zitiert den amtierenden Bürgermeister der Stadt der es als „eine schöne Sache“ bezeichnet, „dass in dem Haus in der Marktstraße wieder Leben einzieht“ und moniert direkt darauf in einem bedeutungsschwangeren letzten Satz: „Dass hinter dem Projekt die Gemeinschaft „Go & Change steht“, wurde im öffentlichen Teil der Bauausschuss-Sitzung nicht thematisiert“, absurd auch deshalb weil im selben Satz eingeräumt wird, dass dies „baurechtlich auch nicht relevant“ sei. An anderer Stelle wird betont, dass der lokale Bauausschuss einstimmig dem Antrag zugestimmt habe, aber das Landratsamt Schweinfurt noch das „letzte und entscheidende Wort“ habe. In diesem amtlichen Vorgang geht es lediglich um die Prüfung korrekter Unterlagen für die brandschutzrechtliche Genehmigung. In diesem Zusammenhang liest es sich jedoch wie ein Aufruf, hier noch Druck bei inhaltlichen Entscheidungsträgern auszuüben um das Projekt zu behindern. Prompt finden sich in den online-Kommentarspalten zum Artikel auch Wünsche einer „schnelle[n] Insolvenz“ und Aufrufe zum Boykott des Geschäftes.

xxix Siehe Erwähnung des Jugendamtes und der Erlöserschwestern im Artikel vom 25.05. und 27.06. samt Darstellung der positiven Stellungnahme der Schwesternkongregation im Artikel vom 27.06., die mehr als drei Wochen nach deren Eingang in der Redaktion am 04.06. erfolgte und nicht zum Anlass genommen wird, die Glaubwürdigkeit anderer positiver Äußerungen und Berichte im Textzusammenhang zu untermauern oder zumindest in Betracht zu ziehen. Wir sind äußerst besorgt über die unangenehmen Auswirkungen der negativen Berichterstattung über uns als Gemeinschaft auf unser Dorf und unsere Kooperationspartner.

xxx Siehe Artikel vom 01.06.